Blepharospasmus
Inhalt
Blepharospasmus ist das unkontrollierte, schmerzhafte Zusammenkneifen der Augenlider beim Hund. Das Augenlid zuckt oder verkrampft sich unwillkürlich, entweder an einem oder an beiden Augen.
Für Hundehalter sieht das so aus: Der Hund blinzelt extrem häufig, kneift die Augen zusammen oder hält sie ganz geschlossen. Das passiert nicht willentlich, das Augenlid reagiert auf Schmerz, Reizung oder neurologische Störungen.
Was verursacht Blepharospasmus beim Hund?
Die häufigste Ursache sind Augenerkrankungen. Eine Bindehautentzündung reizt das Auge so stark, dass der Hund reflexartig die Lider zusammenpresst. Hornhautverletzungen, etwa durch Dornen oder Sand, lösen dieselbe Reaktion aus.
Trockene Augen (Keratokonjunktivitis sicca) sind ein weiterer Auslöser. Wenn die Tränenproduktion nicht ausreicht, verkrampft sich das Lid beim verzweifelten Versuch zu blinzeln. Neurologische Schäden am Gesichtsnerv können ebenfalls zu unkontrollierten Lidbewegungen führen.
Manchmal stecken auch Stress oder Vergiftungen dahinter, dann ist der Blepharospasmus nur ein Symptom einer grösseren Störung.
Wie erkenne ich Blepharospasmus bei meinem Hund?
Das Hauptsymptom ist unübersehbar: Dein Hund blinzelt übermässig häufig oder hält die Augen krampfhaft geschlossen. Das sieht aus, als würde er gegen helles Licht ankneifen, nur ohne äusseren Lichtreiz.
Zusätzlich bemerkst du oft Rötungen oder Schwellungen am Augenlid. Viele Hunde reagieren empfindlich auf Berührungen im Augenbereich und haben verstärkten Tränenfluss. Manche schaffen es kaum noch, die Augen normal zu öffnen, was das Sehen einschränkt.
Was kann ich als Erstmassnahme tun?
Schau dir das betroffene Auge genau an, aber fasse es nicht an. Ist ein Fremdkörper sichtbar (Grashalm, Sand), versuche nicht ihn selbst zu entfernen. Das kann die Verletzung verschlimmern.
Spüle das Auge vorsichtig mit klarem, lauwarmem Wasser oder Kochsalzlösung. Halte den Kopf deines Hundes dabei so, dass das Wasser vom inneren zum äusseren Augenwinkel fliesst.
Verhindere, dass dein Hund sich kratzt oder reibt, notfalls mit einem Halskragen. Bei anhaltenden Krämpfen oder wenn das Auge gerötet und geschwollen ist, gehst du sofort zum Tierarzt.
Wie wird Blepharospasmus diagnostiziert?
Der Tierarzt untersucht das Auge mit speziellen Instrumenten auf Verletzungen oder Entzündungen. Ein Tränenproduktionstest zeigt, ob das Auge zu wenig Feuchtigkeit produziert.
Bei Verdacht auf neurologische Ursachen folgt eine neurologische Untersuchung. Bildgebende Verfahren kommen nur bei komplexeren Fällen zum Einsatz, etwa wenn ein Tumor vermutet wird.
Welche Behandlung hilft?
Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Bakterielle Bindehautentzündungen werden mit Antibiotika behandelt, bei Hornhautverletzungen kommen oft zusätzlich entzündungshemmende Tropfen zum Einsatz.
Trockene Augen brauchen Tränenersatzmittel oder Medikamente, die die körpereigene Tränenproduktion ankurbeln. Schmerzbedingte Krämpfe lassen sich mit gezielter Schmerztherapie behandeln.
Bei neurologischen Ursachen ist die Behandlung komplexer und erfordert spezialisierte Therapieansätze. Stress-bedingter Blepharospasmus verschwindet oft mit beruhigenden Massnahmen oder Verhaltenstherapie.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Keratokonjunktivitis sicca (trockenes Auge)
Keratokonjunktivitis sicca (trockenes Auge) ist eine chronische Augenerkrankung beim Hund, bei der die Tränenproduktion vermindert ist …
Dysphagie (Schluckstörung)
Dysphagie (Schluckstörung) ist eine Erkrankung beim Hund, bei der das Tier Probleme hat, Futter oder Wasser …
Tremor
Tremor bezeichnet ein unwillkürliches, rhythmisches Zittern oder Schütteln, das einen einzelnen Körperteil oder den ganzen Hund …
Pfotenkauen bei Hunden
Pfotenkauen beschreibt das intensive Lecken oder Nagen eines Hundes an seinen eigenen Pfoten, das über die …