Vertrauenslauf
Der Hund lernt, seinem Besitzer auch in ungewohnten Situationen vertrauensvoll zu folgen.
Ziel: Dein Hund folgt dir entspannt, auch wenn ihr unbekanntes Terrain betretet. Bei Unsicherheit schaut er zu dir – statt wegzulaufen oder einzufrieren.
Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Material: Hochwertige Leckerlis, die dein Hund nur selten erhält
Wie läuft die Übung ab?
Schritt 1 – Vertraute Basis (Woche 1): Gehe 5 Minuten auf euren gewohnten Wegen. Sobald dein Hund von selbst zu dir schaut, sagst du „Prima“ und gibst ein Leckerli. Anfangs passiert das etwa alle 30 Sekunden.
Schritt 2 – Kleine Abweichung (Woche 2): Biege nach 3 Minuten in eine Seitenstrasse ab, die dein Hund schon einmal gesehen hat. Bleibt er stehen oder zögert er, warte 3 Sekunden. Folgt er dann, sofort belohnen. Geht er nicht mit, kehre auf den bekannten Weg zurück und probiere es am nächsten Tag mit einer ruhigeren Abzweigung.
Schritt 3 – Echtes Neuland (ab Woche 3): Laufe bewusst einen Weg, den ihr noch nie zusammen gegangen seid. Dein Hund sollte jetzt binnen 5 Sekunden folgen, wenn du die Richtung wechselst. Zögert er länger, ist er noch nicht bereit – zurück zu Schritt 2.
Woran erkenne ich Fortschritte?
Nach 2 Wochen folgt dein Hund ohne Zögern, wenn ihr bekannte Seitenstrassen nehmt. Nach 4 Wochen läuft er entspannt mit, selbst wenn er den Weg nicht kennt. Sein Körper bleibt locker, er schnüffelt normal weiter, statt angespannt zu starren.
Was sind typische Stolperfallen?
Zu grosse Sprünge: Du biegst direkt in einen belebten Park ab, statt erst ruhige Seitenstrassen zu testen. Dein Hund wird überfordert und das Vertrauen bröckelt.
Falsche Belohnung: Du lobst auch, wenn dein Hund zögert und erst nach Zureden mitkommt. Damit stärkst du das Zögern – nicht das Vertrauen.
Ungeduld: Du ziehst an der Leine, wenn er nicht sofort folgt. Das wirkt dem Vertrauensaufbau direkt entgegen.
Wie kann ich die Übung anpassen?
Für ängstliche Hunde: Beginne mit Richtungsänderungen im eigenen Garten. Erst wenn er dort entspannt folgt, geht ihr nach draussen.
Für selbstbewusste Hunde: Teste verschiedene Untergründe – Kies, Waldboden, Brücken. Jeder neue Untergrund ist eine Mini-Vertrauensübung.
Sicherheitshinweis: Schaue neue Wege vorher ohne Hund ab. Baustellen, Glasscherben oder Bereiche mit starkem Verkehr sind für diese Übung nicht geeignet.
Was du brauchst
Keine besonderen Hilfsmittel nötig