Hartballenkrankheit
Die Hartballenkrankheit ist eine Verdickung und Verhärtung der Ballenhaut, bei der sich überschüssige Hornhaut bildet und zu schmerzhaften Rissen führt.
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Die Hartballenkrankheit ist eine Verdickung und Verhärtung der Ballenhaut, bei der sich überschüssige Hornhaut bildet und zu schmerzhaften Rissen führt. Bei betroffenen Hunden wächst die äussere Hautschicht schneller nach, als sie sich natürlich abnutzt.
Welche Hunde entwickeln eine Hartballenkrankheit?
Der Begriff fasst mehrere Krankheitsbilder zusammen, die wenig miteinander zu tun haben. Die erbliche Form wird autosomal-rezessiv vererbt: Beim Irish Terrier, Kromfohrländer und Bedlington Terrier liegt sie an einer Veränderung im FAM83G-Gen, bei der Bordeauxdogge an einer eigenen Veränderung im KRT16-Gen. Betroffene Hunde zeigen die verdickten Ballen meist zwischen dem vierten und neunten Lebensmonat. Davon zu unterscheiden sind zwei weitere Formen: die erworbene Ballenhyperkeratose des älteren Hundes, deren Ursache meist ungeklärt bleibt, sowie die historisch namensgebende Hartballenkrankheit im engeren Sinn, eine Verlaufsform der Staupe, die dank Impfung selten geworden ist.
Hormonelle Störungen verstärken das Problem. Verdicken sich die Ballen bei einem älteren Hund neu, steckt meist keine Erbkrankheit dahinter, sondern jahrelange mechanische Belastung oder eine Hauterkrankung – die Ursache bleibt häufig ungeklärt.
Wie erkenne ich eine Hartballenkrankheit?
Die Ballen fühlen sich an wie Leder – deutlich dicker und härter als normal. Du siehst tiefe Risse, die manchmal bluten. Dein Hund lahmt oder läuft anders, weil jeder Schritt auf hartem Untergrund schmerzt.
Die Verdickung beginnt meist an den Hauptlastballen der Hinterpfoten. Von dort breitet sie sich auf die Vorderpfoten aus. Im fortgeschrittenen Stadium platzt die Haut wie alte Farbe ab.
Was macht der Tierarzt bei der Diagnose?
Die Diagnose erfolgt durch Anschauen und Abtasten – die charakteristische Verdickung ist eindeutig. Eine Hautbiopsie wird nur benötigt, wenn andere Hautkrankheiten ausgeschlossen werden müssen.
Weil auch innere Erkrankungen die Haut verändern können, gehört ein neu aufgetretener Befund in die Tierarztpraxis – dort werden je nach Bild auch Hormonwerte geprüft.
Welche Behandlung hilft wirklich?
Zur Pflege werden die Ballen aufgeweicht und anschliessend rückfettend versorgt; in hartnäckigen Fällen kommen hornlösende Zubereitungen zum Einsatz, in der Tiermedizin typischerweise mit Propylenglykol oder mit Harnstoff und Salicylsäure in niedriger Konzentration. Lass dir Präparat und Anwendungshäufigkeit von deiner Tierärztin verordnen: Humanprodukte aus der Apotheke sind für den Hundeballen weder geprüft noch zugelassen – und dein Hund leckt alles wieder ab, was du aufträgst.
Bei tiefen Rissen kann Bepanthen Wund- und Heilsalbe entzündungshemmend wirken. Hundeschuhe schützen während der Heilung – aber nur für kurze Spaziergänge, da sich sonst Feuchtigkeit staut.
Eine zugrundeliegende Schilddrüsenunterfunktion wird mit L-Thyroxin behandelt. Dann normalisiert sich oft auch die Ballenhaut wieder.
Kann ich einer Hartballenkrankheit vorbeugen?
Bei genetisch veranlagten Rassen lässt sich die Krankheit nicht verhindern, aber abmildern. Regelmässiges Eincremen mit Pfotenbalsam hält die Haut geschmeidig – am besten täglich nach dem letzten Spaziergang.
Im Winter und bei extremer Trockenheit intensivierst du die Pflege. Salz auf den Gehwegen greift die ohnehin anfällige Haut zusätzlich an.
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