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Fehlstellung der Wimpern (Trichiasis)

2 Min Lesezeit
Fehlstellung der Wimpern (Trichiasis)
Inhalt
  1. Anatomischer Hintergrund
  2. Ursachen für Trichiasis
  3. Symptome
  4. Diagnose und Behandlung

Trichiasis ist eine Fehlstellung der Wimpern, bei der diese aus der normalen Position am Lidrand wachsen, sich jedoch in die falsche Richtung biegen – nämlich nach innen zur Augenoberfläche. Dadurch reiben sie an der Hornhaut (Cornea) oder der Bindehaut (Konjunktiva) und verursachen mechanische Reizungen. Die Erkrankung kann ein- oder beidseitig auftreten und betrifft oft nur einzelne Wimpern, in schweren Fällen aber ganze Abschnitte des Lidrandes.

Anatomischer Hintergrund

Wimpern (Zilien) dienen dem mechanischen Schutz des Auges vor Staub, Schmutz und Fremdkörpern. Bei der Trichiasis sind die Haarfollikel (also die Stellen, aus denen die Wimpern wachsen) normal positioniert, aber der Wachstumswinkel ist verändert.

Dies führt dazu, dass die Wimpern permanent direkt auf dem Auge scheuern, besonders beim Lidschlag.

Abgrenzung zu ähnlichen Erkrankungen

Begriff Was passiert? Wo wachsen die Wimpern?
Trichiasis Normale Wimpern biegen sich nach innen Normale Position am Lidrand
Distichiasis Zusätzliche Wimpern wachsen aus den Ausgängen der Meibom-Drüsen Etwas hinter der normalen Lidkante, aus Drüsenöffnungen
Ektopische Zilien Einzelne Haare wachsen tief im Inneren des Lids, z. B. aus der Bindehaut Abnorme Position innerhalb des Lidinneren
Entropium Lid rollt sich nach innen, drückt normale Wimpern gegen das Auge Normale Position, aber durch Lidstellung nach innen gedrückt

Ursachen für Trichiasis

  • Sekundär nach Narbenbildung (z. B. Verletzungen, Verbrennungen, chronische Entzündungen)
  • Begleitend zu Lidfehlstellungen wie Entropium
  • Chronische Blepharitis (Lidrandentzündung)
  • Postoperativ nach Eingriffen am Lid
  • In seltenen Fällen: Angeboren

Symptome

  • Epiphora (übermässiger Tränenfluss)
  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
  • Hornhautreizung bis hin zu Hornhautulzera
  • Blinzeln, Augenzukneifen (Blepharospasmus)
  • Häufiges Reiben der Augen mit den Pfoten (bei Tieren)

Diagnose und Behandlung

  • Lupenuntersuchung oder Spaltlampenmikroskopie
  • Sichtbarmachen der Reibungsschäden durch Fluoreszeinfärbung
  • Abklären, ob die Trichiasis isoliert oder im Zusammenhang mit Entropium oder anderen Lidproblemen auftritt

Da Trichiasis unbehandelt zu Hornhautschäden führen kann, ist eine Behandlung empfehlenswert. Die Wahl der Methode hängt vom Ausmass und der Ursache ab:

  • Temporär: Epilation (Auszupfen) einzelner Wimpern – jedoch oft nur wenige Wochen wirksam
  • Dauerhaft: Elektrolyse (Zerstörung des Haarfollikels durch Strom), Kryotherapie (Vereisung der Haarwurzel), Laserablation oder Chirurgische Lidkorrektur bei ausgedehnten oder wiederkehrenden Fällen
  • Unterstützend: Tränenersatzmittel, um die Hornhaut zu schützen, bis die Ursache beseitigt ist

Prognose

Bei rechtzeitiger Diagnose und korrekter Behandlung ist die Prognose gut. Rückfälle sind jedoch möglich, wenn Haarfollikel nicht vollständig zerstört werden.

Bei zugrunde liegendem Entropium oder chronischer Blepharitis muss auch die Grunderkrankung behandelt werden.