Wiki · Gesundheit & Pflege

Fassbeinig

2 Min Lesezeit
Fassbeinig
Definition

Fassbeinigkeit bezeichnet eine Fehlstellung der Vorderbeine, bei der die Ellenbogen nach außen gedreht stehen und die Pfoten weit auseinander zeigen – wie die Dauben eines Fasses.

Inhalt
  1. Welche Grade der Fassbeinigkeit gibt es?
  2. Was verursacht diese Fehlstellung?
  3. Wann wird Fassbeinigkeit zum Gesundheitsproblem?
  4. Wie lässt sich Fassbeinigkeit bei Welpen verhindern?
  5. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Fassbeinigkeit bezeichnet eine Fehlstellung der Vorderbeine, bei der die Ellenbogen nach außen gedreht stehen und die Pfoten weit auseinander zeigen – wie die Dauben eines Fasses.

Diese Beinstellung tritt besonders bei schweren Rassen wie Bulldoggen, Mastiffs oder Bernhardinern auf. Aber auch kleinere Hunde können betroffen sein, meist durch Übergewicht oder Wachstumsstörungen.

Welche Grade der Fassbeinigkeit gibt es?

Tierärzte unterscheiden drei Schweregrade: Bei Grad 1 stehen die Ellenbogen leicht nach außen, der Hund zeigt keine Beschwerden. Grad 2 bedeutet deutlich sichtbare Fehlstellung mit gelegentlichem Hinken. Bei Grad 3 ist die Deformation so stark, dass der Gang dauerhaft beeinträchtigt ist.

Die Unterscheidung ist wichtig – nicht jede leichte Außenstellung erfordert sofortige Behandlung.

Was verursacht diese Fehlstellung?

Die Ellenbogendysplasie ist die häufigste angeborene Ursache. Übergewicht verstärkt das Problem erheblich, besonders bei jungen Hunden.

Fehler in der Welpenernährung spielen eine große Rolle: Zu schnelles Wachstum durch kalorienreiches Futter überlastet die noch weichen Gelenke. Auch zu viel Calcium kann paradoxerweise Wachstumsstörungen verursachen.

Verletzungen der Wachstumsfugen führen manchmal zu asymmetrischen Deformationen.

Wann wird Fassbeinigkeit zum Gesundheitsproblem?

Leichte Fassbeinigkeit verursacht oft keine Beschwerden. Problematisch wird es, wenn der Hund anfängt zu hinken oder Bewegung meidet.

Die unnatürliche Gelenkstellung führt zu ungleichmäßiger Abnutzung des Knorpels. Arthrose entwickelt sich meist schon im mittleren Alter – bei schweren Fällen bereits mit drei bis vier Jahren.

Du erkennst Schmerzen daran, dass dein Hund weniger spielt, steif aufsteht oder die Pfoten anders aufsetzt als früher.

Wie lässt sich Fassbeinigkeit bei Welpen verhindern?

Kontrolliertes Wachstum ist der Schlüssel. Füttere Welpenfutter nur bis zur empfohlenen Körperkondition – ein leicht tastbarer Rippenansatz ist ideal.

Vermeide Treppensteigen und Sprünge bis zum Alter von 12-15 Monaten. Die Wachstumsfugen sind noch nicht geschlossen und können durch Überlastung deformieren.

Bei Risikorassen wie Retrievern oder Rottweilern solltest du bereits mit 4-5 Monaten die Ellenbogen röntgen lassen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei leichten Fällen reichen oft Gewichtsreduktion und Physiotherapie. Gezielte Muskelstärkung kann die Gelenke stabilisieren und Beschwerden lindern.

Schwere Fassbeinigkeit erfordert meist eine Operation. Der Chirurg korrigiert die Knochenstellung durch Osteotomie – dabei wird der Knochen durchtrennt und in korrigierter Position verheilt.

Schmerzmedikation und Nahrungsergänzung mit Glucosamin können unterstützend wirken, ersetzen aber keine kausale Behandlung.