Anaplasmose
Anaplasmose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Anaplasma-Bakterien verursacht und hauptsächlich von Zecken auf Hunde übertragen wird.
Inhalt
Anaplasmose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Anaplasma-Bakterien verursacht und hauptsächlich von Zecken auf Hunde übertragen wird. Die Erkrankung kann unbehandelt zu chronischen Gelenkproblemen und schweren Blutveränderungen führen.
Die Krankheit tritt in zwei Hauptformen auf: Die granulozytäre Form befällt weiße Blutkörperchen, während die thrombozytäre Form die Blutplättchen angreift. Beide Varianten können bei deutschen Hunden vorkommen, wobei die granulozytäre Form häufiger auftritt.
Wie steckt sich mein Hund mit Anaplasmose an?
Dein Hund infiziert sich durch den Biss einer infizierten Zecke, die mindestens 12-24 Stunden gesaugt haben muss. Der gemeine Holzbock und die Auwaldzecke gelten als Hauptüberträger in Deutschland. Eine direkte Übertragung von Hund zu Hund findet nicht statt.
Das Infektionsrisiko steigt deutlich während der Zeckensaison von März bis Oktober. Besonders gefährdet sind Hunde in waldreichen Gebieten Süddeutschlands, wo bis zu 15% der Zecken mit Anaplasmen infiziert sein können.
Woran erkenne ich Anaplasmose bei meinem Hund?
Die ersten Symptome zeigen sich meist 1-2 Wochen nach dem Zeckenbiss. Dein Hund wirkt abgeschlagen und frisst schlecht. Hohes Fieber bis 41°C ist das häufigste erste Anzeichen.
Bei der akuten Form kommen Gelenkschwellungen hinzu – besonders an Handgelenk und Sprunggelenk. Dein Hund lahmt dann deutlich sichtbar. Manche Hunde entwickeln zusätzlich Nasenbluten oder punktförmige Blutungen im Maul, was auf einen Mangel an Blutplättchen hinweist.
Die chronische Verlaufsform verursacht wiederkehrende Lahmheit und allgemeine Schwäche. Ohne Behandlung können sich die Gelenke dauerhaft entzünden.
Wie wird Anaplasmose beim Hund diagnostiziert?
Dein Tierarzt führt zunächst eine Blutuntersuchung durch, die typische Veränderungen wie verminderte Blutplättchen oder erhöhte Leberwerte zeigt. Ein direkter Nachweis gelingt über spezielle PCR-Tests, die das Erbgut der Bakterien aufspüren.
Antikörpertests sind weniger zuverlässig, da sie erst 2-3 Wochen nach der Infektion positiv werden. Bei unklaren Fällen hilft ein Behandlungsversuch mit Antibiotika: Bessert sich der Zustand innerhalb von 48-72 Stunden, bestätigt das die Verdachtsdiagnose.
Wie wird die Anaplasmose behandelt?
Die Standardbehandlung erfolgt mit Doxycyclin über 2-4 Wochen. Dieses Antibiotikum tötet die Anaplasmen zuverlässig ab. Bei schweren Fällen kann dein Tierarzt zusätzlich Cortison verschreiben, um die Entzündung zu reduzieren.
Die Prognose ist bei früher Behandlung ausgezeichnet. Die meisten Hunde erholen sich vollständig ohne Folgeschäden. Unbehandelt kann die Krankheit jedoch chronisch werden und zu dauerhaften Gelenkschäden führen.
Wie schütze ich meinen Hund vor Anaplasmose?
Regelmäßige Zeckenkontrollen nach jedem Spaziergang sind der beste Schutz. Entferne Zecken innerhalb von 12 Stunden – dann ist das Übertragungsrisiko minimal. Verwende eine Zeckenzange und drehe die Zecke vorsichtig heraus.
Zeckenschutzmittel wie Spot-on-Präparate oder Halsbänder reduzieren den Befall deutlich. Lass dich vom Tierarzt beraten, welches Mittel für deinen Hund geeignet ist. Eine spezifische Impfung gegen Anaplasmose gibt es nicht.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …