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Biodiversität

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Biodiversität Quelle: legacy_text
Definition

Biodiversität bezeichnet die Vielfalt des Lebens. Dazu gehören die Vielfalt der Ökosysteme, der Arten und der Gene sowie die Wechselwirkungen zwischen ihnen.

Inhalt
  1. Was bedeutet Biodiversität?
  2. Warum ist Biodiversität wichtig?
  3. Was hat Biodiversität mit Hunden zu tun?
  4. Wie können Hundehalter die Biodiversität schützen?
  5. Biodiversität bedeutet nicht «Natur ohne Hunde»

Biodiversität bezeichnet die Vielfalt des Lebens. Dazu gehören die Vielfalt der Ökosysteme, der Arten und der Gene sowie die Wechselwirkungen zwischen ihnen. Sie bildet eine wichtige Grundlage für funktionierende und widerstandsfähige Ökosysteme.

Was bedeutet Biodiversität?

Der Begriff Biodiversität setzt sich aus den Wörtern «biologisch» und «Diversität», also Vielfalt, zusammen. Gemeint ist damit die gesamte biologische Vielfalt auf der Erde.

Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) unterscheidet dabei drei Ebenen:

  1. Vielfalt der Ökosysteme: Dazu gehören beispielsweise Wälder, Gewässer, Moore, Wiesen oder andere Lebensräume.
  2. Artenvielfalt: Sie umfasst die verschiedenen Tier-, Pflanzen-, Pilz- und Mikroorganismenarten.
  3. Genetische Vielfalt: Sie beschreibt die Unterschiede innerhalb einer Art. Bei Hunden zeigt sich genetische Vielfalt beispielsweise in der grossen Vielfalt von Rassen und Populationen.

Zur Biodiversität gehören ausserdem die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Ebenen. Ein Ökosystem besteht nicht nur aus einzelnen Arten. Pflanzen, Tiere, Pilze, Mikroorganismen und ihre unbelebte Umwelt stehen miteinander in Beziehung. Diese Wechselwirkungen tragen dazu bei, dass Ökosysteme funktionieren und auf Veränderungen reagieren können.

Biodiversität ist damit mehr als eine möglichst lange Liste verschiedener Tier- und Pflanzenarten. Auch die genetische Vielfalt innerhalb einer Art und die Vielfalt der Lebensräume sind Teil davon.

Warum ist Biodiversität wichtig?

Eine hohe biologische Vielfalt trägt zur Stabilität und Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen bei. Ökosysteme stellen zahlreiche Leistungen bereit, von denen auch Menschen und Tiere abhängig sind. Dazu gehören unter anderem die Bereitstellung von Nahrung und sauberem Wasser, die Bestäubung von Pflanzen, die Bodenbildung und verschiedene regulierende Funktionen.

Geht Biodiversität verloren, können sich auch die Funktionen eines Ökosystems verändern. Besonders problematisch ist nicht nur das Aussterben einzelner Arten. Auch der Verlust von Lebensräumen und genetischer Vielfalt kann langfristige Folgen haben.

Das BAFU bezeichnet Biodiversität als Grundlage des Lebens und weist darauf hin, dass die biologische Vielfalt weltweit und auch in der Schweiz stark zurückgegangen ist.

Was hat Biodiversität mit Hunden zu tun?

Hunde sind Teil unserer Umwelt und bewegen sich gemeinsam mit ihren Haltern täglich durch unterschiedliche Lebensräume. Dadurch können sie mit wildlebenden Tieren und deren Lebensräumen in Kontakt kommen.

Das ist vor allem beim Spazierengehen in Wäldern, Naturschutzgebieten, an Gewässern und auf naturnahen Flächen relevant. Ein Hund muss dabei nicht einmal Wildtiere jagen, damit sein Verhalten Auswirkungen hat. Seine Anwesenheit kann Wildtiere stören und dazu führen, dass sie bestimmte Bereiche meiden oder ihr Verhalten verändern.

