antiparasitäre Medikamente
Antiparasitäre Medikamente sind Arzneimittel, die Parasiten wie Flöhe, Zecken, Milben oder Würmer bei Hunden abtöten oder deren Wachstum hemmen.
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Antiparasitäre Medikamente sind Arzneimittel, die Parasiten wie Flöhe, Zecken, Milben oder Würmer bei Hunden abtöten oder deren Wachstum hemmen. Sie wirken durch verschiedene Mechanismen, von der Blockierung des Nervensystems der Parasiten bis zur Störung ihrer Fortpflanzung.
Als Hundehalter hast du je nach Zielparasit ein breites Arsenal verschiedener Wirkstoffe zur Hand.
Welche Wirkstoffe gibt es gegen Ektoparasiten?
Fipronil greift das zentrale Nervensystem von Flöhen und Zecken an. Nach dem Auftragen als Spot-On stirbt ein Floh innerhalb von 8 bis 12 Stunden, eine Zecke in 12 bis 48 Stunden. Die Wirkung hält rund 4 bis 6 Wochen an.
Imidacloprid wirkt schneller gegen Flöhe, bereits nach 2 bis 4 Stunden. Gegen Zecken ist es weniger effektiv, weshalb es häufig mit anderen Wirkstoffen kombiniert wird.
Permethrin darf niemals bei Katzen verwendet werden, da es für sie tödlich ist. Bei Hunden wirkt es gegen Zecken, Flöhe und Mücken. Ein Permethrin-Halsband schützt 6 bis 8 Monate.
Womit entwurmt man Hunde am effektivsten?
Fenbendazol ist der Allrounder unter den Entwurmungsmitteln. Es erfasst Spul-, Haken- und Peitschenwürmer sowie die häufigsten Bandwürmer. Die Standarddosis beträgt 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht über drei aufeinanderfolgende Tage.
Praziquantel spezialisiert sich auf Bandwürmer. Es löst deren Haut auf, sodass sie im Darm verdaut werden. Eine Einzeldosis von 5 mg pro Kilogramm reicht meist aus.
Pyrantel lähmt Spul- und Hakenwürmer durch Blockierung ihrer Nervensignale. Die Würmer lösen ihren Griff an der Darmwand und werden ausgeschieden.
Was unterscheidet Milbenmittel von anderen Antiparasitika?
Ivermectin ist hochpotent, aber nicht für alle Hunde geeignet. Collie-artige Rassen mit dem MDR1-Defekt können schwere Vergiftungserscheinungen entwickeln. Bei verträglichen Hunden wirkt es gegen Räudemilben, Ohrmilben und verschiedene Darmwürmer.
Selamectin kombiniert die Wirkung gegen Aussen- und Innenparasiten in einem Präparat. Ein Spot-On schützt gleichzeitig vor Flöhen, Ohrmilben und beugt Herzwurminfektionen vor.
Moxidectin hat eine längere Wirkdauer als Ivermectin. Es reichert sich im Fettgewebe an und wird langsam freigesetzt, daher wirkt es bis zu 12 Wochen gegen Milben.
Wie dosiert man antiparasitäre Medikamente richtig?
Die Dosierung richtet sich immer nach dem Körpergewicht des Hundes. Ein 10-kg-Hund benötigt bei Fenbendazol 500 mg täglich, ein 30-kg-Hund entsprechend 1500 mg. Schätze das Gewicht nicht, wiege deinen Hund vor der Behandlung.
Bei Spot-On-Präparaten trägst du das Mittel direkt auf die Haut zwischen den Schulterblättern auf. Nicht auf das Fell, der Wirkstoff muss die Haut erreichen. Nach dem Auftragen 24 Stunden nicht baden oder schwimmen lassen.
Tabletten gibst du am besten mit dem Futter. Manche Wirkstoffe wie Praziquantel wirken besser, wenn der Magen nicht leer ist. Andere wie Fenbendazol sind unabhängig von den Mahlzeiten wirksam.
Warum reagieren manche Hunde schlecht auf antiparasitäre Medikamente?
Genetische Variationen beeinflussen, wie Hunde bestimmte Wirkstoffe verarbeiten. Der MDR1-Defekt bei Collies ist das bekannteste Beispiel, aber auch andere Rassen können Unverträglichkeiten zeigen.
Kann man verschiedene antiparasitäre Mittel kombinieren?
Grundsätzlich ja, aber nur nach tierärztlicher Beratung. Manche Kombinationen verstärken sich gegenseitig, andere können zu Überdosierungen führen.
Wie oft muss man antiparasitäre Behandlungen wiederholen?
Floh- und Zeckenschutz alle 4 bis 12 Wochen, je nach Präparat. Entwurmungen 4-mal jährlich bei normalen Haushalten, monatlich bei Züchtern oder Jagdhunden.
Was passiert bei einer Überdosierung?
Die Symptome reichen von Erbrechen und Durchfall bis zu neurologischen Ausfällen. Bei Verdacht sofort zum Tierarzt, nimm die Packung des Medikaments mit.
Wirken antiparasitäre Medikamente auch gegen Resistenzen?
Resistenzen entwickeln sich langsam, sind aber bei Flöhen bereits dokumentiert. Ein Wechsel der Wirkstoffklassen kann dem entgegenwirken.
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