Junghund
Ein Junghund ist ein Hund zwischen dem Ende der Welpenzeit und der Geschlechtsreife, je nach Rasse zwischen 6 und 24 Monaten.
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Ein Junghund ist ein Hund zwischen dem Ende der Welpenzeit und der Geschlechtsreife, je nach Rasse zwischen 6 und 24 Monaten. Diese Phase bringt oft die größten Erziehungsherausforderungen mit sich, weil körperliche und geistige Entwicklung nicht gleichmäßig verlaufen. Während dieser Zeit durchlaufen Hunde eine Art „Pubertät“. Sie testen systematisch aus, welche Regeln noch gelten und welche sie umgehen können.
Ein Hund, der als Welpe perfekt „Sitz“ beherrscht hat, tut plötzlich so, als hätte er das Kommando nie gehört.
Was passiert im Gehirn eines Junghunds?
Das Gehirn baut sich in dieser Phase grundlegend um. Verbindungen zwischen den Nervenzellen werden neu organisiert. Das ist ein Prozess, der Wochen dauert. Deshalb vergessen Junghunde scheinbar erlerntes Verhalten und brauchen ständige Wiederholung.
Gleichzeitig steigt das Selbstvertrauen. Ein 8 Monate alter Border Collie, der vorher beim kleinsten Geräusch zu dir gelaufen ist, erkundet plötzlich eigenständig die Umgebung; manchmal auch dann, wenn du „Hier“ rufst.
Warum hört mein Junghund nicht mehr?
Selektive Taubheit ist das häufigste Problem dieser Phase. Der Hund testet aus, ob deine Kommandos noch gelten.
Dein Hund mag zwar wirken, als würde er deine Kommandos absichtlich ignorieren, aber stell es dir nicht als bewusste Verweigerung vor. Vielmehr liegt es an einer Kombination aus hormonellen Veränderungen, einer neuen Weise, Umweltreize wahrzunehmen und zu verarbeiten und einer nicht gefestigten Impulskontrolle. Kurz gesagt: Ablenkungen, Hormone und Reizüberflutung beeinflussen die Aufmerksamkeitsspanne deines Hundes immens.
Ganz wichtig ist in dieser Phase, nicht auf Strafen zu setzen. Strafen helfen nicht, im Gegenteil, sie beeinträchtigen das Vertrauen und die Lernbereitschaft des Hundes noch weiter negativ.
Effektiver: Jedes befolgte Kommando sofort belohnen, auch wenn es erst beim dritten Mal klappt. Ignorierte Kommandos konsequent wiederholen, bis der Hund reagiert. Dann erst belohnen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Dein Junghund kommt nicht, wenn du rufst. Geh zu ihm hin, führe ihn an den Ort zurück, von dem du gerufen hast, und belohne dort das Kommen. So verknüpft er den Ort mit dem Erfolg, nicht das Ignorieren.
Wie viel Bewegung braucht ein Junghund wirklich?
Die Faustregel „5 Minuten pro Lebensmonat“ greift zu kurz. Ein 10 Monate alter Labrador braucht keine 50 Minuten Spaziergang, er braucht abwechselnde Belastung.
Besser: 20 Minuten intensives Spiel, dann 30 Minuten ruhiges Schnüffeln, dann wieder 10 Minuten Toben. Junghunde ermüden geistig schneller als körperlich. Ein Hund, der nur körperlich ausgepowert wird, entwickelt oft Stereotypien.
Bei großen Rassen: Sprünge und abrupte Stopps vermeiden, bis die Wachstumsfugen geschlossen sind. Das passiert bei einem Deutschen Schäferhund erst mit 18 Monaten, bei einem Jack Russell schon mit 10 Monaten.
Wann ist die Junghund-Phase vorbei?
Kleine Rassen erreichen die geistige Reife meist mit 12-15 Monaten. Große Rassen brauchen 18-24 Monate. Du merkst es daran, dass der Hund wieder zuverlässiger auf bekannte Kommandos reagiert und weniger impulsiv handelt.
Ein Zeichen der Reife: Der Hund schaut dich vor Aktionen an, statt einfach zu handeln. Ein ausgewachsener Hund checkt ab, ob sein Verhalten okay ist. Ein Junghund macht erst und denkt später (wenn überhaupt).
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