Wiki · Gesundheit & Pflege

Umweltallergene

Umweltallergene sind Stoffe aus der Alltagsumgebung, auf die das Immunsystem des Hundes mit einer Überreaktion antwortet, indem es harmlose Partikel als Bedrohung einstuft und eine Entzündungsreaktion auslöst.

4 Min Lesezeit
Umweltallergene
Inhalt
  1. Welche Umweltallergene gibt es?
  2. Was passiert bei einer Umweltallergie?
  3. Diagnose: Der Weg zur Ursache
  4. Wie lassen sich Umweltallergene im Alltag reduzieren?
  5. Häufige Fragen zu Umweltallergenen

Umweltallergene sind Stoffe aus der Umgebung eines Hundes, gegen die sein Immunsystem eine allergische Reaktion entwickelt. Dazu gehören unter anderem Pollen, Hausstaubmilben und bestimmte Schimmelpilze.

Besonders häufig stehen Umweltallergene im Zusammenhang mit der atopischen Dermatitis, einer chronisch-entzündlichen Hauterkrankung, die bei Hunden vor allem durch Juckreiz auffällt.

Eine Umweltallergie bedeutet nicht, dass der betreffende Stoff grundsätzlich schädlich ist. Vielmehr reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose Substanzen.

Welche Allergene eine Rolle spielen und wie stark die Beschwerden ausfallen, unterscheidet sich von Hund zu Hund.

Welche Umweltallergene gibt es?

Zu den häufigsten und wichtigsten Umweltallergenen, die für Hunde relevant sind, gehören:

  • Pollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern
  • Hausstaubmilben und Vorratsmilben in Textilien und Wohnräumen
  • Schimmelpilzsporen
  • Tierhaare und Hautschuppen anderer Tiere
  • Chemische Reizstoffe wie Reinigungsmittel oder Duftstoffe

Nicht jeder Stoff, der Haut oder Atemwege reizt, ist gleichzeitig ein Allergen.

Reinigungsmittel, Duftstoffe oder andere Chemikalien können beispielsweise eine Hautreizung verursachen, ohne dass eine allergische Reaktion des Immunsystems vorliegt. Diese Unterscheidung ist für die Diagnose wichtig.

Was passiert bei einer Umweltallergie?

Bei einem allergischen Hund reagiert das Immunsystem auf bestimmte Umweltstoffe stärker als notwendig.

Bei der atopischen Dermatitis spielen dabei mehrere Faktoren zusammen. Dazu gehören eine veränderte Hautbarriere, eine Fehlregulation des Immunsystems und genetische sowie umweltbedingte Einflüsse.

Die Hautbarriere schützt den Körper normalerweise davor, dass Stoffe und Mikroorganismen leicht in tiefere Hautschichten eindringen. Ist diese Barriere gestört, können Allergene leichter mit dem Immunsystem in Kontakt kommen. Die daraus entstehende Entzündungsreaktion verursacht unter anderem den typischen Juckreiz.

Eine Umweltallergie ist deshalb nicht allein auf das Vorhandensein eines bestimmten Allergens zurückzuführen. Auch Hautbarriere, genetische Veranlagung, Infektionen und andere Umweltfaktoren können beeinflussen, wie stark ein Hund Beschwerden entwickelt.

Diagnose: Der Weg zur Ursache

Eine Umweltallergie lässt sich nicht allein anhand eines Allergietests diagnostizieren. Bei der atopischen Dermatitis handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose. Das bedeutet, dass zunächst andere häufige Ursachen für den Juckreiz ausgeschlossen werden müssen.

Dazu gehören insbesondere Parasitenbefall, bakterielle oder durch Hefepilze verursachte Hautinfektionen und eine mögliche Futtermittelallergie. Auch andere Hauterkrankungen können ähnliche Symptome verursachen.

Erst wenn die klinischen Kriterien für eine atopische Dermatitis erfüllt sind und andere Ursachen ausreichend ausgeschlossen wurden, können Allergietests zur weiteren Abklärung eingesetzt werden. Dabei kommen unter anderem intradermale Hauttests und Blutuntersuchungen auf allergenspezifische Antikörper infrage.

Diese Tests zeigen, auf welche Allergene der Hund eine immunologische Reaktion zeigt. Sie beweisen jedoch nicht automatisch, dass das betreffende Allergen tatsächlich für die Hautbeschwerden verantwortlich ist. Deshalb sollten die Ergebnisse immer zusammen mit der Krankengeschichte und dem klinischen Befund beurteilt werden.

Wie lassen sich Umweltallergene im Alltag reduzieren?

Eine vollständige Vermeidung von Umweltallergenen ist im Grunde nicht möglich – Pollen befinden sich in der Aussenluft und Milben gehören zur normalen Umgebung eines Haushalts. Ziel ist deshalb nicht, den Hund von sämtlichen Allergenen fernzuhalten, sondern die Belastung dort zu reduzieren, wo dies sinnvoll und praktisch möglich ist.

Belastung reduzieren

  • Decken und Liegeplätze regelmässig waschen
  • Pfoten und Fell nach Spaziergängen reinigen
  • Wohnräume gut lüften und trocken halten
  • auf reizende Reinigungsmittel verzichten

Symptome kontrollieren

  • entzündungshemmende Medikamente (immer tierärztlich begleitet)
  • Hautpflege: geeignete hautberuhigende Shampoos
  • Unterstützung der Hautbarriere, z. B. durch Fettsäuren

Spezifische Immuntherapie

Bei einer bestätigten atopischen Dermatitis kann eine allergenspezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt, eingesetzt werden. Dabei erhält der Hund über einen längeren Zeitraum genau die Allergene in kontrollierter Form, auf die er sensibilisiert ist. Ziel ist es, die Reaktion des Immunsystems auf diese Allergene langfristig zu verändern.

Die Behandlung wirkt nicht bei jedem Hund gleich gut und benötigt Geduld. Eine Beurteilung des Erfolgs ist häufig erst nach mehreren Monaten möglich.

Die spezifische Immuntherapie ist die einzige Behandlung, die gezielt auf die zugrunde liegende allergische Sensibilisierung ausgerichtet ist. Andere Medikamente kontrollieren vor allem die Symptome und die damit verbundene Entzündung.

Häufige Fragen zu Umweltallergenen

Kann mein Hund plötzlich eine Allergie entwickeln?

Ja, das passiert durchaus. Umweltallergien entstehen oft schleichend und fallen erst auf, wenn sich die Reaktionen häufen oder verstärken.

Ist eine Umweltallergie heilbar?

Eine atopische Dermatitis ist nicht heilbar, lässt sich aber mit richtiger Begleitung und Behandlung gut kontrollieren.

Kann ich Umweltallergene vollständig vermeiden?

Nein, eine vollständige Vermeidung ist bei vielen Umweltallergenen nicht realistisch. Sinnvoller ist es, die Belastung gezielt zu reduzieren und gleichzeitig die Hautentzündung und den Juckreiz zu kontrollieren.

Hilft häufiges Baden?

Regelmässiges Baden mit einem geeigneten Produkt kann Allergene von Haut und Fell entfernen und den Juckreiz reduzieren. Wie häufig ein Hund gebadet werden sollte, hängt jedoch vom Hautzustand und vom verwendeten Shampoo ab.

Wann braucht mein Hund einen Allergietest?

Nicht jeder Hund mit Juckreiz benötigt einen Allergietest. Solche Tests werden vor allem dann eingesetzt, wenn nach Ausschluss anderer Ursachen eine atopische Dermatitis wahrscheinlich ist und eine spezifische Immuntherapie geplant wird.