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Lagophthalmus

Lagophthalmus bezeichnet die Unfähigkeit, das Auge vollständig zu schliessen, die ein- oder beidseitig auftreten kann.

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Lagophthalmus
Inhalt
  1. Welche Hunde haben ein erhöhtes Risiko?
  2. Folgen von Lagophthalmus
  3. Behandlung und Vorsorge

Lagophthalmus bezeichnet die unvollständige oder fehlende Fähigkeit, ein Auge vollständig zu schliessen. Er kann ein- oder beidseitig auftreten und verschiedene Ursachen haben, darunter anatomische Besonderheiten, Veränderungen der Augenlider oder Erkrankungen des Gesichtsnervs.

Welche Hunde haben ein erhöhtes Risiko?

Ein erhöhtes Risiko für Lagophthalmus besteht insbesondere bei Hunden mit anatomischen Merkmalen, die einen vollständigen Lidschluss erschweren.

Bei diesen Hunden wird ein unvollständiger Lidschluss bereits durch die Anatomie begünstigt. Lagophthalmus kann jedoch bei jedem Hund auftreten und beispielsweise auch durch Erkrankungen oder eine Schädigung des Gesichtsnervs verursacht werden.

Anatomische Merkmale, die den Lidschluss erschweren: 

  • Sehr kurze Schnauzen (brachyzephale Kopfformen)
  • Extrem grosse und/oder hervortretende Augäpfel
  • Flache Augenhöhlen
  • Zu kurze oder deformierte Lider
  • Hauterschlaffung durch Faltenbildung rund ums Auge

Vor allem brachyzephale (kurzköpfige) Rassen wie Pekinese, Mops oder Chihuahua sind betroffen. Bei ihnen sind die Augen oft so stark nach aussen verlagert, dass die Augenlider sie beim Schliessen nicht vollständig bedecken. Das führt zu einem Austrocknen der Hornhaut, weil der schützende Tränenfilm nicht mehr gleichmässig verteilt wird.

Folgen von Lagophthalmus

Wenn die Hornhaut nicht vollständig durch den Lidschlag benetzt wird, können folgende Probleme auftreten:

  • Austrocknung der Hornhaut (Keratokonjunktivitis sicca)
  • Hornhautverletzungen oder -Geschwüre
  • Entzündungen
  • Chronischer Augenschmerz
  • Im schlimmsten Fall: Erblindung

Behandlung und Vorsorge

In milden Fällen werden regelmässig Augensalben oder Tränenersatzmittel angewendet, um die Hornhaut feucht zu halten. In schweren Fällen ist eine chirurgische Korrektur nötig, zum Beispiel durch eine Verschmälerung der Lidspalte (Tarsorrhaphie).

Bei Zuchthunden sollte eine tierärztliche Beurteilung der Lidfunktion und Augenlage vor der Zuchtzulassung verpflichtend sein, um das Risiko für Nachkommen zu senken.