Periostitis
Periostitis ist eine Entzündung der Knochenhaut – der dünnen Gewebeschicht, die jeden Knochen umhüllt.
Inhalt
- Wann entwickelt ein Hund eine Knochenhaut-Entzündung?
- Wie erkenne ich eine Knochenhaut-Entzündung bei meinem Hund?
- Was kann ich als Erste Hilfe tun?
- Wann muss ich zum Tierarzt?
- Wie wird die Diagnose gestellt?
- Welche Behandlung erwartet meinen Hund?
- Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
- Wie kann ich vorbeugen?
Periostitis ist eine Entzündung der Knochenhaut – der dünnen Gewebeschicht, die jeden Knochen umhüllt. Sie versorgt den Knochen mit Blut und Nährstoffen. Entzündet sie sich, entstehen oft starke Schmerzen, weil die Knochenhaut sehr nervenreich ist.
Wann entwickelt ein Hund eine Knochenhaut-Entzündung?
Die häufigste Ursache sind Traumata. Ein Hund springt unglücklich vom Sofa und stösst sich das Schienbein an der Tischkante. Oder er läuft beim Toben gegen einen Zaun. Solche Stösse können die Knochenhaut reizen, auch wenn kein Knochen bricht.
Bei Sporthunden treten häufig Überlastungsschäden auf. Ein Agility-Hund, der täglich über Hindernisse springt, belastet bestimmte Knochen immer wieder stark. Das kann zur chronischen Reizung führen.
Seltener sind bakterielle Infektionen der Auslöser. Sie entstehen meist durch tiefe Bisswunden oder offene Brüche, bei denen Bakterien bis zum Knochen vordringen.
Wie erkenne ich eine Knochenhaut-Entzündung bei meinem Hund?
Das Hauptsymptom ist Berührungsschmerz. Dein Hund zuckt zusammen, wenn du die betroffene Stelle anfasst. Oft siehst du auch eine Schwellung – der Bereich fühlt sich warm an und ist druckempfindlich.
Typisch ist die sogenannte „Aufsteh-Lahmheit“: Nach dem Liegen hinkt der Hund die ersten Schritte, dann wird es besser. Bei akuten Fällen hinkt er durchgehend.
Ein Hund mit Knochenhaut-Entzündung am Vorderbein wird das betroffene Bein entlasten – er steht schief und verlagert das Gewicht auf die anderen Beine.
Was kann ich als Erste Hilfe tun?
Kühle die betroffene Stelle sofort mit einem kalten, feuchten Tuch. Maximal 10 Minuten, dann Pause. Das lindert Schwellung und Schmerz.
Verhindere weitere Belastung. Kurze Spaziergänge nur zum Lösen, kein Toben oder Springen. Bei Verdacht auf eine Knochenhaut-Entzündung ist Ruhe der beste Freund der Heilung.
Gib keine menschlichen Schmerzmittel. Ibuprofen oder Paracetamol sind für Hunde toxisch.
Wann muss ich zum Tierarzt?
Sofort, wenn der Hund das Bein gar nicht mehr belastet oder wenn die Schwellung sehr ausgeprägt ist. Auch bei Fieber oder wenn der Hund apathisch wird.
Spätestens nach 24 Stunden solltest du einen Tierarzt aufsuchen, wenn die Lahmheit nicht besser wird. Was harmlos aussieht, kann sich verschlimmern.
Bei offenen Wunden in der Nähe des schmerzenden Bereichs ist sofortige Behandlung nötig – hier droht eine Knocheninfektion.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Der Tierarzt tastet systematisch den betroffenen Bereich ab und prüft, wo genau der Schmerz sitzt. Meist folgt eine Röntgenaufnahme – sie zeigt, ob der Knochen selbst betroffen ist oder „nur“ die Knochenhaut.
Bei Verdacht auf eine Infektion wird oft eine Blutuntersuchung durchgeführt. Erhöhte Entzündungswerte deuten auf bakterielle Beteiligung hin.
Welche Behandlung erwartet meinen Hund?
In den meisten Fällen erhält der Hund entzündungshemmende Schmerzmittel. Sie reduzieren sowohl den Schmerz als auch die Entzündung.
Hinzu kommt strikte Leinenpflicht für zwei bis vier Wochen. Bei schweren Fällen empfehlen manche Tierärzte sogar Käfigrest.
Physiotherapie kann in der Heilungsphase helfen. Vorsichtige Massage und später kontrollierte Bewegungsübungen bringen den Hund wieder in Form.
Bei bakteriellen Infektionen sind Antibiotika nötig. Die Behandlung dauert dann oft mehrere Wochen.
Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
Eine einfache Untersuchung mit Röntgen kostet etwa 80–150 Euro. Kommen Medikamente dazu, steigt der Betrag auf 150–250 Euro.
Bei komplizierten Fällen mit mehreren Untersuchungen und längerer Behandlung können 500–800 Euro zusammenkommen.
Wie kann ich vorbeugen?
Kontrolliere die Umgebung deines Hundes. Scharfe Kanten an Möbeln abpolstern, lose Zaunlatten reparieren. Besonders Welpen und sehr lebhafte Hunde verletzen sich oft an alltäglichen Gegenständen.
Bei Sporthunden gilt: Steigere das Training langsam. Ein Hund, der nur am Wochenende aktiv ist, sollte nicht plötzlich stundenlang wandern.
Halte das Gewicht deines Hundes im Normalbereich. Übergewicht belastet Knochen und Gelenke unnötig.
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