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Simultanimpfung

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Simultanimpfung
Definition

Simultanimpfung bezeichnet das gleichzeitige Verabreichen von mehreren Impfstoffen in einer einzigen Impfsitzung beim Hund.

Inhalt
  1. Welche Impfstoffe werden gleichzeitig verabreicht?
  2. Warum werden mehrere Impfstoffe gleichzeitig gegeben?
  3. Welche Nebenwirkungen sind bei Simultanimpfungen möglich?
  4. Wann sollte man auf Simultanimpfung verzichten?
  5. Was passiert nach einer Simultanimpfung zu Hause?

Simultanimpfung bezeichnet das gleichzeitige Verabreichen mehrerer Impfstoffe in einer einzigen Impfsitzung beim Hund.

Dein Hund erhält dabei entweder einen kombinierten Impfstoff mit mehreren Komponenten oder verschiedene Impfstoffe als separate Injektionen zum selben Zeitpunkt. In deutschen Tierarztpraxen ist das seit Jahrzehnten gängige Praxis.

Die häufigste Simultanimpfung ist der 5-fach-Kombinationsimpfstoff (SHPPiL): Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Parainfluenza und Leptospirose in einer Spritze. Dazu kommt oft die Tollwut-Impfung als separate Injektion, zwei Spritzen, ein Termin.

Welche Impfstoffe werden gleichzeitig verabreicht?

Die häufigsten Kombinationen in deutschen Tierarztpraxen sind 5-fach plus Tollwut oder 6-fach-Kombinationen.

Standard-Kombinationsimpfstoffe enthalten:

  • Staupe, Hepatitis, Parvovirose (Kern-Komponenten)
  • Parainfluenza und Leptospirose (oft ergänzt)
  • Tollwut (meist separate Spritze, gleicher Termin)

Je nach Risikoprofil kommen weitere Impfungen hinzu: Zwingerhusten (meist nasal), Borreliose (bei Zeckengebieten) oder Leishmaniose (vor Mittelmeer-Reisen). Welche Kombinationen verträglich sind, klärt der Tierarzt im Einzelfall.

Warum werden mehrere Impfstoffe gleichzeitig gegeben?

Der praktische Vorteil liegt auf der Hand: weniger Stress für den Hund, weniger Termine für den Halter.

Medizinisch ist das Immunsystem von Hunden problemlos in der Lage, auf mehrere Antigene gleichzeitig zu reagieren. Nach aktuellem Kenntnisstand fällt die Immunantwort bei Kombinationsimpfstoffen nicht schwächer aus als bei Einzelimpfungen.

Bei Welpen spielt der Zeitfaktor eine besondere Rolle: Das „Fenster der Empfänglichkeit“ zwischen nachlassendem Mutterschutz und eigener Immunität ist kurz. Simultanimpfungen ermöglichen es, den Schutz gegen alle wichtigen Krankheiten rechtzeitig aufzubauen.

Welche Nebenwirkungen sind bei Simultanimpfungen möglich?

Leichte Reaktionen treten bei etwa 5 bis 10 % der geimpften Hunde auf und klingen innerhalb von ein bis zwei Tagen ab.

Du kannst beobachten:

  • Müdigkeit und reduzierte Spiellust am Impftag
  • Schwellung an der Einstichstelle (erbsengroß, verschwindet nach zwei bis drei Tagen)
  • Leichtes Fieber (bis 39,5 °C beim erwachsenen Hund)
  • Verminderter Appetit für einen Tag

Schwere allergische Reaktionen sind selten, sie liegen unter 0,1 % aller Impfungen, und treten meist innerhalb der ersten 30 Minuten auf. Warte deshalb nach der Impfung noch 20 Minuten in der Praxis.

Wann sollte man auf Simultanimpfung verzichten?

Bei kranken Hunden wartet der Tierarzt mit der Impfung, bis das Fieber seit mindestens drei Tagen abgeklungen ist.

Bei sehr kleinen Welpen unter 1 kg Körpergewicht teilen manche Tierärzte die Impfung auf zwei Termine auf, nicht wegen der Verträglichkeit, sondern um die Injektionsmenge zu reduzieren.

Hunde mit bekannten Impfreaktionen in der Vorgeschichte können eine Prämedikation mit Antihistaminika erhalten oder die Impfstoffe gestaffelt bekommen.

Was passiert nach einer Simultanimpfung zu Hause?

Dein Hund sollte die ersten 24 Stunden ruhiger angehen, normales Gassigehen ja, ausgedehnte Wanderungen oder Hundesport nein.

Kontrolliere die Einstichstelle täglich: Eine münzgrosse, warme Schwellung ist normal und geht zurück. Wird sie grösser als ein 2-Euro-Stück oder bleibt sie länger als eine Woche bestehen, ruf den Tierarzt an.

Bei Appetitlosigkeit länger als 48 Stunden oder Fieber über 39,5 °C ist ein Praxisbesuch nötig. Die meisten Hunde sind aber schon am Tag nach der Impfung wieder völlig fit.