Cystitis
Cystitis ist eine Entzündung der Harnblase, die bei Hunden häufiger auftritt als viele Halter denken – besonders bei Hündinnen und älteren Tieren.
Inhalt
Cystitis ist eine Entzündung der Harnblase, die bei Hunden häufiger vorkommt als viele Halter vermuten – besonders bei Hündinnen und älteren Tieren. Die Entzündung macht das Urinieren schmerzhaft und führt zu auffälligen Verhaltensänderungen, die du als Halter rasch erkennst.
Warum entwickeln Hunde eine Blasenentzündung?
Bakterien aus dem Darmbereich wandern über die Harnröhre in die Blase – das ist der häufigste Auslöser. Bei Hündinnen passiert das leichter, weil ihre Harnröhre kürzer ist.
Blasensteine reizen die Schleimhaut mechanisch und schaffen ideale Bedingungen für Bakterien. Stress kann bei sensiblen Hunden eine sogenannte idiopathische Cystitis auslösen – der Tierarzt findet dann keine Bakterien, doch die Blase ist trotzdem entzündet.
Tumore in der Blase führen zu chronischen Entzündungen, treten aber hauptsächlich bei älteren Hunden auf. Anatomische Besonderheiten wie eine verengte Harnröhre erhöhen das Risiko dauerhaft.
Wie erkenne ich eine Blasenentzündung bei meinem Hund?
Dein Hund muss plötzlich viel öfter raus, setzt aber nur kleine Mengen Urin ab. Das Urinieren wirkt schmerzhaft – er presst, winselt vielleicht oder zeigt eine verkrampfte Haltung.
Blut im Urin erkennst du an einer rosa bis rötlichen Verfärbung. Manche Hunde lecken sich vermehrt im Genitalbereich oder zeigen Unruhe beim Versuch zu urinieren.
Ein stechender, ungewöhnlicher Uringeruch fällt oft schon beim Gassigehen auf. Bei Berührung des Bauchbereichs reagieren betroffene Hunde empfindlich oder weichen zurück.
Was kostet die Diagnose und Behandlung?
Eine Urinanalyse in der Tierarztpraxis kostet zwischen 15 und 30 Euro. Für eine Urinkultur mit Antibiogramm – bei wiederkehrenden Problemen sinnvoll – solltest du mit 40 bis 60 Euro rechnen.
Der Ultraschall der Blase schlägt mit rund 50 bis 80 Euro zu Buche, Röntgen kostet ähnlich viel. Die Antibiotika-Behandlung über ein bis zwei Wochen liegt meist unter 50 Euro.
Bei Blasensteinen wird es teurer: Die operative Entfernung kann je nach Grösse und Lage der Steine 800 bis 1500 Euro kosten.
Was kann ich bis zum Tierarzttermin tun?
Stelle deinem Hund mehr Trinkmöglichkeiten bereit. Mehrere Wassernäpfe an verschiedenen Stellen helfen – manche Hunde trinken lieber, wenn das Wasser frisch gewechselt ist.
Lass ihn öfter raus, auch wenn nur wenig kommt; das Zurückhalten von Urin verschlimmert die Beschwerden. Sammle ausserdem eine Urinprobe in einem sauberen Becher – der Tierarzt kann sie direkt untersuchen.
Vermeide Schmerzmittel aus der Humanmedizin. Ibuprofen und Aspirin sind für Hunde giftig. Wärme am Bauch empfinden viele Hunde als angenehm – achte dabei auf eine mässige Temperatur.
Wie kann ich vorbeugen?
Sorge für ausreichend Trinkmöglichkeiten und regelmässige Gassirunden. Urin, der lange in der Blase verbleibt, begünstigt Bakterienwachstum.
Bei Hündinnen mit wiederkehrenden Problemen hilft es, den Genitalbereich nach dem Kot sauber zu wischen – immer von vorn nach hinten.
Spezialfutter für steinbildende Hunde kann sinnvoll sein, ist aber teurer als normales Futter. Lass dich vom Tierarzt beraten, ob das bei deinem Hund nötig ist.
Wann wird es gefährlich?
Wenn dein Hund gar nicht mehr urinieren kann oder nur noch tröpfchenweise, ist das ein Notfall. Besonders Rüden können durch Blasensteine einen Harnröhrenverschluss erleiden.
Fieber, Appetitlosigkeit oder Apathie zeigen an, dass sich die Infektion ausbreitet. Sie kann dann die Nieren erreichen und lebensbedrohlich werden.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …