Hunderasse · FCI-Gruppe 2

Argentinische Dogge (Dogo Argentino)

Jagdtrieb, Schutztrieb und Listenhund-Status sind keine Ausnahmen beim Dogo Argentino — sie sind das Grundprofil, das vor dem Kauf rechtlich und praktisch geklärt sein muss.

Größe 60–68 cmGewicht 35–45 kgLebenserwartung 10–12 JahreFCI-Standard Nr. 292
GrossKurzhaarSehr aktiv
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Foto eines Argentinische Dogge (Dogo Argentino) – KI-generiert (Imagen 4) für rundum.dog
Quelle: KI-Symbolbild Rasse
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Rechtlicher Hinweis: Listenhund in Teilen DACH.In mehreren Bundesländern und Kantonen unterliegt diese Rasse rassespezifischen Auflagen — Haltungserlaubnis, Wesenstest, Maulkorb- und Leinenpflicht, erhöhte Hundesteuer. Vor dem Kauf verbindlich bei deiner Gemeinde prüfen.
Was bedeutet das? →

01Kurzfazit

In einem Absatz

Wenn du nur 30 Sekunden Zeit hast.

Der Dogo Argentino ist ein weißer, muskulöser Jagdhund aus Argentinien, der für die Großwildjagd auf Puma und Wildschwein gezüchtet wurde. Sein ausgeprägter Jagd- und Schutztrieb, seine körperliche Stärke und sein Listenhund-Status in mehreren DACH-Ländern machen ihn zu einer Rasse, die souveräne Erfahrung, klare Führungsstruktur und eine gründliche Prüfung der Rechtslage voraussetzt — bevor die Entscheidung fällt.

02Einleitung

Was den Argentinische Dogge (Dogo Argentino) ausmacht

Einleitung

Die Argentinische Dogge (Dogo Argentino) ist ein weisser argentinischer Jagdhund, FCI-Gruppe 2, muskulös und mutig, Widerristhöhe 60–68 cm.

03Steckbrief

Eckdaten und Eignung

Steckbrief
Herkunft
Argentinien
Ursprüngliche Aufgabe
Jagd auf Puma und Wildschwein, Schutzhund
FCI
Nr. 292 · Gruppe 2 · Sektion 2.1: Molosser, doggenartige Hunde
Schulterhöhe
60–68 cm
Gewicht
35–45 kg
Lebenserwartung
10–12 Jahre
Felltyp
Kurzhaar
Benötigte Bewegung
90 min/Tag
Welpenpreis
1'200–2'500 CHF
Wartezeit
9 Monate
Sportarten
Schutzhund · Fährtenlesen · Agility
Charakter-Profil
Aktivitätslevel 4/5
Freundlichkeit zu Fremden 2/5
Bellneigung 2/5
Jagdtrieb 5/5
Spieltrieb 3/5
Erfahrung nötig 5/5
Hitzetoleranz 4/5
Kältevertraeglichkeit 2/5

04Wesen

So zeigt sich der Argentinische Dogge (Dogo Argentino) im Alltag

Im Alltag

Beim Morgensport zeigt sich, was den Dogo Argentino ausmacht: Er läuft ausdauernd, ohne zu hetzen, behält die Umgebung im Blick und reagiert auf Beutereize schnell und entschlossen. Der Jagdtrieb ist kein gelegentliches Aufflackern — er ist ein konstantes Grundmuster, das im Alltag aktives Management erfordert. Freilauf ohne gesicherte Umgebung ist für diese Rasse keine realistische Option.

Im Alltag

Intern — also in dem, was der Hund aus seiner Genetik mitbringt — zeigt der Dogo Argentino einen hohen Kopfarbeitsbedarf und einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Er benötigt klare Aufgaben, strukturierte Aktivität und eine Bezugsperson, die körperlich und mental souverän auftritt. Die Bindung an die Bezugsperson ist eng; der Hund arbeitet kooperativ, wenn Führung konsistent und ruhig erfolgt. Alleinbleiben über mehr als vier Stunden stellt für viele Exemplare eine Belastung dar und sollte schrittweise aufgebaut werden.

