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Passive Krankengymnastik

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Passive Krankengymnastik
Definition

Passive Krankengymnastik ist eine physiotherapeutische Behandlung, bei der ein ausgebildeter Therapeut die Gliedmaßen und Gelenke des Hundes bewegt, ohne dass das Tier selbst aktiv mitarbeitet.

Inhalt
  1. Wann kommt passive Krankengymnastik zum Einsatz?
  2. Welche Techniken werden angewandt?
  3. Was kostet eine Behandlung und wie findest du einen Therapeuten?
  4. Grenzen und mögliche Risiken

Passive Krankengymnastik ist eine physiotherapeutische Behandlung, bei der ein ausgebildeter Therapeut die Gliedmaßen und Gelenke des Hundes bewegt, ohne dass das Tier selbst aktiv mitarbeitet.

Diese Methode unterscheidet sich grundlegend von aktiver Physiotherapie. Während dein Hund bei aktiven Übungen selbst läuft oder Bewegungen ausführt, übernimmt bei der passiven Variante der Therapeut alle Bewegungen. Das macht sie besonders wertvoll, wenn der Hund aufgrund von Schmerzen oder neurologischen Problemen nicht selbstständig trainieren kann.

Wann kommt passive Krankengymnastik zum Einsatz?

Die Therapie wird hauptsächlich in drei Situationen angewandt: direkt nach Operationen, bei chronischen Gelenkerkrankungen und neurologischen Ausfällen.

Nach einer Kreuzbandriss-OP beispielsweise darf das operierte Bein oft wochenlang nicht belastet werden. Ohne Bewegung würde das Gelenk versteifen und die Muskulatur schwinden. Hier erhält passive Bewegung die Gelenkfunktion, bis aktives Training wieder möglich ist.

Bei Arthritis oder Spondylose können schmerzhafte Schübe das aktive Training unmöglich machen. Passive Bewegungen halten die Gelenke beweglich, ohne zusätzlichen Schmerz zu verursachen. Das ist besonders bei älteren Hunden mit fortgeschrittener Arthrose relevant.

Neurologische Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle oder Schlaganfälle können die Bewegungskontrolle beeinträchtigen. Passive Mobilisation verhindert Kontrakturen und kann die Regeneration der Nervenbahnen unterstützen.

Welche Techniken werden angewandt?

Der Therapeut führt jedes Gelenk langsam durch seinen natürlichen Bewegungsradius. Bei einem Ellbogengelenk bedeutet das beispielsweise Beugung von etwa 30 bis 160 Grad, bei der Hüfte Streckung und Beugung sowie seitliche Bewegungen.

Passive Dehnungen zielen auf verkürzte Muskeln und Sehnen ab. Ein typisches Beispiel ist die Dehnung der Achillessehne bei Hunden, die lange immobilisiert waren. Der Therapeut hält dabei den Unterschenkel und beugt die Pfote nach oben, bis ein Widerstand spürbar wird.

Gelenktraktion löst Spannungen in der Gelenkkapsel. Dabei wird das Gelenk vorsichtig auseinandergezogen, was bei Arthrose-Schmerzen oft sofort Erleichterung bringt.

Was kostet eine Behandlung und wie findest du einen Therapeuten?

Eine Einzelsitzung kostet zwischen 60 und 120 Euro, abhängig von Region und Praxisausstattung. Die meisten Behandlungszyklen umfassen 6-10 Termine über 3-6 Wochen.

Achte bei der Therapeutensuche auf eine Zertifizierung in Tierphysiotherapie. Seriöse Anbieter haben eine mehrjährige Ausbildung absolviert und können dir ihre Qualifikationen nachweisen. Viele Tierärzte können qualifizierte Therapeuten in deiner Nähe empfehlen.

Die Kosten werden von Tierkrankenversicherungen oft übernommen, wenn die Behandlung tierärztlich verordnet wurde. Frage vorher bei deiner Versicherung nach.

Grenzen und mögliche Risiken

Passive Krankengymnastik ersetzt keine operative Behandlung bei schweren Gelenkschäden. Bei akuten Entzündungen oder frischen Verletzungen kann sie sogar schädlich sein.

Unsachgemäß durchgeführte passive Bewegungen können Gewebe verletzen oder Schmerzen verstärken. Deshalb solltest du niemals selbst versuchen, die Techniken zu Hause nachzumachen. Die Anatomie des Hundes unterscheidet sich erheblich vom Menschen – was bei uns hilft, kann beim Hund Schaden anrichten.

Ein qualifizierter Therapeut erkennt, wann die Behandlung gestoppt werden muss, und passt die Intensität an den aktuellen Zustand deines Hundes an.