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Keilwirbel (Hemivertebrae)

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Keilwirbel (Hemivertebrae)
Definition

Keilwirbel (Hemivertebrae) sind unvollständig oder asymmetrisch ausgebildete Wirbel in der Wirbelsäule des Hundes.

Inhalt
  1. Warum entstehen Keilwirbel bei bestimmten Hunderassen?
  2. Woran erkenne ich Keilwirbel bei meinem Hund?
  3. Wie wird die Diagnose gestellt?
  4. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
  5. Was bedeutet die Diagnose für den Alltag?

Keilwirbel (Hemivertebrae) sind unvollständig oder asymmetrisch ausgebildete Wirbel in der Wirbelsäule des Hundes. Die Fehlbildung entsteht bereits vor der Geburt und tritt besonders bei kurznasigen Rassen auf – bei Möpsen sind bis zu 80 Prozent der Tiere betroffen.

Der Name „Keilwirbel“ beschreibt die charakteristische dreieckige Form der betroffenen Wirbel. Statt normal rechteckig ausgebildet zu sein, verjüngen sie sich keilförmig und können dadurch die gesamte Wirbelsäule verformen.

Warum entstehen Keilwirbel bei bestimmten Hunderassen?

Die genetische Veranlagung für Keilwirbel ist direkt mit den Merkmalen kurznasiger Rassen verknüpft. Bei der Zucht auf extrem verkürzte Schädel werden gleichzeitig Gene beeinflusst, die die Wirbelentwicklung steuern.

Französische Bulldoggen, Möpse, Englische Bulldoggen und Boston Terrier zeigen die höchsten Häufigkeiten. Das liegt an der gemeinsamen genetischen Basis für die gewünschte Kopfform und die unerwünschte Wirbelfehlbildung.

Woran erkenne ich Keilwirbel bei meinem Hund?

Etwa 60 Prozent der Hunde mit Keilwirbeln zeigen keine sichtbaren Symptome. Der Hund läuft normal, spielt und verhält sich unauffällig.

Problematisch wird es, wenn die verformten Wirbel Druck auf das Rückenmark ausüben. Dann entstehen neurologische Ausfälle: Der Hund schwankt beim Gehen, zieht die Hinterpfoten nach oder zeigt Schwäche in den Beinen.

Schmerzen äußern sich oft subtil – der Hund meidet Sprünge, steigt ungern Treppen oder zeigt einen unrunden Gang. Bei schwerem Verlauf kann es zu Inkontinenz oder vollständiger Lähmung kommen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule zeigen die charakteristische Keilform der betroffenen Wirbel deutlich. Bei neurologischen Symptomen folgt meist eine CT- oder MRT-Untersuchung, um den Druck auf das Rückenmark zu beurteilen.

Die Diagnose erfolgt oft zufällig bei Röntgenaufnahmen aus anderen Gründen. Dann stellt sich die Frage: Überwachen oder behandeln?

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei symptomlosen Hunden reicht die Beobachtung. Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt und Aufmerksamkeit für Verhaltensänderungen genügen.

Zeigt der Hund Schmerzen, helfen entzündungshemmende Medikamente und Physiotherapie. Schwimmen entlastet die Wirbelsäule besonders effektiv.

Bei schweren neurologischen Ausfällen kann eine Operation nötig werden. Dabei werden die komprimierenden Wirbelanteile entfernt oder die Wirbelsäule stabilisiert. Die Erfolgsquote liegt bei etwa 70 Prozent.

Was bedeutet die Diagnose für den Alltag?

Hunde mit Keilwirbeln sollten Normalgewicht halten – jedes zusätzliche Gramm belastet die ohnehin instabile Wirbelsäule. Sprünge vom Sofa oder aus dem Auto sind tabu.

Für die Zucht ist ein Hund mit Keilwirbeln nicht geeignet, da die Veranlagung vererbt wird. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere röntgen und schließen betroffene Hunde aus.