Übung · Training & Erziehung

Präzisionsapport

⏱ 20 Min
Zeitaufwand
20 Min
Hilfsmittel
3-5 verschiedene Apportier-Gegenstände (Ball, Dummy, Spielzeug)
Trainingsziel

Der Hund lernt, spezifische Gegenstände auf Namen-Kommando aus mehreren Objekten herauszufinden und zu apportieren.

Ziel: Dein Hund apportiert gezielt den Gegenstand, den du benennst – auch wenn fünf andere daneben liegen.

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten (setzt sicheres Grundapport voraus)

Material: 2 deutlich unterschiedliche Gegenstände zum Start (Spielzeug, Dummy), später mehr

Wie funktioniert der Trainingsaufbau?

Phase 1 – Objektbenennung (Woche 1-2)

Arbeite zunächst nur mit einem Gegenstand. Sage den Namen drei Mal bevor dein Hund ihn aufnimmt: „Ball, Ball, Ball“ – dann erst „Bring“. Wiederhole das 10-15 Mal pro Trainingseinheit.

Nach einer Woche führst du den zweiten Gegenstand ein. Gleicher Ablauf, aber mit anderem Namen und deutlich anderer Form.

Phase 2 – Unterscheidung (Woche 3-4)

Lege beide Gegenstände einen Meter auseinander. Schicke deinen Hund gezielt zum einen: „Hol den Ball“. Bringt er den falschen Gegenstand, ignoriere ihn komplett – kein „Nein“, keine Aufmerksamkeit.

Erst wenn er den richtigen Gegenstand bringt, gibt es Belohnung und Lob. Pro Trainingseingang 8-12 Versuche, täglich 1-2 Einheiten.

Phase 3 – Komplexität steigern (ab Woche 5)

Füge den dritten Gegenstand hinzu, aber nur wenn dein Hund bei zwei Objekten eine Trefferquote von 80% erreicht. Die Gegenstände liegen jetzt näher beieinander – maximal 50 cm Abstand.

Welche Fehler passieren häufig?

Du gehst zu schnell vor. Ein Hund braucht mindestens 100 erfolgreiche Wiederholungen, bevor er ein Objektwort sicher verknüpft.

Du bestrafst falsche Auswahl. Das führt zu Unsicherheit. Ignorieren wirkt besser – dein Hund lernt, dass nur der richtige Gegenstand zur Belohnung führt.

Die Gegenstände sind zu ähnlich. Ball und Frisbee verwechselt dein Hund leichter als Ball und Seil.

Wie variiere ich das Training?

Ändere regelmässig die Position der Gegenstände. Mal liegt der gewünschte Gegenstand links, mal rechts, mal in der Mitte.

Trainiere an verschiedenen Orten. Was in der Wohnung klappt, muss im Garten neu gefestigt werden.

Steigere die Entfernung schrittweise. Statt 3 Meter schickst du deinen Hund später über 10 Meter zu den Gegenständen.

Worauf muss ich bei der Sicherheit achten?

Alle Trainingsgegenstände müssen grösser sein als das Maul deines Hundes. Verschluckungsgefahr entsteht besonders bei kleinen, harten Objekten.

Keine scharfen Kanten oder splitternde Materialien verwenden. Holzstücke können beim Kauen gefährlich werden.

Kontrolliere die Gegenstände vor jeder Einheit auf Beschädigungen. Abgerissene Teile sind ein Risiko.

Was du brauchst

3-5 verschiedene Apportier-Gegenstände (Ball, Dummy, Spielzeug)