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Lungenwürmer

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Definition

Lungenwürmer sind fadenförmige Parasiten, die in den Atemwegen, den Lungengefässen oder im Herzen von Hunden leben; in Europa sind drei Arten relevant: Angiostrongylus vasorum, Crenosoma vulpis und Capillaria aerophila.

Inhalt
  1. Wie steckt sich dein Hund mit Lungenwürmern an?
  2. Woran erkennst du einen Lungenwurmbefall?
  3. Wie wird ein Lungenwurmbefall diagnostiziert?
  4. Wie werden Lungenwürmer behandelt?
  5. Kannst du deinen Hund vor Lungenwürmern schützen?
  6. Sind Lungenwürmer auf Menschen übertragbar?

Lungenwürmer sind fadenförmige Parasiten, die in den Atemwegen, den Lungengefässen oder im Herzen von Hunden leben. In Europa spielen drei Arten eine Rolle: der Französische Herzwurm (Angiostrongylus vasorum), der Fuchslungenwurm (Crenosoma vulpis) und der Lungenhaarwurm (Capillaria aerophila).

Die ersten beiden werden etwa einen halben bis zweieinhalb Zentimeter lang, der Lungenhaarwurm bis etwa vier Zentimeter. Alle drei kommen in ganz Europa vor, nicht nur in südlichen Reiseländern. Der Französische Herzwurm ist der gefährlichste der drei: Er stört die Blutgerinnung und kann unbehandelt tödlich verlaufen.

Nicht verwechseln: Der Französische Herzwurm hat mit dem Herzwurm Dirofilaria immitis nichts zu tun. Dirofilaria überträgt eine Mücke, und er kommt vor allem in Südeuropa vor. Angiostrongylus vasorum holt sich dein Hund vor der Haustür, über Schnecken.

Wie steckt sich dein Hund mit Lungenwürmern an?

Zwischenwirte sind Nackt- und Gehäuseschnecken. Dein Hund muss dafür keine Schnecke fressen: Die Larven verlassen den Zwischenwirt und finden sich auch im Schleim auf Gras, in Pfützen und in stehenden Gewässern. Ein Kauknochen, der über Nacht im Garten lag, reicht.

Für den Lungenhaarwurm gilt ein anderer Weg. Er wird über den Kot infizierter Tiere und über Regenwürmer aufgenommen, die Eier tragen.

Nach der Aufnahme dauert es, bis ein Befall überhaupt nachweisbar wird. Diese Vorlaufzeit heisst Präpatenz und unterscheidet sich je Art:

  • Angiostrongylus vasorum: etwa sechs bis acht Wochen
  • Crenosoma vulpis: etwa drei Wochen
  • Capillaria aerophila: etwa vier bis sechs Wochen

In dieser Zeit ist der Hund bereits infiziert, die Kotprobe bleibt aber negativ.

Woran erkennst du einen Lungenwurmbefall?

Chronischer Husten ist das häufigste Anzeichen. Er hält über Wochen an und wird nach Belastung schlimmer, weshalb viele Halter zuerst an eine hartnäckige Erkältung denken. Husten, der länger als zwei Wochen anhält, gehört abgeklärt, auch ohne weitere Symptome.

Dazu kommen Atemnot, schnelle Erschöpfung, Abmagerung trotz normaler Futteraufnahme und Fieber.

Beim Französischen Herzwurm kommt eine zweite Gruppe von Zeichen dazu, weil er die Blutgerinnung stört:

  • Nasenbluten
  • Blutergüsse ohne erkennbaren Stoss
  • Blasse Schleimhäute durch Blutarmut
  • Wunden, die ungewöhnlich lange bluten
  • Krampfanfälle

Diese Zeichen gehören am selben Tag in die Praxis, nicht in die Sprechstunde übermorgen. Angiostrongylus vasorum kann zusätzlich Lungenhochdruck auslösen.

