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Lumbalpunktion

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Lumbalpunktion
Definition

Die Lumbalpunktion ist die Entnahme von Nervenwasser (Liquor cerebrospinalis) aus dem Rückenmarkskanal zur Diagnose von Erkrankungen des zentralen Nervensystems beim Hund.

Inhalt
  1. Wann ist eine Lumbalpunktion notwendig?
  2. Wie läuft die Punktion ab?
  3. Was zeigt die Laboranalyse?
  4. Welche Risiken bestehen?
  5. Wo wird die Untersuchung durchgeführt?

Die Lumbalpunktion ist die Entnahme von Nervenwasser (Liquor cerebrospinalis) aus dem Rückenmarkskanal zur Diagnose von Erkrankungen des zentralen Nervensystems beim Hund.

Wann ist eine Lumbalpunktion notwendig?

Eine Lumbalpunktion wird durchgeführt, wenn neurologische Symptome auf eine Erkrankung von Gehirn oder Rückenmark hindeuten. Ein Hund mit plötzlichen Krampfanfällen ab dem dritten Lebensjahr benötigt diese Untersuchung ebenso wie ein Tier mit hochgradigem Nackenschmerz und Fieber.

Konkret wird punktiert bei:

  • Steroid-responsive Meningitis-Arteritis (SRMA): Junge Hunde mit extremen Nackenschmerzen
  • Infektionen: Verdacht auf Staupe, Toxoplasmose oder bakterielle Hirnhautentzündung
  • Hirntumoren: Wenn MRT-Befunde durch Liquoranalyse bestätigt werden müssen
  • Epilepsie unklarer Ursache: Bei Hunden über drei Jahren mit neu auftretenden Anfällen

Wie läuft die Punktion ab?

Die Punktion erfolgt ausschliesslich in Vollnarkose. Der Hund liegt in Seitenlage, die Wirbelsäule wird maximal gebeugt. Die Punktionsstelle zwischen L5-L6 oder L6-L7 wird steril abgedeckt.

Eine spezielle Kanüle wird millimetergenau in den Subarachnoidalraum vorgeschoben – der Raum, in dem das Nervenwasser zirkuliert. Normalerweise werden 1-3 ml Liquor entnommen, abhängig von der Körpergröße des Hundes.

Alternativ punktieren erfahrene Neurologen am Hinterhauptsloch. Diese Technik ist technisch anspruchsvoller, aber bei bestimmten Fragestellungen präziser.

Was zeigt die Laboranalyse?

Normaler Hundeliquor ist klar wie Wasser und enthält weniger als 5 Zellen pro Mikroliter. Bei einer bakteriellen Meningitis steigt die Zellzahl auf über 1000 Zellen/μl – überwiegend neutrophile Granulozyten.

Analysiert werden:

  • Zellzahl und Zelltyp: Erhöhte Lymphozyten deuten auf virale Infektionen hin
  • Proteingehalt: Normal unter 30 mg/dl, bei Entzündungen oft über 100 mg/dl
  • Glukosegehalt: Sollte etwa 70% des Blutzuckers betragen
  • Erregernachweis: PCR für Viren, Kulturen für Bakterien

Welche Risiken bestehen?

Bei erhöhtem Hirndruck kann die Punktion gefährlich werden. Deshalb wird vorher meist ein MRT gemacht. Das Risiko einer traumatischen Punktion – Blut im Liquor durch die Kanüle selbst – liegt bei etwa 10-15%.

Schwere Komplikationen sind selten, aber möglich: Verschlechterung neurologischer Symptome oder Infektion der Punktionsstelle. Leichte Schmerzen an der Einstichstelle sind normal und verschwinden binnen 24 Stunden.

Wo wird die Untersuchung durchgeführt?

Nur spezialisierte Tierkliniken oder Universitäten führen Lumbalpunktionen durch. Die Technik erfordert neurologische Expertise und sterile Bedingungen. Eine fehlerhafte Punktion kann mehr schaden als nutzen.

Die Kombination aus Bildgebung und Liquoranalyse liefert oft die entscheidenden Informationen für Diagnose und Therapieplanung. Bei SRMA beispielsweise normalisiert sich der pathologische Liquorbefund unter Kortisontherapie – ein wichtiger Verlaufsparameter.