Getreideprodukte
Getreideprodukte sind pflanzliche Nahrungsmittel aus verarbeiteten Getreidekörnern wie Reis, Weizen oder Hafer, die in der Hundeernährung unterschiedlich gut vertragen werden.
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Getreideprodukte sind pflanzliche Nahrungsbestandteile, die aus Körnern wie Reis, Weizen oder Hafer gewonnen werden. Hunde können viele Getreidearten grundsätzlich verdauen, die Verträglichkeit variiert jedoch je nach Sorte und individuellem Tier. Reis und Hafer gelten als gut verdaulich und werden in der Ernährung häufig problemlos toleriert, während bei Weizen bei einem Teil der Hunde Unverträglichkeiten oder sensible Reaktionen auftreten können. Studien und klinische Einschätzungen gehen davon aus, dass etwa 10–15 % der Hunde auf Weizenbestandteile empfindlich reagieren.
Welche Getreideprodukte darf mein Hund fressen?
Beim Thema verträgliche Getreidesorten steht Reis ganz oben. Weisser Reis beruhigt den Magen-Darm-Trakt, brauner Reis liefert zusätzlich Ballaststoffe. Wer einen Hund mit Durchfall hat, kennt das Reis-Hühnchen-Prinzip wahrscheinlich schon aus eigener Erfahrung.
Haferflocken sind ebenfalls gut geeignet. Sie enthalten Beta-Glucan, einen Ballaststoff, der die Darmgesundheit unterstützt und den Cholesterinspiegel regulieren kann. Wichtig: immer kochen, nie roh füttern.
Quinoa ist streng genommen zwar nur ein Pseudogetreide, enthält aber alle essentiellen Aminosäuren und ist glutenfrei. Ein kleines Aber gibt es: Die natürlichen Saponine in der Schale können manche Hunde reizen. Lösung? Vor dem Kochen gründlich spülen, fertig.
Hirse ist eine weitere glutenfreie Option, die auch in hypoallergenen Fertigfuttermitteln auftaucht. Sie liefert Eisen und Magnesium und gilt als gut verträglich.
Von welchen Getreideprodukten sollte ich die Finger lassen?
Weizen ist der häufigste Allergieauslöser in dieser Kategorie. Erste Anzeichen einer Unverträglichkeit sind oft unspektakulär: Der Hund kratzt sich an Pfoten und Ohren, leckt sich häufig die Pfoten. Später können Magen-Darm-Beschwerden dazukommen. Weil die Symptome so unspezifisch sind, wird Weizen als Ursache oft lange nicht ernst genommen.
Verarbeitete Getreideprodukte wie Cornflakes, Kekse oder Brot haben im Hundenapf nichts verloren. Sie stecken voller Zucker, Salz und Konservierungsstoffe.
Mais ist so eine Sache. Er liefert Energie, ist aber schwer verdaulich und ein grosser Teil des kommerziell verwendeten Maises ist gentechnisch verändert. Als Hauptgetreide im Futter taugt er nichts. Ein paar gekochte Körner als gelegentlicher Snack sind dagegen unbedenklich.
Wie viel Getreide verträgt mein Hund?
Als grobe Orientierung gilt: maximal 1 Gramm gekochtes Getreide pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Bei einem 20-Kilo-Hund sind das also höchstens 20 Gramm. Das entspricht ungefähr zwei Esslöffeln gekochtem Reis.
Das gilt natürlich nur für Getreide als Ergänzung zum normalen Futter. Hunde sind keine Vegetarier. Fleisch sollte 70–80 % der Nahrung ausmachen.
Nach Magen-Darm-Problemen sieht die Sache vorübergehend anders aus. Bei Schonkost kann die Getreidemenge höher sein, üblich ist dann ein Verhältnis von 2:1 aus gekochtem Reis und gekochtem Hühnerfleisch.
Woran erkenne ich eine Getreideunverträglichkeit?
Meistens zeigt sich das zuerst an der Haut: rote, juckende Stellen zwischen den Zehen, häufiges Pfotenlecken, wiederkehrende Ohrentzündungen. Magen-Darm-Symptome wie weicher Kot oder Blähungen kommen häufig erst später dazu.
Eine wirklich gesicherte Diagnose gibt es nur durch eine Ausschlussdiät über 8–12 Wochen.
Bluttests auf Futterallergien klingen praktischer, sind aber nach aktuellem Forschungsstand unzuverlässig.
Benötigt mein Hund überhaupt Getreide?
Nein, lebensnotwendig ist Getreide für Hunde nicht. Alle benötigten Nährstoffe lassen sich aus Fleisch, Gemüse und hochwertigen Ölen beziehen. Getreide ist im Wesentlichen ein günstiger Energielieferant, kein Muss.
Für Arbeitshunde oder sehr aktive Tiere mit hohem Energiebedarf kann es trotzdem sinnvoll sein, denn Getreideprodukte liefern schnell verfügbare Kohlenhydrate, die bei intensiver Muskelarbeit gefragt sind.
Welche Alternativen gibt es zu Getreide?
Die erste Wahl bei getreidefreier Ernährung sind Süsskartoffeln. Sie sind gut verträglich, reich an Beta-Carotin und in der Hundecommunity längst kein Geheimtipp mehr. Normale Kartoffeln gehen ebenfalls, aber auch hier gilt: nur gekocht, nie roh.
Kürbis unterstützt die Verdauung und bringt Ballaststoffe mit. Karotten liefern natürlichen Zucker und Vitamine. Beide lassen sich prima als Reisersatz in der Schonkost einsetzen.
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