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Mariendistelöl

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Mariendistelöl Bild: Wikimedia Commons – Mariendistelöl.jpg von Benreis · CC-BY-SA 4.0
Definition

Mariendistelöl ist ein aus Mariendistelsamen gewonnenes Pflanzenöl, das bei Hunden ergänzend gegeben wird, wenn die Leber belastet ist. Ein Nutzen des Öls ist nicht belegt; der Wirkstoff Silymarin steckt darin in wechselnder Menge.

Inhalt
  1. Wie wirkt Mariendistelöl bei Hunden?
  2. Wann benötigt mein Hund Mariendistelöl?
  3. Wie dosiere ich Mariendistelöl richtig?

Wie wirkt Mariendistelöl bei Hunden?

Mariendistelöl enthält Silymarin in wechselnder, oft geringer Menge. In Laborversuchen stabilisiert Silymarin die Zellmembranen der Leber und fängt Giftstoffe ab. Ob das Öl bei erhöhten Leberwerten, etwa nach einer Narkose oder längerer Antibiotika-Gabe, die Regeneration unterstützt, ist nicht belegt.

Im Labor hemmt Silymarin ausserdem Entzündungsbotenstoffe. Ob das einem Hund mit chronischer Hepatitis spürbar hilft, ist kaum untersucht, die tierärztliche Behandlung ersetzt Mariendistel nicht.

Wann benötigt mein Hund Mariendistelöl?

Das Öl kommt hauptsächlich nach belastenden Medikamenten zum Einsatz. Hunde, die Antibiotika, Antiepileptika oder Schmerzmittel über Wochen erhalten haben, zeigen häufig erhöhte Leberwerte. Ob Mariendistelöl die Erholung beschleunigt, ist beim Hund nicht belegt.

Auch bei Hunden mit diagnostizierten Leberproblemen verwenden Tierärzte Mariendistel begleitend. Ein Golden Retriever mit Kupferspeicherkrankheit profitiert anders als ein Yorkie mit medikamentenbedingter Leberschädigung, die Grunderkrankung bestimmt den Einsatz.

Präventiv bei gesunden Hunden macht Mariendistelöl keinen Sinn. Die Leber eines gesunden Hundes entgiftet von allein.

Wie dosiere ich Mariendistelöl richtig?

Eine allgemeine Formel trägt hier nicht: Der Silymarin-Gehalt schwankt je nach Öl erheblich, Milliliter Öl und Milligramm Wirkstoff sind also nicht dasselbe. Die passende Dosierung legt deshalb die Tierarztpraxis fest, die Gewicht, Leberbefund und weitere Medikamente kennt.

Mische das Öl direkt ins Futter. Mariendistel wirkt fettlöslich, ohne Nahrung wird weniger aufgenommen. Gib es am besten zur Hauptmahlzeit und verteile die Tagesmenge nicht auf mehrere Portionen.

Ob eingeschlichen und später gesteigert wird, entscheidet die Tierarztpraxis, sie sieht, wie der Hund anspricht. Kurweise über 4-6 Wochen ist meist ausreichend.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Durchfall tritt bei etwa 5% der Hunde in den ersten Tagen auf, meist durch die ölige Konsistenz. Sprich in dem Fall mit der Tierarztpraxis, bevor du an der Menge etwas änderst.

Hunde mit bekannten Korbblütler-Allergien (Kamille, Löwenzahn) können auch auf Mariendistel reagieren. Zeichen sind Juckreiz oder Hautausschlag innerhalb von 2-3 Stunden nach der ersten Gabe.

Bei gleichzeitiger Gabe von Diabetes-Medikamenten kann Mariendistel den Blutzucker senken. Lass in diesem Fall die Werte häufiger kontrollieren.