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Kastration des Rüden

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Kastration des Rüden
Definition

Die Kastration entfernt beide Hoden des Rüden operativ und macht ihn dauerhaft unfruchtbar.

Inhalt
  1. Wie läuft die Kastration beim Rüden ab?
  2. Wann ist eine Kastration beim Rüden sinnvoll?
  3. Welche Risiken hat die Kastration?
  4. Was kostet die Kastration eines Rüden?

Die Kastration entfernt beide Hoden des Rüden operativ und macht ihn dauerhaft unfruchtbar.

Anders als bei der Sterilisation bleiben die hormonproduzierenden Keimdrüsen nicht erhalten. Eine reine Durchtrennung der Samenleiter – wie sie bei Menschen üblich ist – wird bei Hunden praktisch nie durchgeführt.

Wie läuft die Kastration beim Rüden ab?

Der Eingriff findet unter Vollnarkose statt. Die reine Operationszeit ist bei einem unkomplizierten Rüden kurz; die gesamte Narkosezeit inklusive Vorbereitung und Aufwachphase dauert deutlich länger und hängt von Methode, Grösse und Vorerkrankungen ab.

Der Tierarzt öffnet den Hodensack mit einem kleinen Schnitt und entfernt beide Hoden samt Nebenhoden. Die Gefässe werden abgebunden oder verschweisst. Die Hautwunde wird vernäht – je nach Technik mit Fäden, die gezogen werden, oder mit selbstauflösendem Material.

Nach zwei bis drei Stunden Aufwachphase kann der Rüde nach Hause. Ein Halskragen verhindert das Belecken der Wunde. Hautnähte werden in der Regel nach zehn bis vierzehn Tagen gezogen. Wird intrakutan mit selbstauflösendem Material genäht, entfällt der Fadenzug – dieses Material baut sich allerdings über Wochen ab, nicht innerhalb von zwei Wochen.

Viele Rüden wirken schon nach zwei bis drei Tagen wieder munter. Geschont werden muss trotzdem: Bis die Wunde verheilt ist – in der Regel zehn bis vierzehn Tage – sind Rennen, Springen und wildes Spiel tabu, Spaziergänge nur an der Leine.

Wann ist eine Kastration beim Rüden sinnvoll?

Medizinische Gründe machen den Eingriff unvermeidbar: Hodenkrebs, Hodenhochstand oder schwere Prostataprobleme.

Bei Verhaltensauffälligkeiten ist die Wirkung unvorhersagbar. Hypersexuelles Verhalten, Markieren oder Aggression gegenüber anderen Rüden können sich bessern – müssen aber nicht. Bereits eingelernte Verhaltensweisen verschwinden durch die Kastration meist nicht.

Reine Fortpflanzungsverhütung erreicht auch ein Kastrationschip. Das Implantat gibt es in zwei Stärken: 4,7 mg wirkt mindestens sechs Monate, 9,4 mg mindestens zwölf Monate. Die Wirkung setzt nicht sofort ein – der Rüde ist erst nach sechs bis acht Wochen unfruchtbar und muss bis dahin von läufigen Hündinnen ferngehalten werden. Der Eingriff ist reversibel und zeigt, ob sich das Verhalten tatsächlich ändert.

Welche Risiken hat die Kastration?

Das Narkoserisiko ist bei gesunden Rüden gering. Schwere Komplikationen sind selten – Studien nennen ein bis vier Prozent. Leichte Begleiterscheinungen wie Schwellung oder Bluterguss am Hodensack sind dagegen häufig und betreffen je nach Operationstechnik einen erheblichen Teil der Fälle.

Nach der Kastration steigt das Risiko für Übergewicht deutlich – Studien finden beim Rüden je nach Untersuchung ein etwa anderthalb- bis dreifach erhöhtes Risiko. Der Grund ist eine Kombination aus gesunkenem Energiebedarf und gesteigertem Appetit; wer Futtermenge und Bewegung anpasst, kann das weitgehend auffangen. Das Fell kann bei langhaarigen Rassen weicher und dichter werden.

Wird sehr früh kastriert, schliessen sich die Wachstumsfugen später – die Knochen wachsen länger, der Hund wird geringfügig hochbeiniger. Klinisch bedeutsamer ist etwas anderes: Bei mehreren grossen Rassen erhöht eine Kastration im ersten Lebensjahr das Risiko für Gelenkerkrankungen deutlich. Wie sich der Eingriff auf das Verhalten auswirkt, lässt sich im Einzelfall nicht vorhersagen.

Ist nur ein Hoden erkrankt, kann einseitig kastriert werden – bei einem Tumor in nur einem Hoden ist das heilend. Voraussetzung ist, dass der zweite Hoden im Ultraschall unauffällig und die Hormonlage normal ist; er übernimmt die Hormonproduktion dann in der Regel vollständig. Zwei Punkte gehören dazu: Der Rüde bleibt zeugungsfähig, und der verbliebene Hoden muss kontrolliert werden – bei sechs bis fünfzehn Prozent der Fälle ist auch der zweite betroffen, gelegentlich erst ein bis drei Jahre später.

Was kostet die Kastration eines Rüden?

Die Kosten liegen zwischen 200 und 400 Euro je nach Region und Praxis.

Enthalten sind Narkose, Operation, Nachkontrolle und meist auch Schmerzmittel für zu Hause. Zusätzliche Kosten entstehen durch Voruntersuchung (Blutbild) oder Komplikationen.