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Begleithundesport

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Begleithundesport
Definition

Der Begleithundesport ist eine Hundesportart, die Grundgehorsam und Sozialverträglichkeit in standardisierten Prüfungssituationen testet.

Inhalt
  1. Wie läuft die Begleithundeprüfung ab?
  2. Welche Hunde dürfen teilnehmen?
  3. Wie viel Training braucht ein Hund?
  4. Was kostet die Begleithundeprüfung?
  5. Wo kann man sich anmelden?

Der Begleithundesport ist eine Hundesportart, die Grundgehorsam und Sozialverträglichkeit in standardisierten Prüfungssituationen testet.

Die Begleithundeprüfung (BH/VT) gilt als Grundvoraussetzung für Turnierhundesport, Agility und Schutzhundsport. Sie prüft, ob ein Hund in Alltagssituationen kontrolliert reagiert und keine Gefahr darstellt.

Anders als bei reinen Gehorsamkeits-Übungen wird hier das Verhalten unter realen Bedingungen bewertet: mit Strassenlärm, fremden Menschen und unvorhersehbaren Situationen.

Wie läuft die Begleithundeprüfung ab?

Die Prüfung besteht aus drei Teilen mit unterschiedlicher Punkteverteilung.

Teil A: Gehorsamsprüfung (60 Punkte)

Auf einem eingezäunten Platz zeigt der Hund fünf Standardübungen:

  • Leinenführigkeit (15 Punkte): Normales und schnelles Tempo, Richtungswechsel, Stoppen
  • Freifolge (20 Punkte): Gleiche Übung ohne Leine
  • Sitz aus der Bewegung (10 Punkte): Hund bleibt sitzen, Halter geht 30 Schritte weiter
  • Ablegen mit Herankommen (10 Punkte): Aus 30 Schritt Entfernung abrufen
  • Ablegen unter Ablenkung (5 Punkte): 10 Minuten ruhig liegen, während anderes Team prüft

Teil B: Verkehrssicherheitsprüfung (40 Punkte)

In echter Umgebung – meist Fussgängerzone oder Parkplatz – testet der Richter acht Situationen:

  • Begegnung mit Personengruppen (5 Punkte)
  • Begegnung mit Radfahrern (5 Punkte)
  • Begegnung mit Autos (5 Punkte)
  • Jogger oder Menschen mit Kinderwagen (5 Punkte)
  • Andere Hunde-Teams (5 Punkte)
  • Akustische Reize (Hupen, Baustellenlärm) (5 Punkte)
  • Menschenansammlungen (5 Punkte)
  • Optische Reize (flatternde Planen, Rollkoffer) (5 Punkte)

Bewertung und Bestehen

Mindestpunktzahl: 70 von 100 Punkten, wobei in Teil B mindestens 35 von 40 Punkten erreicht werden müssen. Ein Ausschluss erfolgt bei aggressivem Verhalten, unkontrolliertem Bellen über 30 Sekunden oder dreimaligem Nichtbefolgen eines Kommandos.

Welche Hunde dürfen teilnehmen?

Alle Hunderassen und Mischlinge ab 15 Monaten können die Prüfung ablegen.

Ausschlusskriterien sind Läufigkeit bei Hündinnen, sichtbare Krankheitszeichen oder fehlende Haftpflichtversicherung. Eine Tollwutimpfung ist Pflicht, der Nachweis wird vor Prüfungsbeginn kontrolliert.

Geeignet sind Hunde, die bereits zuverlässig Grundkommandos beherrschen und nicht bei jedem Umweltreiz in Aufregung geraten.

Wie viel Training braucht ein Hund?

Bei gutem Grundgehorsam und Sozialisation rechnet man mit 3 bis 6 Monaten gezielter Vorbereitung.

Das Training umfasst zwei Phasen: Erst die Gehorsamkeits-Übungen auf dem Hundeplatz perfektionieren, dann das Verhalten unter Ablenkung in der Öffentlichkeit üben. Mindestens zwei Trainingseinheiten pro Woche sind üblich, eine davon sollte in belebter Umgebung stattfinden.

Häufig scheitern Hunde, die zu Hause perfekt gehorchen, bei der ersten Begegnung mit einem Skateboard oder bellenden Hunden. Umwelttraining ist daher entscheidend.

Was kostet die Begleithundeprüfung?

Die Prüfungsgebühr liegt zwischen 80 und 120 Euro, je nach Bundesland und Verein.

Zusätzliche Kosten entstehen für Vorbereitungskurse (150 bis 300 Euro für 8 bis 12 Wochen) und eventuell für Einzelstunden bei Problemverhalten (50 bis 80 Euro pro Stunde).

Viele Hundesportvereine bieten Mitgliedern rabattierte Konditionen. Eine Vereinsmitgliedschaft kostet meist 50 bis 80 Euro jährlich.

Wo kann man sich anmelden?

Prüfungen finden über Vereine des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen), des DVG (Deutscher Verband der Gebrauchshundsportvereine) oder des BHV (Berufsverband der Hundeerzieher) statt.

Die Anmeldung erfolgt meist 4 bis 6 Wochen vor dem Prüfungstermin direkt beim ausrichtenden Verein. Mitgebracht werden müssen: Impfpass, Haftpflichtnachweis, Kopie der Ahnentafel oder Abstammungsnachweis.

Häufige Fehler bei der ersten Prüfung

Unzureichende Leinenführigkeit: Der Hund zieht oder läuft zu weit voraus

Ablenkbarkeit: Reagiert zu stark auf andere Hunde oder Umweltreize

Nervosität des Halters: Überträgt sich auf den Hund und verschlechtert die Leistung