Überbiß
Ein Überbiss beim Hund liegt vor, wenn die oberen Schneidezähne deutlich über die unteren hinausragen und der natürliche Scherengriff der Zähne gestört ist.
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Ein Überbiss beim Hund liegt vor, wenn die oberen Schneidezähne deutlich über die unteren hinausragen und der natürliche Scherengriff gestört ist.
Bei einem gesunden Hundegebiss greifen die oberen Schneidezähne knapp vor die unteren – wie bei einer Schere. Ragt der Oberkiefer mehr als 2–3 Millimeter über den Unterkiefer hinaus, sprechen Tierärzte von einem Überbiss oder einer Prognathie superior.
Welche Hunde entwickeln einen Überbiss?
Bestimmte Rassen bringen diese Zahnfehlstellung genetisch mit. Collie, Dackel und Deutsche Schäferhunde zeigen überdurchschnittlich häufig einen Überbiss. Bei brachyzephalen Rassen wie Mops oder Französischer Bulldogge ist meist der umgekehrte Fall zu beobachten – ein Unterbiss.
Neben der genetischen Veranlagung können Wachstumsstörungen in den ersten Lebensmonaten einen Überbiss verursachen. Verletzungen im Welpenalter, die das Kieferwachstum beeinträchtigen, führen manchmal zu dauerhaften Fehlstellungen.
Woran erkennst du einen problematischen Überbiss?
Ein leichter Überbiss verursacht oft keine Beschwerden. Problematisch wird es, wenn der Hund Schwierigkeiten beim Aufnehmen von Futter zeigt oder sichtlich angestrengt kaut.
Bei starkem Überbiss können die unteren Schneidezähne gegen den Gaumen drücken und dort Verletzungen verursachen. Du siehst dann rötliche Druckstellen oder kleine Wunden am Gaumen deines Hundes. Manche Hunde entwickeln auch schneller Zahnstein, weil die natürliche Reinigung durch das Kauen nicht optimal funktioniert.
Welche Behandlung kommt in Frage?
Bei Welpen unter sechs Monaten kann eine orthodontische Korrektur noch erfolgreich sein. Spezielle Zahnspangen für Hunde kosten zwischen 1.500 und 3.000 Euro und müssen mehrere Monate getragen werden.
In schweren Fällen ist ein chirurgischer Eingriff nötig. Der Tierarzt kürzt dann die zu langen Zähne oder korrigiert die Kieferstellung operativ. Solche Eingriffe sollten nur von erfahrenen Tierzahnärzten durchgeführt werden.
Bei milden Formen reicht oft eine verstärkte Zahnpflege. Tägliches Zähneputzen und spezielle Kauartikel helfen, Zahnsteinbildung zu verhindern und das Zahnfleisch gesund zu halten.
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