Objekt-Suchen und -Bringen
Der Hund lernt, bestimmte Objekte zu suchen und zu seinem Besitzer zu bringen.
Ziel: Dein Hund lernt, bestimmte Objekte zu finden und dir zu bringen. Die Übung verbindet Nasenarbeit mit Apportieren und stärkt eure Zusammenarbeit.
Schwierigkeitsgrad: Mittelstufe (Voraussetzung: Hund kann „Sitz“ und „Bleib“ für 30 Sekunden)
Trainingszeit: 3–4 Wochen bei täglich 10–15 Minuten
Material: Lieblingsspielzeug des Hundes, später: Tennisball, kleine Socke, Schlüsselbund (ohne scharfe Kanten)
Phase 1: Apportieren festigen (Woche 1–2)
Bevor dein Hund Objekte suchen kann, muss das Bringen sicher sitzen. Starte mit seinem absoluten Lieblingsspielzeug.
- Interesse wecken: Zeige das Spielzeug, bewege es hin und her. Sobald der Hund es ins Maul nimmt: „Ja!“ und Leckerli.
- Halten üben: Kommando „Nimm“ geben, wenn er das Objekt aufnimmt. 2–3 Sekunden warten, dann „Aus“ und belohnen.
- Distanz aufbauen: Spielzeug einen Meter werfen. „Hol“ sagen, wenn er losläuft. Bei der Rückkehr: „Sitz“ und erst dann „Aus“.
Trainiere das täglich 5–7 Mal. Dein Hund sollte das Objekt zuverlässig bringen, bevor ihr zu Phase 2 wechselt.
Phase 2: Einfache Suchspiele (Woche 2–3)
Ab jetzt kommt die Nasenarbeit dazu. Dein Hund lernt, dass „verschwundene“ Objekte aufspürbar sind.
- Sichtbares Verstecken: Lass deinen Hund „Sitz“ und „Bleib“ machen. Lege das Spielzeug gut sichtbar 2 Meter entfernt hin.
- Such-Kommando einführen: „Such“ sagen und mit ausgestrecktem Arm in Richtung Spielzeug zeigen.
- Belohnung: Sobald er das Objekt aufnimmt: überschwängliches Lob. Beim Bringen: zusätzliches Leckerli.
- Schwierigkeit steigern: Spielzeug teilweise hinter einem Stuhlbein verstecken, später komplett ausser Sichtweite.
Pro Trainingseinheit: 3–4 Suchversuche. Mehr davon überfordert die Konzentration, dann lieber eine Pause einlegen.
Phase 3: Echte Objektsuche (Woche 3–4)
Dein Hund lernt jetzt, verschiedene Gegenstände zu unterscheiden und gezielt zu suchen.
- Objektwechsel: Verwende abwechselnd Tennisball, Socke oder Schlüssel. Jedes Mal das Objekt zeigen und benennen: „Such den Ball“.
- Mehrere Verstecke: Verstecke ein Objekt an einem von drei möglichen Plätzen (unter Kissen, hinter Tür, im Körbchen).
- Distanz erhöhen: Schicke den Hund in andere Räume. Beginne mit der Küche oder dem Flur – Räume, die er gut kennt.
- Verschiedene Höhen: Verstecke Objekte auf Bodenhöhe, auf niedrigen Möbeln oder in Körben.
Häufige Trainings-Stolpersteine
Hund bringt Objekt nicht zurück: Gehe zurück zu Phase 1. Das Apportieren muss hundertprozentig sitzen, bevor ihr weitermacht.
Desinteresse nach 2–3 Suchen: Zu lange trainiert. Maximal 10 Minuten am Stück, dann Pause.
Hund findet Versteck nicht: Das Versteck war zu schwer. Ein Erfolg alle 2–3 Versuche ist optimal für die Motivation.
Sicherheits-Checkliste
Verwende nur Objekte, die grösser sind als das Maul deines Hundes. Kleine Teile können verschluckt werden. Keine Gegenstände mit scharfen Kanten, spitzen Ecken oder giftigen Materialien.
Verstecke nur in ungefährlichen Bereichen: nicht unter Möbeln mit scharfen Kanten, nicht in Bereichen mit Stromkabeln oder zerbrechlichen Gegenständen.
Profi-Variationen für Fortgeschrittene
Geruchsunterscheidung: Reibe verschiedene Objekte mit unterschiedlichen Gerüchen ein (Käse, Leberwurst). Lass den Hund am gewünschten Geruch schnuppern, bevor er suchen soll.
Zeitverzögerung: Verstecke das Objekt und warte 5–10 Minuten, bevor du den Suchbefehl gibst. Das trainiert das Arbeitsgedächtnis.
Outdoor-Suche: Im Garten oder auf der Wiese verstecken. Hier arbeitet der Hund hauptsächlich mit der Nase, weil der Wind die Geruchsverteilung verändert.
Was du brauchst
Verschiedene Objekte wie Spielzeuge oder Alltagsgegenstände