Coccidia
Coccidia sind einzellige Parasiten aus der Gruppe der Protozoen, die sich im Dünndarm von Hunden ansiedeln und dort die Darmwand schädigen.
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Coccidia sind einzellige Parasiten aus der Gruppe der Protozoen, die sich im Dünndarm von Hunden ansiedeln und dort die Darmwand schädigen.
Warum sind Coccidia für Hundehalter relevant?
Diese Parasiten befallen besonders Welpen zwischen 4 und 12 Wochen und können unbehandelt zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Im Gegensatz zu Würmern sind Coccidia mit blossem Auge nicht sichtbar, die Diagnose funktioniert nur über eine Kotprobe beim Tierarzt.
Bei erwachsenen, gesunden Hunden verläuft eine Infektion meist unbemerkt. Das macht sie zu stillen Überträgern.
Arten von Coccidia und Verwechslungsgefahr
Die vier hauptsächlichen Coccidia-Arten beim Hund (Isospora canis, I. burrowsi, I. ohioensis, I. neorivolta) unterscheiden sich in ihrer Aggressivität. Das erklärt, warum manche Hunde nur leichten Durchfall entwickeln, andere aber schwer erkranken.
Blutiger Durchfall wird von Haltern oft als Vergiftung oder Stress gedeutet. Parasitäre Ursachen kommen vielen erst später in den Sinn. Auch zwischen verschiedenen Einzellern wird selten unterschieden: Giardien sind häufiger, Coccidia dafür schwerer zu behandeln.
Wie steckt sich ein Hund an?
Die Übertragung passiert über Oozysten, mikroskopisch kleine „Eier“ des Parasiten. Diese müssen nach der Ausscheidung 1-4 Tage in der Umwelt reifen, bevor sie infektiös werden.
Typische Ansteckungsquellen: Beschnüffeln von 2-3 Tage altem Kot anderer Hunde, Trinken aus Pfützen in hundefrequentierten Gebieten oder Fressen von Gras an Stellen, wo infizierte Hunde gekotet haben. Auch Schuhe können Oozysten ins Haus tragen.
Welche Medikamente wirken gegen Coccidia?
Standard-Wurmkuren helfen nicht. Tierärzte setzen meist Sulfadimethoxin (Albon) für 10-14 Tage ein oder Toltrazuril (Baycox) als 5-tägige Kur. Bei hartnäckigen Fällen kommt Fenbendazol über 3 Wochen zum Einsatz.
Die Behandlung beginnt meist, bevor das Ergebnis der Kotprobe vorliegt, denn bei blutigem Durchfall von Welpen kann jeder Tag zählen.
Eine Nachkontrolle 2-3 Wochen nach Behandlungsende zeigt, ob die Therapie erfolgreich war.
Wie verhindert man eine Neuansteckung?
Kot eines Hundes sofort entfernen. Futter- und Wassernäpfe täglich mit 70°C heissem Wasser spülen. Bei Mehrhundehaltung: Alle Tiere gleichzeitig behandeln, auch die symptomfreien. Der Auslauf sollte 48 Stunden nach der letzten Behandlung gründlich mit einem Dampfstrahler gereinigt werden.
Oozysten überleben Minusgrade, werden aber durch Austrocknung und direkte Sonneneinstrahlung nach 3-4 Tagen unschädlich.
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