Entzündung des Tränensacks (Dakryozystitis)
Die Dakryozystitis ist eine Entzündung des Tränensacks im inneren Augenwinkel des Hundes, die durch Verstopfung der Tränenwege entsteht.
Inhalt
Die Dakryozystitis – das klingt sperrig, ist aber im Grunde eine Entzündung des Tränensacks, genau da, wo sich der innere Augenwinkel des Hundes befindet. Dieser kleine Sack gehört zum Tränenabflusssystem: Er leitet überschüssige Tränenflüssigkeit normalerweise unauffällig in die Nase. Funktioniert das nicht mehr, staut sich alles, der Bereich schwillt schmerzhaft an – und kann sich mit Eiter füllen.
Bei welchen Hunderassen tritt Dakryozystitis häufig auf?
Kurz gesagt: bei Hunden mit flacher Schnauze. Mops, Französische Bulldogge, Boston Terrier, Shih Tzu, Pekinese, Cavalier King Charles Spaniel – all diese Rassen haben durch ihre veränderte Gesichtsanatomie enge oder gekrümmte Tränenwege. Tränen können dort schlicht nicht so abfließen, wie sie sollten.
Auch Cocker Spaniel und andere Rassen mit hängenden Lidern sind überdurchschnittlich häufig betroffen. Das liegt daran, dass hängende Lider den natürlichen Abfluss zusätzlich behindern.
Wie erkennst du eine Tränensack-Entzündung beim Hund?
Das erste, was Hundehalter meist bemerken: eine Schwellung am inneren Augenwinkel, die sich beim leichten Berühren warm oder prall anfühlt – der Hund zuckt oft deutlich zurück. Gleichzeitig läuft auf einer Seite ständig Tränenflüssigkeit übers Gesicht.
Weitere Zeichen, auf die du achten solltest:
- Gelb-grüner Eiter am inneren Augenwinkel
- Gerötete, geschwollene Haut rund ums Auge
- Der Hund reibt sich wiederholt das betroffene Auge
- Verkrustungen im Fell unter dem Auge – oft schon das erste, was auffällt
In schweren Fällen bildet sich sogar eine kleine, deutlich tastbare „Beule“ am inneren Augenwinkel, aus der Eiter austritt. Spätestens dann ist der Gang zum Tierarzt unaufschiebbar.
Was verursacht die Entzündung des Tränensacks?
Der häufigste Auslöser ist eine Verstopfung des Tränennasengangs – jenes feinen Kanals, der Tränen von den Augen in die Nase transportiert. Ist er blockiert, steht das Sekret. In stehendem Sekret vermehren sich Bakterien schnell, und schon hat man eine handfeste Entzündung.
Wie es zur Verstopfung kommt, ist unterschiedlich:
- Angeborene Verengungen, vor allem bei Plattnasenhunden
- Bakterielle Infektionen der Bindehaut, die auf den Tränensack übergreifen
- Verletzungen im Augenbereich
- Fremdkörper – Grassamen oder Schmutzpartikel sind klassische Kandidaten
- Tumoren im Bereich der Tränenwege (selten, aber möglich)
Wann musst du sofort zum Tierarzt?
Hier gilt: lieber einmal zu früh als einmal zu spät. Geh nicht erst eine Woche ab – diese Anzeichen verlangen schnelle tierärztliche Hilfe:
- Eiteraustritt aus dem Augenwinkel
- Schwellung, die sich warm anfühlt und sichtbar größer wird
- Der Hund zeigt klare Schmerzen beim Berühren der Stelle
- Fieber oder ungewohnte Mattigkeit
- Die Symptome verschlechtern sich innerhalb von 24 Stunden
Unbehandelt kann sich die Entzündung auf umliegendes Gewebe ausbreiten oder chronisch werden – und chronische Fälle sind deutlich schwerer in den Griff zu kriegen.
Wie wird Dakryozystitis beim Hund behandelt?
Die Therapie richtet sich nach der Schwere des Befunds. Bei leichteren Verläufen kommen antibiotische Augentropfen und warme Kompressen oft schon weit. Stärker betroffene Hunde brauchen mehr.
Was der Tierarzt einsetzen kann:
- Antibiotische Augentropfen oder -salben, in der Regel über 5 bis 10 Tage
- Spülung der Tränenwege unter Narkose – unangenehm für den Hund, aber oft entscheidend
- Bei Abszessen: chirurgische Entleerung
- In hartnäckigen Fällen: operative Erweiterung der Tränenwege
Die Heilungsaussichten sind bei rechtzeitiger Behandlung gut. Allerdings: Bei anatomisch benachteiligten Rassen – Mops, Französische Bulldogge und Co. – können Rückfälle nie ganz ausgeschlossen werden.
Kannst du einer Dakryozystitis vorbeugen?
Vollständig verhindern lässt sie sich bei gefährdeten Rassen kaum. Das Risiko aber lässt sich spürbar senken – mit ein paar Handgriffen, die nach kurzer Zeit genauso zur täglichen Routine gehören wie das Zähneputzen.
- Reinige die Augenwinkel täglich mit einem feuchten Tuch
- Verkrustungen löst du am einfachsten mit warmem Wasser – sanft, nicht rubbeln
- Halte das Gesichtsfell kurz, damit es nicht dauerhaft ins Auge reibt
- Bindehautentzündungen sofort behandeln lassen, nicht abwarten
- Staubige Umgebungen beim Spaziergang nach Möglichkeit meiden
Besonders bei kurzköpfigen Rassen ist regelmäßige Augenpflege kein Nice-to-have – sie ist ein fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge.
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