Gegenstand berühren
Der Hund lernt, mit der Nase gezielt einen bestimmten Gegenstand zu berühren.
Warum Target-Training mehr ist als nur berühren
Target-Training schafft mentale Beschäftigung und verbessert die Konzentration deines Hundes. Ein Hund, der gelernt hat, Gegenstände gezielt zu berühren, kann später komplexere Aufgaben lösen – vom Türenschliessen bis zum Apportieren spezifischer Objekte.
Welches Material benötigst du für den Start?
Grundausstattung: Ein handtellergroßer Gegenstand mit glatter Oberfläche (Joghurtdeckel, kleine Matte oder ein Frisbee). Dazu einen Klicker oder ein Markerwort wie „Ja“ für präzises Timing.
Leckerlis: Kleine, weiche Belohnungen, die sich schnell kauen lassen. Käsewürfel oder getrocknete Leber funktionieren besser als harte Kekse – dein Hund soll sich aufs Training konzentrieren, nicht aufs Kauen.
Wie führst du das Signalwort richtig ein?
Das Signal kommt erst, wenn dein Hund den Gegenstand bereits sicher berührt. Viele Halter sagen „Touch“, bevor der Hund versteht, was er tun soll – das verwirrt nur.
Reihenfolge: Erst zehn bis fünfzehn erfolgreiche Berührungen ohne Wort. Dann sagst du „Touch“ eine Sekunde, bevor du den Gegenstand zeigst. Nach weiteren zehn Durchgängen wartest du mit dem Zeigen, bis dein Hund auf „Touch“ reagiert.
Schritt-für-Schritt Aufbau mit perfektem Timing
Phase 1 – Interesse wecken: Halte den Gegenstand 20 cm vor die Hundenase. Sobald er ihn auch nur anschaut: Klick und Leckerli. Drei bis fünf Durchgänge reichen.
Phase 2 – Erste Berührung: Warte jetzt nur noch auf Nasenkontakt. In dem Moment, in dem die Nase den Gegenstand berührt: Klick, dann Leckerli. Nicht klicken, wenn er leckt oder beisst – nur bei sanfter Berührung.
Phase 3 – Distanz aufbauen: Lege den Gegenstand auf den Boden, zunächst 30 cm entfernt, später einen Meter, dann zwei Meter. Dein Hund soll hingehen und berühren, ohne dass du den Gegenstand hältst.
Was machst du bei typischen Problemen?
Hund beisst statt berührt: Warte drei Sekunden ohne Reaktion, dann erneut zeigen. Nur sanfte Nasenkontakte werden belohnt – nie Kauen oder Festhalten.
Hund ignoriert den Gegenstand: Reibe ihn mit etwas Leberwurst ein oder starte mit seinem Lieblingsspielzeug. Manche Hunde benötigen mehr Motivation als andere.
Unruhe oder Stress: Kürzere Einheiten von zwei bis drei Minuten helfen, ebenso mehr Pausen. Ein gestresster Hund kann sich kaum konzentrieren.
Wie variierst du das Training für Fortgeschrittene?
Sobald dein Hund einen Gegenstand zuverlässig berührt, wechsle Material und Form. Verschiedene Texturen – rau, glatt, weich – fordern ihn neu heraus. Später kannst du mehrere Gegenstände hinlegen und nur einen davon „aktivieren“ – das schärft die Konzentration erheblich.
Wie oft sollte ich das Target-Training üben?
Täglich fünf bis zehn Minuten reichen aus. Mehr frustriert den Hund und macht das Training ineffektiv.
Ab welchem Alter können Welpen Target-Training lernen?
Ab zehn bis zwölf Wochen, sobald sie sich für zwei bis drei Minuten konzentrieren können. Plane kürzere Einheiten und häufigere Belohnungen als bei erwachsenen Hunden.
Kann ich Target-Training ohne Klicker machen?
Ja, mit einem Markerwort wie „Ja“ oder „Gut“. Der Klicker ist aber präziser und für den Hund eindeutiger zu erkennen.
Was du brauchst
Ball oder kleine Matte, Leckerli