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Gähnen

Gähnen zählt beim Hund zu den Verhaltensweisen, die Studien als Stresszeichen erfassen, etwa im Training mit Strafen.

2 Min Lesezeit
Gähnen
Inhalt
  1. Warum gähnen Hunde wirklich?
  2. Was bedeutet Gähnen in verschiedenen Situationen?
  3. Wann wird Gähnen problematisch?
  4. Wie reagierst du richtig auf das Gähnen deines Hundes?

Ein Border Collie gähnt vor dem Agility-Training anders als nach einem zweistündigen Waldspaziergang. Die Körpersprache drumherum entscheidet über die Bedeutung.

Warum gähnen Hunde wirklich?

Müdigkeit zeigt sich anders: Der Hund liegt entspannt, die Gesichtsmuskeln sind locker, das Gähnen kommt langsam. Stress-Gähnen passiert bei aufrechter Körperhaltung, angespannten Ohren und oft mehrmals hintereinander.

Ein Team um Teresa Romero an der Universität Tokio zeigte 2013: Hunde gähnen ansteckend, und zwar häufiger, wenn ihr vertrauter Mensch gähnt, als bei einer fremden Person. Die Herzfrequenz der Hunde war dabei nicht erhöht, das spricht gegen Stress als Auslöser. Die Forschenden sehen darin einen Hinweis, dass Hunde möglicherweise einfache Formen von Empathie zeigen.

Was bedeutet Gähnen in verschiedenen Situationen?

Beim Tierarzt kann Gähnen ein Zeichen von Anspannung sein. Achte dann auch auf eine steife Körperhaltung und eine eingezogene Rute.

Im Training kann häufiges Gähnen ein Stresszeichen sein. Gib deinem Hund dann eine Pause oder einfachere Übungen. Achte auch auf weitere Stresszeichen wie Lecken über die Lippen, Hecheln, eine angespannte oder geduckte Körperhaltung und eine gesenkte Rute.

Wann wird Gähnen problematisch?

Chronisches Gähnen in der gewohnten Umgebung deutet auf anhaltenden Stress hin. Ursachen können Unterforderung, Überforderung oder gesundheitliche Probleme sein.

Ein Hund, der täglich zu Hause ohne erkennbaren Auslöser gähnt, braucht möglicherweise mehr geistige Auslastung. Schnüffelspiele oder Denkaufgaben können das Problem lösen.

Kombiniert mit anderen Stresssignalen wie Durchfall, Appetitlosigkeit oder sozialer Zurückgezogenheit solltest du einen Tierarzt konsultieren. Manchmal stecken Schmerzen oder neurologische Probleme dahinter.

Wie reagierst du richtig auf das Gähnen deines Hundes?

Erkennst du Stress-Gähnen, reduziere sofort den Druck. Im Training machst du eine Pause. Bei Hundebegegnungen schaffst du Distanz. Zwinge deinen Hund nie durch stressauslösende Situationen.

Schaffe Rückzugsorte in der Wohnung. Ein Körbchen in einer ruhigen Ecke gibt deinem Hund die Möglichkeit, sich bei Überforderung selbst zu regulieren.