Im Alltag

Extern — also in der Reaktion auf Reize aus der Umwelt — verhält sich der Dogo Argentino Fremden gegenüber aufmerksam bis reserviert. Er ist kein Hund, der unbekannte Personen freudig begrüßt. Der Schutztrieb ist vorhanden, jedoch nicht permanent aktiv. Diese beiden Pole — enge Familienbindung einerseits, Zurückhaltung gegenüber Fremden andererseits — dürfen nicht verwechselt werden: Ein hoher Sozialbedarf innerhalb der Kernfamilie bedeutet nicht, dass der Hund offen für jeden ist.

Im Alltag

Mit Artgenossen kann es, besonders bei gleichgeschlechtlichen Konstellationen, zu Spannungen kommen. Der Umgang mit anderen Hunden erfordert frühzeitige, konsequente Sozialisierung. In ruhigen, strukturierten Haushalten mit klarer Führung zeigt der Dogo Argentino eine bemerkenswerte Gelassenheit — diese Ruhe ist jedoch das Ergebnis von Führung, nicht ihr Ersatz.

05Bedürfnisse

Was diese Rasse täglich benötigt

Der Dogo Argentino benötigt täglich mindestens 90 Minuten strukturierte Bewegung. Damit sind keine lockeren Spaziergänge gemeint, sondern Aktivitäten mit körperlicher und mentaler Anforderung: Trab neben dem Fahrrad, Geländeläufe, kontrollierte Sucharbeit oder Zugarbeit. Freies Herumstehen auf dem Grundstück ersetzt diese Auslastung nicht.

Der Kopfarbeitsbedarf liegt auf einem hohen Niveau. Der Hund benötigt Aufgaben, die seine Konzentration fordern — Nasenarbeit, Mantrailing oder strukturiertes Gehorsamkeitstraining mit klaren Anforderungen. Reine Beschäftigung durch Spielzeug reicht nicht aus. Wer dem Dogo Argentino keine sinnvolle Aufgabe anbietet, riskiert, dass er sich eine eigene sucht — mit unvorhersehbaren Konsequenzen.

Das Alleinbleiben sollte früh und systematisch trainiert werden. Vier Stunden gelten als realistisches Maximum für einen gut konditionierten Erwachsenen; längere Abwesenheiten erfordern eine verlässliche Betreuungslösung.

Ein gesichertes Grundstück ist sinnvoll, aber kein Ersatz für aktive Führung. Der Jagdtrieb macht Freilauf in ungesichertem Gelände zu einem kalkulierbaren Risiko — der Hund kann schnell und ausdauernd verfolgen, sobald ein Beutereiz ausgelöst wird.

Sozialisierung muss früh, breit und konsequent erfolgen: verschiedene Umgebungen, Menschen, Geräusche und Hunde. Wer diese Phase vernachlässigt, schafft Defizite, die später nur schwer zu korrigieren sind. Eine begleitende Hundeschule mit erfahrenen Trainern, die mit großen Molosser-Rassen vertraut sind, ist keine Option, sondern eine Grundvoraussetzung.

Bewegung

Hoch

Kopfarbeit

Viel

Sozialbedarf

Mittel

Erziehung

Anspruchsvoll

06Sport & Auslastung

Wozu sich der Argentinische Dogge (Dogo Argentino) sportlich eignet

Realistisch nach Physiologie und Genetik — nicht jede Rasse passt zu jedem Sport.

Strukturell-physiologisch passend: Mantrailing, Dummy-Arbeit, Schweißarbeit geeignet · CaniCross / Bikejöring möglich.

