Unterwasserlaufband
Ein Unterwasserlaufband ist ein Trainingsgerät, bei dem Hunde in einem mit Wasser gefüllten Laufband gehen oder laufen, während ihr Körper teilweise unter Wasser steht.
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Ein Unterwasserlaufband ist ein Trainingsgerät, bei dem Hunde in einem mit Wasser gefüllten Laufband gehen oder laufen, während ihr Körper teilweise unter Wasser steht. Die Wasserhöhe lässt sich je nach Therapieziel zwischen Pfoten und Brust verstellen.
Das Prinzip dahinter: Wie stark das Wasser trägt, richtet sich nach dem Wasserstand. An stehenden Hunden gemessen: 9 Prozent Entlastung bei Wasser auf Sprunggelenkhöhe, 15 Prozent auf Kniehöhe und 62 Prozent, wenn das Wasser bis zum Hüftgelenk reicht. Ein 30-Kilo-Labrador trägt damit auf Kniehöhe noch rund 25 Kilo, bei Wasser bis zum Hüftgelenk noch etwa 11 Kilo. Gleichzeitig leistet das Wasser Widerstand gegen die Bewegung und baut so schonend Muskulatur auf.
Wann kommt das Unterwasserlaufband zum Einsatz?
Ein typischer Fall aus der Praxis: Ein Border Collie nach einer Kreuzbandriss-Operation. In den ersten zwei Wochen nach der OP darf er nur kurz Gassi gehen. Ab der dritten Woche startet die Hydrotherapie – zehn Minuten auf dem Unterwasserlaufband, dreimal pro Woche. Das Wasser steht ihm bis zur Brust, die Geschwindigkeit entspricht einem gemütlichen Spaziergang.
Auch bei Arthrose zeigt sich der Nutzen deutlich. Hunde, die an Land nur humpelnd gehen, bewegen sich im Wasser oft wieder flüssig. Der warme Wasserwiderstand lockert verspannte Muskulatur und regt die Durchblutung an.
Übergewichtige Hunde profitieren ebenfalls: Anstrengender als ein Spaziergang ist die Arbeit im Wasser messbar: Herzfrequenz und Laktatwerte steigen stärker als auf dem Laufband an Land, weil der Hund gegen den Wasserwiderstand arbeitet. Ein festes Umrechnungsverhältnis in Spaziergang-Minuten gibt es aber nicht.
Was kostet eine Behandlung und wo gibt es das?
Eine Einzelsitzung kostet zwischen 35 und 60 Euro, abhängig von Region und Praxisausstattung. Physiotherapie-Pakete mit zehn Terminen liegen meist zwischen 300 und 500 Euro. Manche Tierkrankenversicherungen übernehmen die Kosten bei medizinischer Indikation.
Unterwasserlaufbänder findest du hauptsächlich in spezialisierten Tierphysiotherapie-Praxen und Tierkliniken mit Rehabilitationsabteilung. In grösseren Städten wie München, Hamburg oder Zürich gibt es mehrere Anbieter. Kleinere Orte haben oft mobile Therapeuten, die regelmässig vorbeikommen.
Wie läuft eine typische Sitzung ab?
Beim ersten Termin gewöhnt sich der Hund zunächst ohne laufendes Band an das Wasser. Viele Hunde steigen anfangs zögerlich ein – das ist normal. Der Therapeut führt sie langsam ins knöchel- oder kniehohe Wasser.
Erst wenn der Hund entspannt steht, startet das Band in langsamster Geschwindigkeit. Die Wassertemperatur liegt meist bei angenehmen 28 bis 32 Grad. Eine erste Sitzung dauert selten länger als fünf bis zehn Minuten.
Erfahrene Hunde trainieren später bis zu 20 Minuten am Stück. Sportliche Rassen wie Australian Shepherds schaffen nach einigen Wochen sogar Intervalltraining mit wechselnden Geschwindigkeiten.
Für welche Hunde ist es nicht geeignet?
Hunde mit akuten Herzproblemen, offenen Wunden oder Hautinfektionen dürfen nicht ins Unterwasserlaufband. Auch bei Epilepsie ist Vorsicht geboten – manche Hunde reagieren auf das Wassererlebnis mit Stress.
Sehr ängstliche Hunde brauchen oft Wochen der Gewöhnung. Zwang ist hier kontraproduktiv. Einige Hunde entwickeln trotz sanfter Eingewöhnung nie Vertrauen zum Gerät – dann sind andere Therapieformen sinnvoller.
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