Eine experimentelle Studie aus Australien untersuchte beispielsweise den Einfluss von Spaziergängern mit Hunden auf Vögel in Waldgebieten. In den untersuchten Bereichen führte die Anwesenheit von Hundehaltern zu einer geringeren Vogelvielfalt und einer geringeren Anzahl von Vögeln. Die Autoren kamen deshalb zu dem Schluss, dass besonders empfindliche Naturschutzgebiete nicht uneingeschränkt für das Gassigehen mit Hunden genutzt werden sollten.

Auch eine Übersichtsarbeit zu den Wechselwirkungen zwischen Hunden und Wildtieren beschreibt verschiedene mögliche Auswirkungen. Dazu gehören unter anderem Störungen, Prädation (also das Erbeuten von Wildtieren), Konkurrenz um Ressourcen, Krankheitsübertragung und in bestimmten Regionen auch Hybridisierung mit wildlebenden Caniden. Gleichzeitig betonen die Autoren, dass die Bedeutung dieser Risiken je nach Region und Situation unterschiedlich ist.

Für Hundehalter bedeutet das nicht, dass ein Spaziergang in der Natur grundsätzlich problematisch ist. Entscheidend ist vielmehr, wie, wo und unter welchen Bedingungen Hunde in naturnahen Gebieten unterwegs sind.

Wie können Hundehalter die Biodiversität schützen?

Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur beginnt beim täglichen Spaziergang. Besonders in empfindlichen Lebensräumen sollte der Hund auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und dort angeleint werden, wo dies zum Schutz von Wildtieren vorgeschrieben und sinnvoll ist.

Auch die Rücksichtnahme auf Wildtiere spielt eine wichtige Rolle. Sichtbare Tiere sollten nicht verfolgt werden. Gleiches gilt für Jungtiere, Nester, Brutplätze oder andere Bereiche, in denen Wildtiere besonders empfindlich auf Störungen reagieren.

Bei Gewässern kommt ein weiterer Aspekt hinzu. Tierarzneimittel, wenn das Fell der Hunde damit behandelt wurde, können in die Umwelt gelangen. Eine Studie aus London untersuchte beispielsweise die Belastung von Gewässern in einem städtischen Naturschutzgebiet, in dem Hunde schwimmen. Dabei wurden unter anderem die Wirkstoffe Fipronil und Imidacloprid nachgewiesen. Die Autoren sehen bei der Nutzung solcher Gewässer durch Hunde Möglichkeiten, die Belastung der aquatischen Umwelt zu reduzieren.

Auch die Wahl der Spazierwege kann einen Unterschied machen. Naturschutzgebiete, Brutgebiete und besonders sensible Lebensräume sollten nicht als attraktive Freilaufflächen betrachtet werden. Ein gut gewählter Spazierweg ermöglicht dem Hund Bewegung und Beschäftigung und lässt Wildtieren ausreichend Rückzugsraum.

Biodiversität bedeutet nicht «Natur ohne Hunde»

Hunde gehören in vielen Regionen zum Alltag und motivieren Menschen dazu, sich regelmässig draussen zu bewegen. Gleichzeitig haben Hundehalter eine besondere Nähe zu vielen Grünflächen, weil sie diese täglich nutzen.

Deshalb geht es beim Schutz der Biodiversität nicht darum, Hunde pauschal aus der Natur auszuschliessen. Entscheidend ist eine möglichst gute Balance zwischen der Nutzung von Naturräumen durch Menschen und Hunde und dem Schutz empfindlicher Lebensräume und Wildtiere.

Gerade in stark besiedelten Gebieten übernehmen Grünflächen ausserdem eine wichtige Funktion für die biologische Vielfalt. Städte sind nicht grundsätzlich biodiversitätsarm. Auch urbane Lebensräume können zahlreiche Pflanzen- und Tierarten beherbergen und einen Beitrag zum Naturschutz leisten.

Für Hundehalter bedeutet Naturschutz deshalb vor allem: Die Natur nicht nur als Auslaufgebiet betrachten, sondern als Lebensraum, den wir mit zahlreichen anderen Arten teilen.