07Schnell-Check

08Eignung

Für wen passt diese Rasse — und für wen nicht

Passt zu

Der Dogo Argentino passt zu Haltern mit nachweisbarer Erfahrung im Umgang mit großen, triebstarken Hunden. Wer bereits einen Molosser oder eine Gebrauchshunderasse geführt hat und versteht, wie Jagd- und Schutztrieb im Alltag gesteuert werden, bringt die richtige Ausgangsbasis mit.

Geeignet ist die Rasse für aktive Einzelpersonen oder Paare mit einem strukturierten Tagesablauf, der täglich mindestens 90 Minuten Aktivzeit für den Hund ermöglicht — auch bei schlechtem Wetter, auch unter der Woche. Ein Grundstück mit gesichertem Zaun ist ein klarer Vorteil.

Familien mit Kindern ab etwa zehn Jahren, in denen alle Haushaltsmitglieder den Umgang mit dem Hund verstehen und konsequent umsetzen, können den Dogo Argentino halten — sofern der Alltag ruhig und strukturiert ist und Besuche planbar bleiben.

Wer bereit ist, die Rechtslage im eigenen Bundesland und in der Wohngemeinde vorab vollständig zu klären, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen und gegebenenfalls einen Sachkundenachweis zu erbringen, zeigt die Verantwortungsbereitschaft, die diese Rasse verlangt.

Menschen, die Freude an Nasenarbeit, Mantrailing oder strukturiertem Gehorsamkeitstraining haben und einen Hund suchen, der mit klarer Führung kooperativ und ruhig arbeitet, finden im Dogo Argentino einen leistungsfähigen Partner.

×Passt nicht zu

Der Dogo Argentino ist nicht für Erstbesitzer geeignet — auch dann nicht, wenn diese besonders motiviert oder sportlich aktiv sind. Motivation ersetzt keine Erfahrung im Umgang mit triebstarken, körperlich überlegenen Hunden.

Wer regelmäßig mehr als vier Stunden täglich außer Haus ist und keine verlässliche Betreuungslösung organisieren kann, sollte diese Rasse nicht in Betracht ziehen. Dasselbe gilt für Halter, die auf Freilauf in ungesichertem Gelände angewiesen sind oder in einer Umgebung leben, die keine gesicherte Bewegungsfläche bietet.

Haushalte mit Kleinkindern oder mit einem sehr hohen Besucheraufkommen — Freunde, Handwerker, wechselnde Betreuungspersonen — erhöhen den Managementaufwand auf ein Niveau, das ohne fundierte Erfahrung nicht sicher zu bewältigen ist.

Wer die externe Achse des Hundes missversteht — also die enge Familienbindung mit allgemeiner Offenheit gegenüber Fremden gleichsetzt — unterschätzt das Profil dieser Rasse erheblich. Der Dogo Argentino ist kein Hund, der sich von selbst in jede Situation einfügt.

Wer die Rechtslage im eigenen Bundesland nicht prüfen möchte oder kann, oder wer in einem Bundesland lebt, in dem der Dogo Argentino verboten ist, hat keine legale Grundlage für die Haltung. Auch in der Schweiz gelten kantonale Beschränkungen, die vor der Anschaffung zwingend abzuklären sind.

10Linien-Realität

Show-Linie, Arbeitslinie, Vermehrer-Markt

Der Dogo Argentino wird heute in zwei funktional unterschiedlichen Ausrichtungen gezüchtet, die sich in Körperbau, Temperament und Alltagstauglichkeit deutlich unterscheiden können.

Die jagdlich orientierte Linie — in Argentinien und Teilen Südamerikas noch aktiv für die Großwildjagd eingesetzt — legt den Schwerpunkt auf Ausdauer, Geruchsinn, Mut und Kooperationsfähigkeit in der Meute. Diese Hunde sind in der Regel schlanker, bewegungsfreudiger und zeigen einen ausgeprägteren Arbeitstrieb. Ihr Jagdtrieb ist hoch und im Alltag ohne entsprechendes Management schwer zu kontrollieren.

