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Ohrenspiegelung

3 Min Lesezeit
Ohrenspiegelung
Inhalt
  1. Was ist eine Ohrenspiegelung (Otoskopie) bei Tieren?
  2. Wie wird eine Ohrenspiegelung (Otoskopie) bei Tieren durchgeführt?
  3. Wann wird eine Ohrenspiegelung (Otoskopie) bei Tieren angewandt?
  4. Welche Risiken birgt eine Ohrenspiegelung (Otoskopie) bei Tieren?

Was ist eine Ohrenspiegelung (Otoskopie) bei Tieren?

Bei der Ohrenspiegelung – medizinisch Otoskopie genannt – schaut der Tierarzt direkt in den Gehörgang des Tieres und beurteilt, wie es dort aussieht: Ist das Trommelfell intakt? Gibt es Ablagerungen, Rötungen oder gar Fremdkörper? Dafür kommt ein Otoskop zum Einsatz, ein trichterförmiges Instrument mit eingebauter Lichtquelle und Vergrößerungsoptik. Was tiefer liegt – also Strukturen hinter dem Trommelfell – lässt sich damit nicht mehr beurteilen; dafür braucht es dann ergänzende Bildgebung wie Röntgen.

Wie wird eine Ohrenspiegelung (Otoskopie) bei Tieren durchgeführt?

  1. Positionierung und Fixierung:
    • Hunde und Katzen werden sitzend oder in Bauchlage gehalten – meist braucht es dafür eine zweite Person, die das Tier ruhig und sicher festhält. Pferde hingegen werden im Stand untersucht, da eine Fixierung auf dem Boden bei Grosstieren schlicht nicht praktikabel wäre.
  2. Einführung des Otoskops:
    • Die Ohrmuschel wird vorsichtig schräg nach oben und aussen gezogen, damit sich der Gehörgang etwas öffnet. Begonnen wird stets mit dem weniger schmerzhaften Ohr – das ist keine Kleinigkeit, denn so bleibt das Tier ruhiger, wenn es dann ans betroffene Ohr geht.
  3. Lichtquelle:
    • Das Licht wird erst angeschaltet, wenn das Otoskop bereits im Gehörgang sitzt. Der Grund: Parasiten wie Ohrmilben reagieren auf Licht und würden sich sonst tiefer zurückziehen – was die Diagnose erschwert.
  4. Untersuchung:
    • Nun wird der gesamte Gehörgang systematisch abgecheckt: Ist er durchgängig? Gibt es Hautveränderungen, offene Stellen, Schwellungen, Fremdkörper oder Parasiten? Falls sich Flüssigkeit im Gehörgang findet, wird eine Probe entnommen und weiter untersucht.
  5. Reinigung des Gehörgangs:
    • Manchmal ist der Gehörgang so verschmutzt, dass erst gereinigt werden muss, bevor man überhaupt etwas sehen kann. Dabei ist äusserste Vorsicht geboten – das Trommelfell ist empfindlich und darf keinesfalls verletzt werden.

Wann wird eine Ohrenspiegelung (Otoskopie) bei Tieren angewandt?

Kurz gesagt: immer dann, wenn ein Tier Ohrprobleme hat. Die häufigsten Anlässe in der Praxis sind:

  • Fremdkörper: Vor allem Hunde mit Stehohren – etwa Schäferhunde – schleppen sich beim Toben durch Gebüsch gerne mal eine Grannenähre oder andere Pflanzensamen ins Ohr.
  • Entzündungen: Hängeohrige Rassen wie Cockerspaniel sind besonders anfällig für Gehörgangsentzündungen, weil die schlechte Belüftung unter der Ohrmuschel ein feuchtes Milieu begünstigt.
  • Parasitenbefall: Bei Verdacht auf Ohrmilben – erkennbar etwa an krümelartigen, dunkelbraunen Ablagerungen und heftigem Kratzen.
  • Gewebeveränderungen: Wenn Tumore oder andere Veränderungen im Ohr vermutet werden, liefert die Otoskopie oft den ersten Hinweis.
  • Verstopfungen: Übermässige Ohrenschmalzansammlungen oder andere Ablagerungen können den Gehörgang verengen und müssen abgeklärt werden.

Welche Risiken birgt eine Ohrenspiegelung (Otoskopie) bei Tieren?

Grundsätzlich ist die Otoskopie eine sehr schonende Untersuchung. Bei Tieren mit starken Ohrenschmerzen kann sie jedoch unangenehm sein – in solchen Fällen wird manchmal ein Beruhigungs- oder Betäubungsmittel eingesetzt. Nebenwirkungen dabei sind selten, aber möglich.

Weitere mögliche Komplikationen:

  • Verletzungen des Trommelfells: Beim Entfernen von Krusten oder eingetrocknetem Ausfluss muss mit grösster Sorgfalt vorgegangen werden – das Trommelfell ist dünn und verletzbar.
  • Stress und Unruhe: Ängstliche oder schmerzgeplagte Tiere können während der Untersuchung unruhig werden. Beruhigende Massnahmen – oder wenn nötig ein Medikament – helfen, die Situation zu entschärfen.

In erfahrenen Händen sind ernsthafte Zwischenfälle bei der Ohrenspiegelung ausgesprochen selten. Wer regelmässig mit Tieren arbeitet, weiss: Eine ruhige Hand und ein geduldiger Umgang mit dem Tier machen hier den grössten Unterschied.