Übung · Sport & Freizeit

Durch einen Tunnel kriechen

⏱ 10 Min
Zeitaufwand
10 Min
Hilfsmittel
Agility-Tunnel oder große Röhre, hochwertige Leckerli
Trainingsziel

Der Hund lernt, auf Kommando sicher durch einen Tunnel zu kriechen.

Ziel: Dein Hund kriecht auf Kommando durch Tunnel verschiedener Größen und Formen.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Material: Großer Karton (offen), Agility-Tunnel oder stabile Röhre, hochwertige Leckerlis

Wie baue ich das Tunnel-Training richtig auf?

Starte nie direkt mit einem geschlossenen Tunnel. Dein Hund braucht eine Gewöhnungsphase an das „Durchkriechen“ als Bewegungsablauf.

Stufe 1 – Offener Karton:
Nimm einen großen Karton und schneide beide kurzen Seiten komplett weg. Stelle ihn so hin, dass dein Hund durchlaufen kann wie durch ein Tor. Ruf ihn von der anderen Seite mit lockerem Leckerli in der Hand. Noch kein Kommando – erstmal nur positive Erfahrung sammeln.

Stufe 2 – Niedriger Durchgang:
Klappe die obere Kartonwand nach unten, sodass dein Hund sich leicht ducken muss. Jetzt führst du das Kommando „Durch“ ein – aber erst wenn er schon zur Bewegung ansetzt. Timing ist entscheidend: Das Wort kommt kurz bevor er sich duckt, nicht danach.

Stufe 3 – Geschlossener Tunnel:
Erst wenn Stufe 2 flüssig läuft, wechselst du zum echten Tunnel. Position dich so, dass dein Hund dich am anderen Ende sehen kann – nicht seitlich stehen. Deine Körperhaltung sollte einladend sein: leicht gehockt, Arme offen.

Was mache ich wenn mein Hund den Tunnel meidet?

Der häufigste Grund ist zu schneller Aufbau. Gehe zurück zu Stufe 1 und verbringe mehr Zeit dort.

Manche Hunde brauchen eine „Spur“ durch den Tunnel: Leg ein paar Leckerlis in die Mitte des Tunnels, bevor du deinen Hund rufst. So wird das Durchkriechen zum Suchspiel.

Bei sehr ängstlichen Hunden: Kürze den Tunnel zunächst, indem du ihn zusammenschiebst. Ein 1-Meter-Tunnel ist weniger bedrohlich als ein 3-Meter-Tunnel.

Welche Fehler passieren beim Tunnel-Training häufig?

Zu früh „Durch“ rufen: Das Kommando muss mit der Bewegung verknüpft werden, nicht mit dem Stillstehen davor. Warte bis dein Hund den ersten Schritt in den Tunnel macht.

Tunnel zu eng wählen: Dein Hund sollte ohne Körperkontakt zu den Wänden durchkommen. Bei einem 25kg-Hund brauchst du mindestens 50cm Durchmesser.

Seitlich zum Tunnel stehen: Dein Hund orientiert sich an deiner Position. Stehst du seitlich, wird er versuchen zu dir zu kommen statt durchzukriechen.

Wie integriere ich Variationen ins Training?

Erst wenn dein Hund zuverlässig durch den Standard-Tunnel kriecht, beginnst du mit Variationen:

Tunnel-Länge ändern: Verkürze oder verlängere schrittweise. Manche Hunde mögen kurze, schnelle Durchgänge – andere bevorzugen lange Tunnel wo sie das Ende sehen.

Tunnel in Parcours: Kombiniere mit anderen Übungen, aber immer so, dass der Tunnel nicht das schwierigste Element ist. Er soll Spaß machen, nicht frustrieren.

Tunnel-Form: Gerade Tunnel sind einfacher als gebogene. Wechsle erst zur S-Form wenn dein Hund gerade Tunnel liebt.

Worauf muss ich bei der Sicherheit achten?

Prüfe den Tunnel vor jeder Nutzung auf Risse oder scharfe Stellen. Besonders Plastik-Tunnel können bei Temperaturwechsel spröde werden.

Der Tunnel muss fest am Boden stehen – verwende Sandsäcke oder Heringe bei Wind. Ein wegrollender Tunnel erschreckt deinen Hund und kann das ganze Training zurückwerfen.

Bei sehr stürmischen Hunden: Achte darauf dass der Tunnel nicht als Sprungbrett missbraucht wird. Manche Hunde versuchen über den Tunnel zu springen statt durchzukriechen.

Was du brauchst

Agility-Tunnel oder große Röhre, hochwertige Leckerli