Hämorrhagische Diathese
Hämorrhagische Diathese ist eine erhöhte Blutungsneigung beim Hund, bei der das Blut nicht normal gerinnt oder die Blutgefäße geschwächt sind.
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Hämorrhagische Diathese ist eine erhöhte Blutungsneigung beim Hund, bei der das Blut nicht normal gerinnt oder die Blutgefäße geschwächt sind.
Dein Hund blutet nach einem kleinen Schnitt ungewöhnlich lange? Das kann ein harmloses Einzelereignis sein – oder Anzeichen einer Gerinnungsstörung. Hunde mit hämorrhagischer Diathese haben ein erhöhtes Risiko für spontane Blutungen oder übermäßige Blutverluste bei Verletzungen.
Welche Ursachen gibt es für die Blutungsneigung?
Die häufigsten Ursachen lassen sich in drei Kategorien einteilen: angeborene Defekte, erworbene Erkrankungen und Vergiftungen.
Angeborene Gerinnungsstörungen treten oft erst bei Operationen oder größeren Verletzungen auf. Die Von-Willebrand-Krankheit ist dabei am häufigsten – hier fehlt ein wichtiger Gerinnungsfaktor. Hämophilie betrifft vor allem Rüden und zeigt sich durch Blutungen in Gelenken.
Erworbene Ursachen entstehen durch andere Krankheiten. Autoimmunerkrankungen können Blutplättchen zerstören. Zeckenübertragene Infektionen wie Ehrlichiose greifen ebenfalls die Blutplättchen an. Lebererkrankungen sind besonders tückisch, weil die Leber fast alle Gerinnungsfaktoren produziert.
Rattengift-Vergiftungen sind ein Notfall. Die Wirkstoffe blockieren Vitamin K, wodurch lebenswichtige Gerinnungsfaktoren nicht mehr gebildet werden können. Symptome treten oft erst nach Tagen auf.
Woran erkennst du eine Blutungsneigung?
Die Symptome sind je nach Ursache unterschiedlich ausgeprägt.
Spontane Blutungen ohne erkennbaren Auslöser sind ein Warnsignal. Nasenbluten, Blut im Urin oder schwarzer Kot können auftreten. Bei Operationen oder Impfungen entstehen ungewöhnlich große Blutergüsse.
Kleine, punktförmige Blutungen an Zahnfleisch oder Schleimhäuten nennen sich Petechien. Sie deuten auf zu wenige Blutplättchen hin. Bei Hämophilie schwellen Gelenke durch innere Blutungen an – der Hund lahmt dann oft ohne erkennbare Verletzung.
Anhaltende Blutungen führen zu Schwäche und blassen Schleimhäuten. Der Hund wirkt müde und atmet schneller als normal.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Der Tierarzt beginnt mit einer gründlichen Blutuntersuchung.
Das komplette Blutbild zeigt die Anzahl der Blutplättchen. Gerinnungstests messen, wie schnell das Blut gerinnt. Bei Verdacht auf spezielle Erkrankungen folgen Tests auf Von-Willebrand-Faktor oder andere Gerinnungskomponenten.
Manchmal ist eine Knochenmarksbiopsie nötig, um die Blutplättchenproduktion zu untersuchen. Bei Vergiftungsverdacht wird gezielt nach Toxinen gesucht.
Welche Behandlungen gibt es?
Die Therapie richtet sich nach der jeweiligen Ursache.
Bei akuten Blutungen stabilisiert der Tierarzt den Kreislauf durch Bluttransfusionen. Rattengift-Vergiftungen werden mit hochdosiertem Vitamin K behandelt – oft über Wochen.
Autoimmunerkrankungen erfordern meist Kortison zur Unterdrückung des fehlgeleiteten Immunsystems. Bei Von-Willebrand-Krankheit kann das Medikament Desmopressin die Gerinnung vorübergehend verbessern.
Hunde mit Hämophilie brauchen bei Blutungen spezielle Gerinnungsfaktor-Präparate. Das ist aufwendig und teuer, aber lebensrettend.
Erste Hilfe bei starken Blutungen
Bei sichtbaren Blutungen kannst du sofort helfen, bevor der Tierarzt übernimmt.
Drücke saubere Tücher oder Mullbinden fest auf die Wunde. Wickle bei Pfotenverletzungen einen Druckverband um die Pfote. Halte verletzte Gliedmaßen hoch.
Beruhige deinen Hund durch ruhiges Sprechen. Aufregung verstärkt Blutungen. Transportiere ihn vorsichtig zum Tierarzt – bei großen Hunden am besten auf einer Decke.
Bei Nasenbluten oder Blut aus dem Maul darfst du nicht in die Schnauze greifen. Das kann Blutungen verstärken.
Wie ist die Prognose?
Die Aussichten hängen stark von der Ursache ab.
Milde Formen der Von-Willebrand-Krankheit lassen sich gut managen. Hunde leben normal, brauchen aber vor Operationen Vorbereitung. Autoimmunerkrankungen sprechen oft gut auf Behandlung an.
Schwere Hämophilie erfordert lebenslange Vorsicht. Schon kleine Verletzungen können gefährlich werden. Leberversagen als Ursache hat eine vorsichtige Prognose.
Rattengift-Vergiftungen haben bei rechtzeitiger Behandlung gute Heilungschancen. Unbehandelt verlaufen sie meist tödlich.
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