Hindernis umrunden
Der Hund lernt, auf Kommando um ein Hindernis zu laufen und zum Hundeführer zurückzukehren.
Ziel: Dein Hund umrundet ein Hindernis auf Kommando und kehrt zu dir zurück.
Schwierigkeitsgrad: Mittel (setzt „Platz“ und „Hierher“ voraus)
Material: Stabiler Gegenstand (Pylon, Stuhl, Eimer), hochwertige Leckerlis, eventuell 3-Meter-Schleppleine
Wie bringe ich meinem Hund das Umrunden bei?
Das Umrunden ist kein Instinkt – du baust es systematisch auf. Die meisten Hunde verstehen anfangs nicht, warum sie einen Umweg laufen sollen.
Schritt 1 – Interesse am Hindernis wecken: Leg Leckerlis direkt hinter den Gegenstand. Dein Hund soll ihn als positiven Ort erleben, nicht als Barriere.
Schritt 2 – Erste Umrundung mit Lockung: Du stehst 2 Meter vom Hindernis entfernt. Nimm ein Leckerli in die Hand und führe deinen Hund mit der Hand einmal um den Gegenstand herum. Belohne sofort nach der vollständigen Umrundung.
Schritt 3 – Handsignal entwickeln: Zeig mit ausgestrecktem Arm in die Richtung, in die dein Hund laufen soll. Noch immer mit Leckerli in der Hand, aber weniger direktes Locken.
Schritt 4 – Kommando einführen: Sage „Umrunden“ (oder dein Wunschwort) eine Sekunde bevor du das Handsignal gibst. Der Hund soll das Wort mit der Bewegung verknüpfen.
Schritt 5 – Distanz aufbauen: Erst wenn dein Hund zuverlässig umrundet, gehst du weiter weg. Von 2 auf 3, dann 4 Meter. Steigere das Tempo nicht schneller.
Welche Richtung soll mein Hund laufen?
Entscheide dich für eine feste Richtung – entweder immer im Uhrzeigersinn oder immer dagegen. Manche Trainer bevorzugen die Richtung, die der natürlichen Laufrichtung des Hundes entspricht. Beobachte bei ersten Übungen, in welche Richtung dein Hund von sich aus läuft.
Was mache ich wenn mein Hund das Hindernis nicht umläuft?
Häufigster Fehler: Du stehst zu weit weg. Geh zurück zu Schritt 2 und führe ihn wieder mit der Hand. Einige Hunde benötigen 10–15 Wiederholungen, bis sie verstehen, was gemeint ist.
Dein Hund springt über das Hindernis? Wähle einen höheren Gegenstand oder übe an einer Wand entlang – dort kann er nicht darüber springen.
Er bleibt vor dem Hindernis stehen? Das passiert bei ängstlichen Hunden. Lass ihn das Hindernis erst ausgiebig beschnuppern. Leg Leckerlis darauf und lass ihn diese fressen.
Häufige Trainings-Stolpersteine
Zu schnell gesteigert: Viele wollen nach 3 erfolgreichen Umrundungen sofort die Distanz verdoppeln. Das führt zu Verwirrung.
Unklare Körpersprache: Du drehst dich mit dem Hund mit oder bewegst dich zu viel. Bleib ruhig stehen und nutze nur dein Handsignal.
Unpassendes Hindernis: Zu leichte Gegenstände kippen um, zu niedrige werden übersprungen. Ein 50 cm hoher, stabiler Gegenstand ist ideal.
Praktische Variationen für Fortgeschrittene
Wechsle zwischen verschiedenen Gegenständen – Baum, Mülltonne, Laternenpfahl. Jeder hat eine andere Form und erfordert Anpassung.
Übe das Umrunden aus verschiedenen Winkeln. Nicht immer frontal vor dem Hindernis stehen, sondern auch seitlich versetzt.
Baue es in Spaziergänge ein: „Umrunde den Baum“ während des normalen Gehens macht die Übung alltagstauglich.
Wann sollte ich diese Übung nicht machen?
Bei Gelenkproblemen oder nach Operationen solltest du scharfe Wendungen vermeiden. Frag vorher deinen Tierarzt.
Sehr junge Welpen unter 4 Monaten sind oft noch zu verspielt und unkonzentriert für strukturierte Übungen.
An heissen Tagen die Übung in den Schatten verlegen oder ganz aussetzen – die Konzentration leidet bei Hitze.
Was du brauchst
Pylon oder Stuhl, Leckerlis