Monogen
Inhalt
Der Begriff monogen beschreibt eine Form der Vererbung, bei der ein einzelnes Gen für ein bestimmtes Merkmal oder eine Erkrankung verantwortlich ist. Im Gegensatz dazu stehen polygenetische Merkmale, bei denen mehrere Gene zusammenspielen.
Wie funktioniert monogene Vererbung?
Monogene Vererbung folgt meist dem Mendelschen Erbgang, der sich in dominant oder rezessiv unterteilen lässt:
- Dominant: Schon eine Genkopie reicht aus, damit das Merkmal sichtbar wird.
- Rezessiv: Das Merkmal tritt nur auf, wenn beide Genkopien betroffen sind (homozygot).
Ein Trägertier (heterozygot) kann gesunde Nachkommen haben, aber dennoch die Veranlagung weitervererben.
Beispiele für monogene Merkmale beim Hund
Viele genetisch bedingte Erkrankungen beim Hund beruhen auf monogener Vererbung:
- PRA (Progressive Retinaatrophie): Erbkrankheit des Auges, meist rezessiv vererbt
- Degenerative Myelopathie: Nervenkrankheit bei älteren Hunden, autosomal-rezessiv
- MDR1-Defekt: Arzneimittelunverträglichkeit, häufig bei Collies, dominant-rezessiv
Bedeutung für die Hundezucht
Monogene Defekte lassen sich gezielt testen und vermeiden. Durch Gentests können Züchter feststellen, ob ein Hund:
- frei (keine Mutation)
- Träger (eine betroffene Genkopie)
- betroffen (zwei betroffene Genkopies)
Eine verantwortungsvolle Zucht kombiniert Hunde so, dass keine erkrankten Nachkommen entstehen – etwa durch die Paarung „frei × Träger“.
Unterschied zu polygenen Merkmalen
Während monogene Merkmale klar vorhersehbar sind, ist dies bei polygenen Merkmalen kaum möglich. Eigenschaften wie Grösse, Wesen oder Hüftdysplasie hängen von vielen Genen ab und lassen sich nicht mit einem einzigen Test abklären.
Vorteile monogener Gentests
Monogene Erbgänge ermöglichen gezielte Gesundheitsvorsorge in der Hundezucht. Durch moderne DNA-Tests lassen sich viele Erbkrankheiten frühzeitig erkennen und vermeiden.
Häufige Fragen zu monogener Vererbung
Was ist der Vorteil monogener Tests?
Sie liefern eindeutige Ergebnisse – oft schon im Welpenalter –, mit denen man züchterisch verantwortungsvoll planen kann.
Können auch Mischlinge monogene Erkrankungen haben?
Ja. Die Genmutation kann auch in Mischlingen auftreten, insbesondere wenn eine betroffene Rasse beteiligt ist.
Wie finde ich heraus, ob mein Hund betroffen ist?
Durch einen Gentest. Viele Labore bieten Speichel- oder Bluttests für häufige monogene Erkrankungen an.
Sind alle Erbkrankheiten monogen?
Nein. Viele Krankheiten und Merkmale sind polygen (mehrere Gene) oder multifaktoriell (Gene + Umwelt).
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