Progressive Retinaatrophie (PRA)
Progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine erbliche Augenerkrankung, die die Netzhaut des Hundes langsam zerstört und zur Blindheit führt.
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Was ist Progressive Retinaatrophie beim Hund?
Progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine erbliche Augenerkrankung, die die Netzhaut des Hundes langsam zerstört und zur Blindheit führt. Zuerst sterben die Sehzellen für schwaches Licht ab – der Hund wird nachtblind. Später verliert er auch das Tagessehen.
Welche Hunderassen erkranken häufig an PRA?
Bestimmte Rassen tragen ein hohes PRA-Risiko. Dazu gehören Irish Setter, Cocker Spaniel, Border Collie, Australian Cattle Dog, Pudel und Tibet Spaniel. Bei diesen Rassen solltest du bereits vor dem Kauf nach Gentestergebnissen der Elterntiere fragen.
Auch kleinere Rassen wie Dackel, Zwergpudel und Papillon können betroffen sein. Die jeweilige PRA-Form unterscheidet sich – manche Hunde erblinden bereits als Welpe, andere erst im Alter.
Wie erkenne ich die ersten Anzeichen von PRA?
Der Hund wird zunächst nachtblind. Du bemerkst das daran, dass er im Dunkeln gegen Möbel läuft oder sich bei Dämmerung unsicher bewegt. Tagsüber verhält er sich noch normal.
Weitere frühe Zeichen: Die Pupillen wirken grösser als üblich, die Augen reflektieren das Licht anders – oft grünlich statt der normalen Färbung. Manche Hunde werden vorsichtiger, bleiben öfter stehen oder folgen dir auf Schritt und Tritt.
Was kostet die Diagnose PRA?
Eine augenärztliche Untersuchung beim Tierspezialisten kostet zwischen 80 und 150 Euro. Die definitive Diagnose per Elektroretinographie (ERG) liegt bei 200 bis 400 Euro. Gentests kosten 50 bis 120 Euro pro untersuchtem PRA-Typ – viele Rassen haben mehrere mögliche Varianten.
Können Hunde mit PRA noch ein gutes Leben führen?
Blinde Hunde kommen überraschend gut zurecht. Sie orientieren sich über Geruch, Gehör und Berührung. Du hilfst deinem Hund, indem du Möbel nicht umstellst, Treppen absicherst und ihn an der Leine führst.
Viele betroffene Hunde spielen weiterhin, nur anders. Schnüffelspiele ersetzen das Ballspielen. Wichtiger als das Sehen ist für die meisten Hunde die Nähe zu ihren Menschen.
Kann PRA verhindert werden?
Durch Gentests vor der Zucht lässt sich PRA vermeiden. Verantwortliche Züchter testen ihre Zuchttiere und verpaaren keine zwei Träger miteinander. Ein Träger-Hund kann problemlos leben – er erkrankt selbst nicht, kann das Gen aber vererben.
Falls du einen Welpen kaufst: Lass dir die Gentestergebnisse beider Eltern zeigen. „Augenfrei“ nach Augenuntersuchung reicht nicht – viele PRA-Formen zeigen sich erst Jahre später.
Wann wird PRA normalerweise sichtbar?
Das hängt von der PRA-Form ab. Frühe Formen zeigen erste Symptome bereits mit 6-12 Monaten. Späte Formen beginnen erst mit 3-6 Jahren oder später.
Gibt es Behandlungsmöglichkeiten für PRA?
Nein. PRA ist nicht heilbar und lässt sich auch nicht aufhalten. Medikamente oder Operationen helfen nicht bei dieser genetischen Erkrankung.
Muss ein Hund mit PRA eingeschläfert werden?
Keinesfalls. Blindheit bedeutet für Hunde nicht das gleiche wie für Menschen. Die meisten blinden Hunde leben jahrelang glücklich weiter.
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