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Pflege im Alter

4 Min Lesezeit
Pflege im Alter
Inhalt
  1. So passt Du die tägliche Pflegeroutine an das Seniorenalter an
  2. FAQ: Fragen zur Altenpflege

Mit dem Älterwerden ändert sich die Pflegeroutine Deines Hundes. Sein Fell wird dünner, die Haut empfindlicher, die Zähne brüchig, der Magen sensibler, die Blase unsicherer. Das ist keine Nachlässigkeit Deines Hundes, sondern normale Altersveränderung. Wer weiss, wie er anpasst, macht die alltäglichen Stunden für seinen Seniorenhund komfortabler, und erhält ihm seine Würde. Kleine Handgriffe und bewusste Entscheidungen helfen dabei viel.

So passt Du die tägliche Pflegeroutine an das Seniorenalter an

Fellpflege für empfindlichere Haut

Das Fell alter Hunde wird dünner, die Haut trockener und sensibler. Ein alter Hund kann schneller überhitzen oder frieren. Bürste sanfter, Ziehen tut weh, wenn die Haut an der Muskulatur nicht mehr gut gepuffert ist. Lauwarme Bäder statt heissem Wasser schonen die Haut. Nutze milde, rückfettende Shampoos: pH-neutral, ohne Zusatzstoffe. Kurzhaarige Hunde benötigen im Sommer dünnere Deckchen, damit sie nicht überhitzen. Manche alten Hunde frieren nachts, halte beheizbare Decken oder Unterlagen bereit, besonders nach dem Baden oder bei Temperaturschwankungen.

Zahngesundheit und Zahnreinigung

Zahnprobleme verursachen Schmerzen beim Fressen, und Zahnfleischentzündungen können zu Infektionen führen, die innere Organe schädigen. Eine professionelle Zahnsteinentfernung ist narkosepflichtig, und ja, das Narkoserisiko steigt mit dem Alter. Moderne Protokolle haben dieses Risiko aber gesenkt, und zwei bis drei Kurznarkosen belasten weniger als eine einzige lange. Vor der Narkose sind Bluttests sinnvoll, um die Organfunktion zu prüfen. Danach reicht schonende Zahnhygiene: täglich sanft mit der Hundezahnbürste und Hundezahnpasta, ergänzt durch regelmässige Kontrollen beim Tierarzt. Zahnbehandlung im Alter ist nicht übertrieben, sie lindert Schmerzen und beugt Folgeschäden vor.

Ernährung und Gewichtsmanagement

Der Körper alter Hunde baut Muskulatur ab (Sarkopenie), benötigt aber gleichzeitig mehr Protein, um diesen Prozess zu bremsen. Bei Nierenerkrankung kehrt sich das scheinbar um: hochwertiges Protein, aber in geringerer Menge. Phosphor muss bei chronischer Nierenerkrankung reduziert werden, Salz bei Herzerkrankung. Manche älteren Hunde fressen weniger und werden trotzdem übergewichtig, durch mangelnde Aktivität und zu viele Leckerlis. Übergewicht beschleunigt Arthrose und Herzerkrankung. Regelmässige Gewichtskontrollen beim Tierarzt helfen, frühzeitig gegenzusteuern. Viele Senioren fressen lieber mehrere kleine Portionen statt einer grossen, und manchmal hilft es, das Futter leicht anzuwärmen, damit es besser schmeckt.

Augen und Ohren im Alter

Der Tränenfluss nimmt ab, und Hunde mit trockenen Augen entwickeln Hornhauttrübungen. Augentropfen (künstliche Träne) schaffen Abhilfe. Katarakt (grauer Star) tritt häufig auf, muss aber nicht zur Blindheit führen, ein Hund navigiert gut mit Gehör und Geruch, solange seine Umgebung verlässlich bleibt. Die Ohren sammeln im Alter mehr Wachsablagerungen. Sanfte wöchentliche Reinigung mit einem leicht angefeuchteten Tuch beugt Entzündungen vor. Hörverlust ist normal und lässt sich nicht behandeln, sprich etwas lauter und setze Gestik gezielter ein.

Inkontinenz und Harnprobleme

Altersbedingte Inkontinenz bei Hündinnen

Kastrierte Hündinnen mittleren und höheren Alters leiden häufig unter Harninkontinenz, nicht aus Böswilligkeit, sondern weil Hormonmangel und nachlassende Muskulatur den Verschlussapparat schwächen. Der Urin läuft nachts oder im Schlaf ab. Das lässt sich behandeln: Phenylpropanolamin stärkt die Sphinktermuskulatur und hilft in vielen Fällen. Östrogen-Ergänzung ist eine Alternative. Unterstützend wirken häufigere Pausen zum Urinieren (vier bis fünf Mal täglich statt zwei), Nachtwindeln für den Hund, waschbare Unterlagen und warme, trockene Liegeplätze. Übergewicht verschärft das Problem, Gewichtskontrolle hilft mit.

Kotinkontinenz und Darmträgheit

Manche alten Hunde verlieren die Kontrolle über den Stuhlgang, oft weil die Muskulatur geschwächt ist oder weil Schmerzen Bewegung einschränken. Obstipation (Verstopfung) kommt ebenfalls häufig vor, weniger Trinken, weniger Bewegung und nachlassende Darmbeweglichkeit spielen zusammen. Flohsamenschalen oder Leinsamen im Futter sorgen für sanfte Volumenbildung, ausreichend Trinken sollte sichergestellt sein, und regelmässige Bewegung, auch kurze, hilft. Manche Hunde benötigen gelegentlich mild abführende Mittel. Der Tierarzt kann die Blutmineralien prüfen, manchmal liegt eine Elektrolytverschiebung vor, die sich einfach korrigieren lässt.

Thermoregulation und Komfort

Alte Hunde regulieren ihre Körpertemperatur schlechter. Im Winter frieren sie schneller, im Sommer überhitzen sie rascher. Im Winter bieten sich dünne Decken für draussen und warme Schlafplätze ohne Zugluft an. Im Sommer sollte die Wohnung kühl bleiben, Pausen im Schatten sind wichtig, und Wasser sollte an mehreren Stellen stehen. Beobachte Deinen Hund: Zittern zeigt Kälte, exzessives Hecheln zeigt Überhitzung. Klimatisierte Autofahrten im Sommer sind ein Komfort, den der Seniorenhund verdient.

FAQ: Fragen zur Altenpflege

Muss ich einen alten Hund deshalb baden, wenn er nicht riecht?

Nein. Baden belastet alte Hunde unnötig. Mit lauwarmem Wasser nur dort waschen, wo es wirklich nötig ist (Hinterteil bei Inkontinenz). Trockenshampoo oder Flüssig-Trockenshampoo reicht oft aus. Der Komfort wiegt schwerer als die Hygiene.

Wie erkenne ich Zahnschmerzen?

Ein Hund mit Zahnschmerzen frisst langsamer oder bevorzugt weiche Nahrung, speichelt mehr, hält den Kopf beim Kauen schief oder wirkt appetitlos, obwohl er Hunger hätte. Manche Hunde kratzen sich übers Maul. Das sind Zeichen für einen Zahnarzt-Besuch.

Kann man Inkontinenz verhindern?

Nicht vollständig, aber Gewichtskontrolle und eine rechtzeitige Kastration im richtigen Alter reduzieren das Risiko. Mit Phenylpropanolamin können viele Hunde ein normales Leben führen.