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Weisser Schaum

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Weisser Schaum
Definition

Weisser Schaum beim Hund ist das Erbrechen von schleimhaltiger Magenflüssigkeit ohne feste Bestandteile.

Inhalt
  1. Warum erbricht mein Hund weissen Schaum am Morgen?
  2. Ist weisser Schaum beim Hund ein Notfall?
  3. Was kann ich tun, bevor ich zum Tierarzt gehe?
  4. Welche anderen Ursachen gibt es für weissen Schaum?
  5. Weisser Schaum, gelber Schaum oder Blut?
  6. Wann sollte ich mit meinem Hund zum Tierarzt?
  7. Wie verhindere ich morgendliches Erbrechen?

Weisser Schaum beim Hund entsteht meist, wenn der Hund eine kleine Menge Flüssigkeit mit Schleim und Luft erbricht. Das Erbrochene kann dabei weisslich oder durchsichtig und schaumig aussehen. Häufig ist der Magen dabei weitgehend leer, sodass keine Futterbestandteile mehr sichtbar sind.

Einmaliges Erbrechen von weissem Schaum muss deshalb nicht automatisch auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten. Entscheidend ist, wie oft der Hund erbricht, welche weiteren Symptome auftreten und wie sein Allgemeinzustand ist.

Warum erbricht mein Hund weissen Schaum am Morgen?

Wenn dein Hund vor allem früh morgens weissen oder gelblichen Schaum erbricht, kann ein leerer Magen eine Rolle spielen. Über Nacht liegt längere Zeit keine Nahrung im Magen. Bei manchen Hunden kommt es dann zu Erbrechen von Mageninhalt, Schleim oder Galle.

Besonders wenn das Erbrechen immer wieder zu einer ähnlichen Tageszeit auftritt und dein Hund danach wieder völlig normal wirkt, kann ein Zusammenhang mit den Fütterungszeiten bestehen. Das allein beweist allerdings noch keine bestimmte Erkrankung.

Bei wiederkehrendem morgendlichem Erbrechen solltest du deshalb genauer hinschauen. Möglich sind unter anderem eine Reizung des Magens, eine gestörte Magen-Darm-Motilität oder ein sogenanntes Bilious Vomiting Syndrome. Dabei kommt es typischerweise zu wiederkehrendem Erbrechen von Galle, häufig am frühen Morgen. Als mögliche Ursache wird unter anderem ein Rückfluss von Flüssigkeit aus dem Zwölffingerdarm in den Magen diskutiert.

Die Diagnose lässt sich allerdings nicht einfach anhand des Erbrechens stellen und gilt als Ausschlussdiagnose. In einer retrospektiven Untersuchung wurden bei einigen Hunden, die zunächst diesem Syndrom zugeordnet wurden, später andere Erkrankungen festgestellt.

Auch wenn dein Hund nach dem Erbrechen zunächst wieder munter ist, solltest du wiederkehrendes Erbrechen tierärztlich abklären lassen.

Ist weisser Schaum beim Hund ein Notfall?

Ein einzelnes Erbrechen ohne weitere Auffälligkeiten ist bei einem ansonsten fitten Hund i.d.R. kein Notfall. Anders sieht es aus, wenn das Erbrechen wiederholt auftritt oder weitere Symptome hinzukommen.

Sofort in eine Tierarztpraxis oder Tierklinik solltest du fahren, wenn dein Hund:

  • erfolglos immer wieder würgt oder versucht zu erbrechen
  • einen sichtbar aufgeblähten oder schmerzhaften Bauch hat
  • sehr unruhig ist oder sich ungewöhnlich verhält
  • stark speichelt
  • schwach wird, kollabiert oder deutliche Kreislaufprobleme zeigt
  • wiederholt erbricht und gleichzeitig stark beeinträchtigt wirkt
  • Blut erbricht oder das Erbrochene wie Kaffeesatz aussieht

Besonders wichtig ist die Kombination aus aufgeblähtem Bauch, Unruhe, starkem Speicheln und erfolglosem Würgen. Sie kann auf eine Magendrehung, medizinisch Magendilatation und -volvulus (GDV), hindeuten. Dabei füllt sich der Magen mit Gas und kann sich um seine eigene Achse drehen. Die Blutversorgung kann dadurch beeinträchtigt werden. Eine GDV ist lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden. Bei Verdacht auf eine Magendrehung solltest du nicht abwarten, ob der Hund sich wieder beruhigt.

Was kann ich tun, bevor ich zum Tierarzt gehe?

Wenn dein Hund einmalig etwas weissen Schaum erbrochen hat und ansonsten völlig normal wirkt, kannst du ihn zunächst beobachten. Notiere dir dabei, wann und wie oft er erbrochen hat und wie das Erbrochene aussah. Auch Begleitumstände können für die Tierärztin wichtig sein: Was hat der Hund zuletzt gefressen? Könnte er etwas Ungewöhnliches aufgenommen haben? Nimmt er Medikamente? Gab es Durchfall oder andere Veränderungen?

Zwinge deinen Hund nicht zum Fressen. Wenn ihm übel ist, kann er Futter zunächst ablehnen. Bei anhaltendem Erbrechen sollte jedoch nicht eigenständig über längere Zeit gefastet werden. Nach kontrolliertem Erbrechen werden häufig kleine Mengen leicht verdaulicher Nahrung angeboten. Die konkrete Vorgehensweise sollte sich nach der tierärztlichen Empfehlung richten.

Gib deinem Hund ausserdem niemals Medikamente gegen Erbrechen auf eigene Faust. Nicht jedes Erbrechen hat dieselbe Ursache. Bei einem verschluckten Fremdkörper oder einem Darmverschluss kann beispielsweise eine ganz andere Behandlung erforderlich sein.

