HSF4
HSF4 ist ein Gen, dessen Mutation beim Hund zu erblichem Katarakt führt – einer fortschreitenden Trübung der Augenlinse, die zur Erblindung führen kann.
Inhalt
HSF4 ist ein Gen, dessen Mutation beim Hund zu erblichem Katarakt führt – einer fortschreitenden Trübung der Augenlinse, die zur Erblindung führen kann.
Das Gen steuert normalerweise die Produktion von Proteinen, die Zellen vor Stress schützen. Bei einer Mutation im HSF4-Gen entstehen fehlerhafte Proteine in der Augenlinse. Sie lagern sich ab und trüben die Linse ein.
Welche Hunderassen sind vom HSF4-Defekt betroffen?
Der HSF4-bedingte Katarakt tritt hauptsächlich bei diesen Rassen auf:
Häufig betroffen: Australian Shepherd, Boston Terrier, Französische Bulldogge, Staffordshire Bullterrier
Gelegentlich betroffen: Siberian Husky, Cocker Spaniel (beide Varietäten)
Bei Australian Shepherds zeigt sich die Erkrankung meist zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr. Boston Terrier entwickeln oft schon als Welpen erste Anzeichen.
Wie verläuft der HSF4-bedingte Katarakt?
Die Linsentrübung beginnt meist punktuell und weitet sich kreisförmig aus. Betroffene Hunde zeigen zunächst Probleme bei schlechten Lichtverhältnissen.
Der Verlauf ist bei jedem Hund unterschiedlich schnell. Manche erblinden innerhalb weniger Monate, andere behalten jahrelang ein Restvermögen.
Eine Katarakt-Operation kann das Sehvermögen wiederherstellen – kostet aber zwischen 1.500 und 3.000 Euro pro Auge.
Wie funktioniert der HSF4-Gentest?
Der Test analysiert eine Speichelprobe oder einen Wangenabstrich auf die bekannte HSF4-Mutation. Das Ergebnis zeigt drei Möglichkeiten:
Frei/Normal: Der Hund trägt die Mutation nicht und erkrankt nicht
Träger: Der Hund erkrankt nicht, kann die Mutation aber vererben
Betroffen: Der Hund wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Katarakt entwickeln
Der Test kostet 50 bis 80 Euro. Seriöse Züchter lassen alle Zuchttiere testen und legen die Ergebnisse offen.
Was bedeutet das für die Zucht?
Zwei Träger sollten nie miteinander verpaart werden – 25 Prozent der Welpen wären dann betroffen. Die Verpaarung Träger × Freier ist möglich, ergibt aber 50 Prozent Träger-Welpen.
Betroffene Hunde gehören nicht in die Zucht. Die Mutation wird zu 100 Prozent weitergegeben – unabhängig davon, ob der Hund operiert wurde.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …