Spinale Muskelatrophie
Spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine Erbkrankheit, die motorische Nervenzellen im Rückenmark zerstört und dadurch fortschreitenden Muskelschwund verursacht.
Inhalt
Was ist spinale Muskelatrophie bei Hunden?
Spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine Erbkrankheit, die motorische Nervenzellen im Rückenmark zerstört und dadurch fortschreitenden Muskelschwund verursacht. Die betroffenen Neuronen übertragen normalerweise Signale vom Gehirn zu den Muskeln – fallen sie aus, schwinden die Muskeln unwiderruflich.
Bei welchen Rassen tritt SMA auf?
Besonders betroffen sind Deutsche Schäferhunde, Rottweiler und deren Mischlinge. Bei Deutschen Schäferhunden zeigt sich die Krankheit meist zwischen dem 6. und 14. Lebensmonat. Rottweiler entwickeln Symptome oft schon ab der 4. Lebenswoche.
Einzelfälle sind auch bei Pointer, Brittany Spaniel und einigen anderen Jagdhunderassen dokumentiert. Die Häufigkeit variiert stark: Bei Deutschen Schäferhunden liegt die Trägerrate in manchen Linien bei bis zu 15 Prozent.
Wie erkenne ich die ersten Anzeichen?
Das erste Symptom ist meist ein ungewöhnlicher Gang der Hinterläufe. Betroffene Welpen „hoppeln“ beim Laufen oder zeigen eine übertrieben hohe Schrittführung. Das Muskelzittern beginnt oft an den Hinterbeinen und breitet sich nach vorne aus.
Typisch ist auch, dass die Hunde beim Aufstehen länger benötigen oder sich schwer tun, Treppen zu steigen. Anders als bei Hüftdysplasie verschlechtert sich der Zustand kontinuierlich – auch mit Ruhe.
Kann man SMA behandeln?
Eine Heilung existiert nicht. Die Physiotherapie kann den Muskelschwund etwas verlangsamen, aber nicht stoppen. Manche Halter berichten von Verbesserungen durch Schwimmtherapie, weil das Wasser die Gelenke entlastet.
Die Lebensqualität gilt als entscheidender Faktor. Solange der Hund schmerzfrei ist und sich noch eigenständig bewegen kann, lohnt sich die Pflege. Manche Hunde leben noch mehrere Jahre nach der Diagnose.
Was kostet der Gentest und wann ist er sinnvoll?
Gentests kosten zwischen 50 und 120 Franken und sind bei Zuchthunden der betroffenen Rassen Pflicht. Das Ergebnis zeigt drei Möglichkeiten: genetisch frei, Träger oder betroffen.
Träger entwickeln selbst keine Krankheit, können sie aber vererben. Werden zwei Träger verpaart, ist statistisch jeder vierte Welpe betroffen. Verantwortungsvolle Züchter lassen deshalb beide Elterntiere vor der Paarung testen.
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