Wie wird ein Lungenwurmbefall diagnostiziert?

Die Kotuntersuchung ist der Standard. Sie braucht mindestens 10 Gramm möglichst frischen Kot und weist beim Französischen Herzwurm und beim Fuchslungenwurm Larven nach, beim Lungenhaarwurm Eier.

Ein einzelnes negatives Ergebnis schliesst einen Befall nicht aus. Die Larven werden unregelmässig ausgeschieden, deshalb wird Kot von drei aufeinanderfolgenden Tagen gesammelt und die Untersuchung bei weiterem Verdacht wiederholt.

Zwei Verfahren ergänzen die Kotprobe. Ein Antigen-Schnelltest aus Serum oder Plasma zeigt einen Befall mit Angiostrongylus vasorum an, aber nur mit dieser Art. Auch er übersieht rund jeden siebten Fall, ein negatives Ergebnis entlastet also nicht allein. Eine PCR weist Erbgut von Angiostrongylus vasorum und Crenosoma vulpis aus Kot, Bronchialsekret oder Blut nach.

Röntgenbilder zeigen Veränderungen an Lunge und Herz. Sie beweisen den Wurm nicht, ordnen aber ein, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.

Wie werden Lungenwürmer behandelt?

Die Behandlung gehört in tierärztliche Hand. Die wirksamen Mittel sind verschreibungspflichtig, und bei starkem Befall wird zuerst entschieden, ob dein Hund vor der Entwurmung stabilisiert werden muss.

Behandelt wird mit makrozyklischen Laktonen, in der Regel Moxidectin oder Milbemycinoxim. Gegen den Lungenhaarwurm wirkt von beiden nur Moxidectin.

Früher wurde meist Fenbendazol über mehrere Wochen gegeben. Es wirkt weiterhin, gilt aber nicht mehr als Mittel der Wahl und ist für diesen Zweck nicht zugelassen. Verordnet deine Praxis es trotzdem, hat das einen Grund im Einzelfall.

Bei schwerem Befall reicht das Entwurmungsmittel allein nicht. Dann kommen je nach Zustand Sauerstoff, Infusionen und entzündungshemmende Medikamente dazu, bei starkem Blutverlust auch Bluttransfusionen.

Nach der Behandlung braucht der Hund mindestens zwei bis drei Tage Ruhe. Absterbende Würmer belasten Lunge und Kreislauf zusätzlich, gerade beim Französischen Herzwurm.

Kannst du deinen Hund vor Lungenwürmern schützen?

Schnecken aus dem Garten zu sammeln, Wassernäpfe nachts hereinzuholen und den Hund von Pfützen fernzuhalten senkt das Risiko. Es ersetzt die Vorsorge aber nicht, denn die Larven sitzen auch im Schleim auf dem Gras.

Für Hunde, die Schnecken oder Gras fressen, empfiehlt ESCCAP vier bis zwölf Entwurmungen pro Jahr oder Kotuntersuchungen in denselben Abständen. Besteht ein konkretes Risiko für den Französischen Herzwurm, kann eine vorbeugende monatliche Behandlung angezeigt sein.

Welches Intervall für deinen Hund passt, hängt davon ab, was er draussen aufnimmt und wo ihr unterwegs seid. Das gehört in die Praxis und nicht in eine Pauschalempfehlung.

Sind Lungenwürmer auf Menschen übertragbar?

Der Französische Herzwurm und der Fuchslungenwurm sind für Menschen ungefährlich. Nur der Lungenhaarwurm Capillaria aerophila löst in seltenen Fällen Infektionen beim Menschen aus.

Katzen haben ihren eigenen Lungenwurm: Aelurostrongylus abstrusus ist bei ihnen mit Abstand der häufigste, der Lungenhaarwurm kommt ebenfalls vor. Der Französische Herzwurm und der Fuchslungenwurm spielen bei Katzen dagegen kaum eine Rolle.