Welche anderen Ursachen gibt es für weissen Schaum?

Weisser Schaum ist kein eigenständiges Krankheitsbild. Er beschreibt zunächst nur das Aussehen des Erbrochenen. Dahinter können deshalb ganz unterschiedliche Ursachen stecken.

Eine häufige Ursache ist eine akute Gastritis, also eine plötzlich auftretende Entzündung der Magenschleimhaut. Sie kann beispielsweise entstehen, wenn ein Hund ungewohntes, verdorbenes oder schwer verträgliches Futter aufgenommen hat. Auch Fremdmaterial, bestimmte Medikamente, Giftstoffe, Pflanzen oder Chemikalien können den Magen reizen. Infektionen, Parasiten und bestimmte Erkrankungen anderer Organe kommen ebenfalls als Auslöser infrage.

Auch ein verschluckter Fremdkörper kann Erbrechen auslösen. Besonders bei Hunden, die gerne Spielzeug, Stoff, Knochen oder andere Gegenstände aufnehmen, sollte diese Möglichkeit berücksichtigt werden. Ein Fremdkörper kann den Magen oder Darm teilweise oder vollständig blockieren. Ein Darmverschluss ist ein medizinischer Notfall und kann mit wiederholtem Erbrechen, Bauchschmerzen und weiteren Verdauungsproblemen einhergehen.

Daneben kommen unter anderem Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Leber oder Nieren sowie bestimmte Stoffwechselerkrankungen als Ursachen für Erbrechen infrage.

Deshalb lässt sich allein anhand der Farbe oder Konsistenz des Erbrochenen nicht feststellen, warum ein Hund erbricht.

Weisser Schaum, gelber Schaum oder Blut?

Die Farbe kann einen Hinweis geben, reicht aber nicht für eine Diagnose.

Weisser Schaum besteht häufig aus einer Mischung aus Flüssigkeit, Schleim und Luft und tritt unter anderem bei leerem oder gereiztem Magen auf.

Gelber oder grünlicher Schaum enthält häufig Galle. Das kann beispielsweise auftreten, wenn der Magen weitgehend leer ist. Wiederkehrendes Galleerbrechen sollte trotzdem abgeklärt werden.

Rotes Blut im Erbrochenen kann auf eine Blutung im oberen Verdauungstrakt hinweisen.

Dunkelbraunes oder kaffeesatzartiges Erbrochenes kann verdautes Blut enthalten und sollte ebenfalls tierärztlich abgeklärt werden.

Auch die Menge und Häufigkeit spielen eine Rolle. Ein Hund, der einmalig eine kleine Menge Schaum erbricht und danach wieder frisst, trinkt und sich normal verhält, ist anders zu beurteilen als ein Hund, der innerhalb weniger Stunden immer wieder erbricht und zunehmend matt wird.

Wann sollte ich mit meinem Hund zum Tierarzt?

Nicht jedes Erbrechen erfordert sofort eine Untersuchung. Wiederholtes Erbrechen sollte jedoch nicht über längere Zeit beobachtet werden, insbesondere wenn sich der Allgemeinzustand verändert.

Eine tierärztliche Untersuchung ist besonders wichtig, wenn das Erbrechen immer wieder auftritt, länger anhält oder mit Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Fieber, Gewichtsverlust oder Austrocknung verbunden ist. Auch Blut im Erbrochenen oder der Verdacht auf Giftaufnahme oder einen verschluckten Fremdkörper sind Gründe für eine zeitnahe Untersuchung.

Bei der Untersuchung wird zunächst die Krankengeschichte betrachtet. Je nach Befund können Blut-, Urin- oder Kotuntersuchungen sowie Röntgenaufnahmen oder eine Ultraschalluntersuchung notwendig sein. Bei länger anhaltenden Beschwerden können weitere Untersuchungen wie eine Endoskopie hinzukommen.

Wie verhindere ich morgendliches Erbrechen?

Wenn dein Hund immer wieder früh morgens erbricht und ansonsten gesund wirkt, kann eine Anpassung der Fütterungszeiten manchmal helfen. Eine Möglichkeit ist, die tägliche Futtermenge auf mehrere kleinere Mahlzeiten zu verteilen. Bei manchen Hunden kann auch eine kleine Mahlzeit am späten Abend sinnvoll sein.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein leerer Magen grundsätzlich die Ursache des Erbrechens ist. Bei wiederkehrendem morgendlichem Erbrechen sollte zunächst geklärt werden, ob tatsächlich ein Zusammenhang mit der langen Nahrungspause besteht.

Für Hunde mit einer entsprechenden Vorgeschichte kann die Tierärztin deshalb beispielsweise eine andere Fütterungsroutine empfehlen. In einer kleinen retrospektiven Untersuchung zum Bilious Vomiting Syndrome wurden unter anderem häufigere Fütterungen und späte Abendmahlzeiten eingesetzt.

Von der Vorstellung, ein Keks oder etwas Nassfutter würde die Magensäure einfach „binden“, sollte man dagegen Abstand nehmen. Eine kleine Mahlzeit kann bei manchen Hunden die Beschwerden beeinflussen, die genaue Ursache des Erbrechens wird dadurch aber nicht behandelt.

Auch ein gefüllter Kong, den der Hund nachts selbstständig nutzen kann, ist keine allgemeine Behandlung gegen morgendliches Erbrechen. Bei Hunden, die dazu neigen, Spielzeug oder Futter hastig aufzunehmen, kann ein unbeaufsichtigter Kong zudem ungeeignet sein.

Wenn dein Hund regelmässig morgens Schaum oder Galle erbricht, ist deshalb nicht die Frage „Was kann ich ihm nachts geben?“ der wichtigste erste Schritt. Entscheidend ist zunächst, warum er immer wieder erbricht.