Antioxidantien
Antioxidantien sind Moleküle, die freie Radikale im Hundekörper neutralisieren und damit Zellschäden verhindern.
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Antioxidantien sind Moleküle, die freie Radikale im Hundekörper neutralisieren und damit Zellschäden verhindern. Freie Radikale entstehen durch normalen Stoffwechsel, Umweltgifte oder Stress – bei einem 30-Kilogramm-Hund täglich mehrere Milliarden davon.
Was bewirken Antioxidantien konkret im Hundekörper?
Sie bremsen oxidative Prozesse, die Zellmembranen angreifen. Ein Border Collie mit hoher körperlicher Belastung produziert mehr freie Radikale als ein ruhiger Mops – der Bedarf an Schutzstoffen fällt entsprechend unterschiedlich aus.
Vitamin E schützt die Fettsäuren in Zellwänden. Bei Mangel werden die Membranen porös, was bei älteren Hunden zu kognitiven Problemen führen kann. Vitamin C regeneriert verbrauchtes Vitamin E und hält das Immunsystem funktionsfähig, auch wenn gesunde Hunde es selbst produzieren.
Beta-Carotin wandelt sich bei Bedarf in Vitamin A um und erhält die Netzhaut funktionsfähig. Ein Mangel zeigt sich zuerst als Nachtblindheit – bei jagdlich geführten Hunden ein deutliches Warnsignal.
Welche Mengen benötigt ein Hund täglich?
Die Bedarfsangaben variieren erheblich. Bei Vitamin C etwa haben gesunde Hunde gar keinen Zusatzbedarf, weil sie es selbst bilden – erst bei Stress oder Krankheit wird über eine Ergänzung überhaupt diskutiert.
Beim Vitamin E steigt der Bedarf mit Körpergewicht und Belastung, und über normales Futter ist er kaum zu decken. Wie viel ein einzelner Hund zusätzlich braucht, klärt man am besten mit der Tierarztpraxis oder einer Ernährungsberatung – eine pauschale Rechenformel führt hier schnell in die Unter- oder Überversorgung.
Bei Selen ist eigenmächtiges Zufüttern besonders heikel: Ob überhaupt ein Defizit vorliegt und welche Menge dann passt, kann nur die Tierarztpraxis beurteilen. Schon ab 1 mg wirkt es toxisch – die Spanne zwischen Nutzen und Schaden ist extrem schmal.
Welche Lebensmittel liefern verwertbare Mengen?
Blaubeeren enthalten 60 mg Vitamin C pro 100 Gramm, aber ein Hund müsste täglich 300 Gramm fressen, um therapeutische Mengen zu erreichen. Realistischer sind 20–30 Beeren als Leckerli für die Polyphenole.
Karotten liefern 8 mg Beta-Carotin pro 100 Gramm. Eine mittelgrosse Karotte täglich deckt den Grundbedarf – allerdings nur gekocht, denn rohe Karotten gibt der Hund meist unverdaut wieder ab.
Lebertran aus Dorsch enthält hohe Mengen Vitamin A und E, doch 5 ml täglich reichen bereits aus. Mehr führt zu Hypervitaminose A – erkennbar an stumpfem Fell und Appetitlosigkeit.
Wann sind Nahrungsergänzungen sinnvoll?
Bei Leistungshunden, chronischen Erkrankungen oder nach Operationen steigt der Bedarf deutlich. Ein Agility-Border Collie im Training hat einen drei- bis vierfach erhöhten Vitamin-C-Bedarf, den normales Futter nicht deckt.
Alte Hunde ab 8 Jahren profitieren von zusätzlichem Coenzym Q10, da die körpereigene Produktion nachlässt. 30 mg täglich können die Herzfunktion stabilisieren – allerdings nur in pharmazeutischer Qualität, nicht als Humanpräparat.
Krebspatienten unter Chemotherapie benötigen oft hochdosierte Antioxidantien, aber niemals ohne tierärztliche Kontrolle. Manche Wirkstoffe können die Therapie blockieren.
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