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Microsporum canis

2 Min Lesezeit
Microsporum canis
Inhalt
  1. Taxonomie
  2. Vorkommen
  3. Übertragung
  4. Symptome bei Tieren
  5. Symptome beim Menschen
  6. Diagnose
  7. Behandlung
  8. Vorbeugung

Microsporum canis ist ein Dermatophyt – also ein sogenannter Fadenpilz –, der bei Hunden und Katzen Hautpilzinfektionen auslöst. Er gilt als einer der häufigsten Verursacher ringförmiger Hautveränderungen (Dermatophytosen) bei Haustieren und lässt sich auch auf Menschen übertragen (Zoonose).

Taxonomie

  • Reich: Pilze (Fungi)
  • Abteilung: Ascomycota
  • Klasse: Eurotiomycetes
  • Ordnung: Onygenales
  • Familie: Arthrodermataceae
  • Gattung: Microsporum
  • Art: Microsporum canis

Vorkommen

Microsporum canis ist weltweit anzutreffen. Hauptwirte sind Hauskatzen und Hunde – besonders junge oder immungeschwächte Tiere tragen den Pilz häufig. Menschen können sich durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder über kontaminierte Gegenstände anstecken. Der Pilz siedelt sich bevorzugt auf keratinhaltigen Strukturen an: Haut, Haare und Krallen bieten ihm ideale Bedingungen.

Übertragung

Die Ansteckung läuft über infektiöse Pilzsporen, die in Hautschuppen oder Haaren stecken. Besonders tückisch: Diese Sporen überleben wochen- bis monatelang in der Umgebung. Typische Übertragungswege sind:

  • Direkter Kontakt mit infizierten Tieren
  • Indirekter Kontakt über Bürsten, Decken, Körbe oder Möbel
  • Übertragung auf den Menschen (Zoonose)

Symptome bei Tieren

Eine Infektion mit Microsporum canis zeigt sich oft durch:

  • Kreisrunde, kahle Stellen im Fell
  • Schuppige, entzündete oder verkrustete Haut
  • Juckreiz, der von kaum wahrnehmbar bis ausgeprägt reichen kann
  • Stumpfes oder abgebrochenes Fell

Gerade bei Katzen verläuft die Infektion oft ohne sichtbare Beschwerden – sie fungieren dann als stille Überträger, ohne selbst krank zu wirken.

Symptome beim Menschen

Beim Menschen ruft Microsporum canis ringförmige, gerötete Hautveränderungen hervor, medizinisch als Tinea corporis bezeichnet. Typisch sind Juckreiz, Schuppung und eine langsam fortschreitende Ausbreitung der Hautläsionen. Besonders anfällig sind Kinder sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Diagnose

Für die Diagnose stehen mehrere Methoden zur Verfügung:

  • Wood-Lampe: Unter UV-Licht leuchten befallene Haare oft grünlich auf – ein erster, schneller Hinweis in der Praxis.
  • Mikroskopische Untersuchung: Haut- oder Haarproben lassen sich direkt unter dem Mikroskop auf Pilzstrukturen prüfen.
  • Pilzkultur: Im Labor wird der Erreger angezüchtet, um die Art sicher zu bestimmen.
  • Molekulare Methoden: PCR-Verfahren liefern eine schnelle und präzise Identifikation.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach Schweregrad und Tierart:

  • Topische Behandlung: Shampoos, Salben oder Sprays mit Antimykotika
  • Systemische Behandlung: Tabletten wie Itraconazol oder Griseofulvin bei starkem oder generalisiertem Befall
  • Umgebungsdesinfektion: Decken, Bürsten und Liegeplätze gründlich reinigen – da Sporen lange überleben können, ist dieser Schritt entscheidend und wird in der Praxis leider oft unterschätzt

Vorbeugung

  • Regelmässige Fell- und Hautkontrolle, besonders bei Katzen und Hunden aus dem Tierschutz
  • Quarantäne und tierärztliche Untersuchung neuer Tiere im Haushalt
  • Sorgfältige Hygiene im Umgang mit infizierten Tieren