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Fötus

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Definition

Ein Fötus ist ein ungeborenes Jungtier im Mutterleib, das die Embryonalphase bereits abgeschlossen hat und nun organische Strukturen ausbildet.

Inhalt
  1. Ab welcher Woche kann man von einem Fötus sprechen?
  2. Wie entwickelt sich der Hunde-Fötus Woche für Woche?
  3. Was kann die fetale Entwicklung gefährden?
  4. Wann sind Ultraschalluntersuchungen am aussagekräftigsten?
  5. Wie ernährt sich der Fötus im Mutterleib?

Als Fötus bezeichnet man ein ungeborenes Jungtier im Mutterleib, das die Embryonalphase hinter sich gelassen hat und nun damit beschäftigt ist, seine Organe auszubauen und zu verfeinern. Beim Hund startet diese Phase grob in der vierten Trächtigkeitswoche – und läuft dann bis zur Geburt durch.

Der Unterschied zwischen Embryo und Fötus ist kein willkürlicher: In der Embryonalphase entsteht quasi das Grundgerüst aus Zellen. Erst wenn daraus erkennbare, funktionsfähige Organsysteme werden, spricht man vom Fötus. Es geht also weniger um Grösse als um Reifegrad.

Ab welcher Woche kann man von einem Fötus sprechen?

Der Übergang findet zwischen Tag 28 und 30 der Trächtigkeit statt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Organgrundlagen gesetzt, und das weitere Geschehen dreht sich vor allem ums Wachstum.

Ein konkreter Anhaltspunkt für den Tierarzt: Rund um Tag 30 tauchen im Ultraschall die ersten Knochenkerne auf. Vorher heisst es Embryo, danach Fötus – die Grenze ist also gar nicht so schwer zu ziehen.

Wie entwickelt sich der Hunde-Fötus Woche für Woche?

Die fetale Entwicklung läuft nach einem ziemlich engen Zeitplan ab – jede Woche bringt eigene Veränderungen, die sich oft erstaunlich deutlich im Ultraschall zeigen.

Woche 4–5 (Tag 28–35): Die Organbildung läuft jetzt auf Hochtouren. Das Herz pumpt bereits Blut, die Leber nimmt ihre Arbeit auf. Die Föten sind dabei gerade mal rund 1,5 cm gross – kaum vorstellbar.

Woche 5–6 (Tag 35–42): Pfoten und Zehen werden erkennbar, die Wirbelsäule beginnt zu verknöchern. Und die Grösse verdoppelt sich in dieser Spanne auf etwa 3–4 cm.

Woche 6–7 (Tag 42–49): Nun prägen sich die Gesichtszüge aus. Augen und Ohren entwickeln sich, bleiben aber noch verschlossen. Die Föten messen jetzt 6–8 cm.

Woche 7–8 (Tag 49–56): Die Fellfarbe wird angelegt, die Muskelmasse nimmt merklich zu. Wer jetzt einen Ultraschall macht, sieht die Bewegungen der Welpen oft sehr deutlich.

Woche 8–9 (Tag 56–63): Letzte Reifungsphase. Die Lungen bilden Surfactant – jene Substanz, die bei der ersten Atmung nach der Geburt entscheidend ist. Das Geburtsgewicht ist inzwischen weitgehend erreicht.

Was kann die fetale Entwicklung gefährden?

Manche Risiken lassen sich durch aufmerksame Haltung und tierärztliche Begleitung minimieren – andere nicht. Ein Überblick über die relevantesten Faktoren:

Infektionen der Mutter: Das Herpesvirus kann zwischen Tag 20 und 40 zur Resorption führen. Brucellose verursacht Spätaborte ab etwa Tag 45. Toxoplasmose wiederum greift das Nervensystem der Föten direkt an.

Medikamente: Tetracyclin und verwandte Antibiotika können Zähne und Knochen verfärben. Kortison steht im Verdacht, Gaumenspalten zu begünstigen. Grundsatz: Jedes Präparat – auch scheinbar harmlose – gehört während der Trächtigkeit tierärztlich abgeklärt.

Ernährungsdefizite: Folatmangel erhöht das Risiko für Neuralrohrdefekte. Zu wenig Kalzium schwächt die Knochenentwicklung. Bei proteinarmer Fütterung kann das Geburtsgewicht laut Studien um bis zu 20 % sinken – ein Wert, der sich schnell auf die Überlebenschancen der Welpen auswirkt.

Genetische Faktoren: Erbdefekte zeigen sich oft zwischen Tag 30 und 45. Sind sie einmal angelegt, lassen sie sich nicht mehr rückgängig machen.

Wann sind Ultraschalluntersuchungen am aussagekräftigsten?

Je nach Fragestellung gibt es recht unterschiedliche optimale Zeitfenster – es lohnt sich, das vorab mit dem Tierarzt abzustimmen.

Tag 28–32: Erster Nachweis der Föten möglich, Herzschlag sichtbar. Die genaue Welpenzahl ist zu diesem Zeitpunkt aber noch schwer zu bestimmen.

Tag 35–40: Das ist der beste Zeitpunkt für eine verlässliche Zählung. Organstrukturen werden erkennbar, und gröbere Missbildungen lassen sich bereits erahnen.

Tag 45–50: Geschlechtsbestimmung wird möglich. Das Skelett ist beurteilbar, und eine Wachstumsretardierung fällt jetzt auf.

Tag 55–60: Abschlusskontrolle vor der Geburt – Vitalität und Grössenverteilung der Welpen lassen sich gut einschätzen.

Wie ernährt sich der Fötus im Mutterleib?

Die Versorgung läuft über die Plazenta – aber nicht jede Substanz kommt dort gleich gut durch, das ist ein wichtiger Punkt.

Glukose passiert die Plazentaschranke problemlos. Aminosäuren werden aktiv transportiert, weshalb fetale Blutwerte dabei oft sogar höher sind als die der Mutter. Fette hingegen gelangen nur begrenzt zum Fötus – was erklärt, warum neugeborene Welpen so erstaunlich mager wirken.

Antikörper erreichen den Fötus erst ab Woche 7 in nennenswerten Mengen. Der eigentliche Immunschutz kommt also erst nach der Geburt – über das Kolostrum, die erste Muttermilch.

Woran erkenne ich eine gestörte fetale Entwicklung?

Zeichen bei der trächtigen Hündin können vermehrte Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder vaginaler Ausfluss sein. Keines dieser Symptome sollte man aussitzen – ein Tierarztbesuch ist dann zeitnah angebracht.

Können sich Föten im Mutterleib bereits bewegen?

Ja – ab Tag 40 sind erste Bewegungen im Ultraschall erkennbar. Die Hündin selbst spürt sie in der Regel ab etwa Tag 50.

Wie gross sind Hundeföten kurz vor der Geburt?

Bei mittelgrossen Rassen liegen Länge und Gewicht kurz vor der Geburt typischerweise bei 8–12 cm und 200–400 g – wobei die Wurfgrösse hier einen grossen Einfluss hat.