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Prostata-Vergrößerung

3 Min Lesezeit
Prostata-Vergrößerung
Definition

Eine Prostata-Vergrößerung ist die altersbedingte Vergrößerung der Vorsteherdrüse bei Rüden.

Inhalt
  1. Was ist eine Prostata-Vergrösserung beim Rüden?
  2. Woran erkenne ich eine vergrösserte Prostata bei meinem Hund?
  3. Welche Rüden sind besonders gefährdet?
  4. Wie diagnostiziert der Tierarzt die Prostata-Vergrösserung?
  5. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
  6. Ist eine Prostata-Vergrösserung gefährlich?

Was ist eine Prostata-Vergrösserung beim Rüden?

Eine Prostata-Vergrösserung ist die altersbedingte Vergrösserung der Vorsteherdrüse bei Rüden. Die Prostata produziert einen Teil der Samenflüssigkeit und liegt direkt unterhalb der Blase. Ab dem fünften Lebensjahr betrifft diese gutartige Veränderung über 80 % aller nicht-kastrierten Rüden – bei manchen bleibt sie unbemerkt, bei anderen führt sie zu deutlichen Beschwerden.

Woran erkenne ich eine vergrösserte Prostata bei meinem Hund?

Das auffälligste Zeichen ist bandförmiger, abgeflachter Kot. Die vergrösserte Prostata drückt auf den Darm und verengt den Kotdurchgang. Du siehst möglicherweise auch gelblich-rötliche Tropfen am Penis deines Rüden, besonders morgens nach dem Aufstehen. Manche Hunde haben Schwierigkeiten beim Urinieren oder zeigen Schmerzen beim Hinsetzen.

Welche Rüden sind besonders gefährdet?

Das Risiko steigt mit dem Alter. Während bei zweijährigen Rüden nur mikroskopische Veränderungen auftreten, haben nahezu alle Rüden ab zehn Jahren eine vergrösserte Prostata. Besonders betroffen sind grosse Rassen wie Deutsche Schäferhunde oder Labradore. Stress durch läufige Hündinnen in der Nachbarschaft kann die Hormonproduktion zusätzlich ankurbeln und die Vergrösserung beschleunigen.

Wie diagnostiziert der Tierarzt die Prostata-Vergrösserung?

Der Tierarzt tastet die Prostata über den Enddarm ab – ein kurzer, aber aussagekräftiger Handgriff. Eine gesunde Prostata fühlt sich glatt und elastisch an, eine vergrösserte ist deutlich dicker und manchmal höckerig. Der Ultraschall zeigt dann das genaue Ausmass und deckt mögliche Zysten auf. Blut- und Urinuntersuchungen schliessen bakterielle Infektionen oder bösartige Veränderungen aus.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Kastration ist die wirksamste Lösung. Innerhalb von zwei bis drei Monaten schrumpft die Prostata auf etwa ein Viertel ihrer ursprünglichen Grösse. Möchtest du deinen Rüden züchten, stehen hormonelle Behandlungen mit Medikamenten wie Deslorelin-Implantaten zur Verfügung. Diese wirken wie eine temporäre chemische Kastration und können die Prostata für 6 bis 12 Monate verkleinern.

Ist eine Prostata-Vergrösserung gefährlich?

Meistens nicht – viele Rüden leben jahrelang beschwerdefrei damit. Gefährlich wird es, wenn sich Bakterien in der vergrösserten Prostata ansiedeln oder grosse Zysten entstehen. Dann kann es zu Fieber, Appetitlosigkeit und starken Schmerzen kommen. Bleiben diese Zustände unbehandelt, können sich Abszesse bilden, die lebensbedrohlich werden.

Wann muss ich sofort zum Tierarzt?

Suche sofort einen Tierarzt auf, wenn dein Rüde gar nicht mehr koten kann, Blut im Urin hat oder apathisch wird.

Hilft eine Futterumstellung bei Prostata-Problemen?

Nein, eine Prostata-Vergrösserung ist hormonell bedingt und lässt sich nicht über das Futter beeinflussen.

Können kastrierte Rüden auch Prostata-Probleme bekommen?

Extrem selten. Nach der Kastration schrumpft die Prostata so stark, dass Probleme praktisch ausgeschlossen sind.

Ist die Kastration bei älteren Rüden noch sinnvoll?

Ja, auch bei zehn Jahre alten Rüden verkleinert sich die Prostata nach der Kastration deutlich.

Kehrt die Vergrösserung nach hormoneller Behandlung zurück?

Ja, sobald die Hormonbehandlung endet, wächst die Prostata wieder auf ihre ursprüngliche Grösse an.