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Liquoruntersuchung

2 Min Lesezeit
Liquoruntersuchung
Inhalt
  1. Was ist eine Liquoruntersuchung bei Tieren?
  2. Wie wird eine Liquoruntersuchung bei Tieren durchgeführt?
  3. Wann wird eine Liquoruntersuchung bei Tieren angewandt?
  4. Welche Risiken birgt eine Liquoruntersuchung bei Tieren?

Was ist eine Liquoruntersuchung bei Tieren?

Die Liquoruntersuchung ist ein diagnostisches Verfahren zur Feststellung von Erkrankungen oder Schädigungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) bei Tieren. Dabei wird Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) entnommen und auf krankhafte Veränderungen untersucht. Das Verfahren erlaubt die Diagnose von Entzündungen, Infektionen, Tumoren und weiteren neurologischen Erkrankungen.

Wie wird eine Liquoruntersuchung bei Tieren durchgeführt?

  1. Vorbereitung und Narkose:
    • Bei Kleintieren (Hunde, Katzen) erfolgt die Entnahme in Vollnarkose.
    • Grosstiere (Pferde, Wiederkäuer) erhalten in der Regel eine örtliche Betäubung und ein Beruhigungsmittel. Vollnarkose kann ebenfalls angewendet werden, besonders bei der Entnahme zwischen Schädel und oberen Halswirbel.
  2. Liquorentnahme:
    • Kleintiere: Eine Spinalnadel wird am Übergang zwischen dem Hinterhauptbein und dem oberen Halswirbel in den Spinalkanal eingeführt, um den Liquor zu entnehmen. Alternativ kann die Entnahme zwischen den Lendenwirbeln erfolgen, wobei das Risiko einer Blutverunreinigung höher ist.
    • Grosstiere: Der Liquor wird vorzugsweise im Lendenbereich unter örtlicher Betäubung entnommen. Die Entnahme zwischen Schädel und oberen Halswirbel ist ebenfalls möglich.
  3. Untersuchung des Liquors:
    • Frisch entnommene Liquorproben werden sofort untersucht.
    • Parameter wie Farbe, Trübung, Gerinnung, Eiweiß- und Zuckergehalt sowie die Zahl der weissen Blutkörperchen und weiterer Zellen werden überprüft.
    • Nachweis von Erregern wie Bakterien, Viren, Parasiten, Einzellern und Pilzen.

Wann wird eine Liquoruntersuchung bei Tieren angewandt?

Die Liquoruntersuchung eignet sich besonders zur Diagnose von Erkrankungen und Schädigungen des Zentralen Nervensystems (ZNS). Sie wird angewendet bei:

  • Tumoren des Gehirns und Rückenmarks
  • Schädigungen des Gehirns oder Rückenmarks nach Unfällen
  • Infektionen durch Bakterien, Viren (z.B. Staupe beim Hund), Parasiten, Einzeller (z.B. Toxoplasmose bei der Katze) und Pilze (z.B. Kryptokokkose, vor allem bei Katzen)
  • Entzündungen des ZNS, die in Bluttests nicht immer nachweisbar sind
  • Lebererkrankungen, die das ZNS beeinflussen können
  • Überprüfung des Therapieerfolgs bei neurologischen Erkrankungen

Welche Risiken birgt eine Liquoruntersuchung bei Tieren?

  • Blutungen: Bei der Entnahme können Blutungen auftreten.
  • Nervenschädigungen: Es besteht das Risiko, dass Nerven verletzt werden, was zu Bewegungsschwierigkeiten, Lähmungen oder einer gekrümmten Körperhaltung führen kann.
  • Schwere Komplikationen: In seltenen Fällen kann das Tier Schwierigkeiten beim Atmen haben und muss dann künstlich beatmet werden.

Die Liquoruntersuchung ist technisch anspruchsvoll und setzt Fachkompetenz voraus. Ernsthafte Komplikationen treten selten auf, eine sorgfältige Durchführung hält das Risiko gering und sichert die Aussagekraft der Ergebnisse.