Sesamöl
Sesamöl ist ein aus Sesamsamen gewonnenes Pflanzenöl, das hauptsächlich Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) liefert und bei Hunden zur Fellpflege und Hautgesundheit eingesetzt wird.
Inhalt
Welche Wirkung hat Sesamöl bei Hunden?
Sesamöl liefert hauptsächlich Linolsäure – eine Omega-6-Fettsäure, die der Hund nicht selbst bilden kann. Bei einem Mangel wird das Fell stumpf und die Haut schuppt. Ein Esslöffel Sesamöl deckt etwa 70% des Tagesbedarfs eines 20-Kilo-Hundes an Linolsäure.
Das Öl enthält Sesamin und Sesamolin – zwei Lignane, die in Studien an Nagern entzündungshemmend wirkten. Ob diese Effekte beim Hund auftreten, ist nicht belegt. Meiner Einschätzung nach wirkt Sesamöl vor allem über die Fettsäureversorgung, nicht über exotische Wirkstoffe.
Ein Hund mit chronisch trockener Haut zeigt oft nach 2-3 Wochen regelmässiger Gabe eine Besserung. Das liegt daran, dass die Hautzellen neue Fettsäuren in ihre Zellmembranen einbauen – ein langsamer Prozess.
Wie dosiere ich Sesamöl richtig?
Die Faustregel: 0,5 ml pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Ein 10-Kilo-Hund bekommt also einen Teelöffel (5 ml), ein 30-Kilo-Hund eineinhalb Esslöffel (15 ml).
Überschreite diese Menge nicht. Sesamöl hat 900 Kalorien pro 100 ml – bei einem kleinen Hund macht das schnell 10% des Energiebedarfs aus. Zu viel Fett führt zu weichem Kot oder Durchfall.
Mische das Öl direkt unter das Futter. Pur mögen es die wenigsten Hunde – der nussige Geschmack ist intensiv.
Wann macht Sesamöl beim Hund Sinn?
Bei stumpfem Fell oder schuppiger Haut ist Sesamöl eine Option – aber nicht die einzige. Lachsöl liefert zusätzlich EPA und DHA, zwei Omega-3-Fettsäuren die entzündungshemmend wirken. Hanföl hat ein günstigeres Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis.
Sesamöl punktet durch seine Haltbarkeit: Es oxidiert langsamer als Lachsöl und muss nach dem Öffnen nicht gekühlt werden. Für Halter, die ungern Fischöl füttern, ist es eine pflanzliche Alternative.
Bei akuten Hautproblemen oder Allergien ersetzt Sesamöl keine tierärztliche Behandlung. Es kann begleitend helfen, löst aber nicht die Grundursache.
Welche Qualität sollte Sesamöl haben?
Kaltgepresst und ungefiltert ist die beste Wahl. Heiss gepresstes Sesamöl verliert einen Teil seiner Antioxidantien und kann bitter schmecken – viele Hunde verweigern es dann.
Bio-Siegel garantiert, dass keine Pestizide im Öl landen. Bei konventionellem Sesam werden oft Entlaubungsmittel vor der Ernte eingesetzt.
Nach dem Öffnen hält sich Sesamöl 6-8 Monate bei Raumtemperatur. Riecht es ranzig oder bitter, gehört es in den Müll. Verdorbenes Öl belastet die Leber deines Hundes.
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