Die auf Ausstellungen und Begleithundeeignung ausgerichtete Zucht produziert tendenziell massigere, ruhigere Hunde mit stärkerem Fokus auf Exterieur-Merkmale gemäß FCI-Standard. Der Jagdtrieb ist in diesen Linien oft weniger dominant ausgeprägt, der Schutztrieb jedoch weiterhin vorhanden.

In der Praxis ist die Linien-Zuordnung für Kaufinteressenten oft schwer nachvollziehbar, da viele Züchter keine klare Differenzierung kommunizieren. Ein Gespräch mit dem Züchter über die Verwendungsgeschichte der Elterntiere und deren Verhalten im Alltag gibt mehr Aufschluss als die bloße Betrachtung von Ahnentafeln.

Wer einen Dogo Argentino für sportliche Aktivitäten wie Mantrailing oder Zugarbeit sucht, ist mit einer jagdlich geprägten Linie besser beraten. Wer einen ruhigeren Begleithund für strukturierten Familienalltag sucht, sollte gezielt nach Ausstellungslinien mit dokumentiertem Wesenstest fragen.

11Gesundheit · Realität

Was du beim Argentinische Dogge (Dogo Argentino) medizinisch einplanen musst

Die Lebenserwartung des Dogo Argentino liegt laut Zuchtverbandsangaben bei durchschnittlich 10 bis 12 Jahren. Wie bei allen großen Molosser-Rassen ist die Gelenkgesundheit ein zentrales Thema.

Hüftdysplasie (HD) ist in der Rasse dokumentiert. Seriöse Züchter lassen beide Elterntiere röntgenologisch untersuchen und geben nur Hunde mit HD-A oder HD-B in die Zucht. Kaufinteressenten sollten die HD-Befunde beider Elterntiere schriftlich einfordern — ein Züchter, der diese Unterlagen nicht vorlegen kann, erfüllt den Mindeststandard seriöser Zucht nicht.

Das bekannteste rassetypische Gesundheitsproblem ist die kongenitale Taubheit, die genetisch mit der weißen Fellfarbe und fehlender Pigmentierung zusammenhängt. Studien zu pigmentierungsassoziierten Taubheitsraten bei weißen Hunden zeigen, dass einseitige Taubheit häufig unentdeckt bleibt, weil betroffene Hunde im Alltag kompensieren. Der BAER-Test (Brainstem Auditory Evoked Response) ist die einzige zuverlässige Methode zur Diagnose — seriöse Züchter testen alle Welpen vor der Abgabe.

Hautprobleme, darunter Sonnenempfindlichkeit und Demodikose, treten bei der Rasse auf. Das kurze, weiße Fell bietet wenig UV-Schutz; bei intensiver Sonneneinstrahlung ist Schutz notwendig.

Übergewicht stellt bei dieser muskulösen Rasse ein unterschätztes Risiko dar: Zu viel Körpermasse belastet die Gelenke und verkürzt die aktive Lebensphase. Regelmäßige Gewichtskontrollen beim Tierarzt — mindestens einmal jährlich — sind empfehlenswert. Im Wachstum sollte gelenkschonendes Training Vorrang vor intensiver Belastung haben.

12Strukturdaten

Gesundheit nach Zahlen

Gesundheit

Anfällige Erkrankungen

Taubheit (mit Weissfarbe assoziiert), Hüftdysplasie, Hautprobleme

Empfohlene Gesundheitstests

BAER-Test (Hören), Hüftröntgen

13Mythen ↔ Realität

Was über diese Rasse oft falsch erzählt wird

Fünf Mythen, fünf Realitäten, fünf Quellen.

1

Der Dogo Argentino ist von Natur aus aggressiv gegenüber Menschen.

Der FCI-Standard schreibt ausdrücklich vor, dass der Dogo Argentino niemals aggressiv gegenüber Menschen sein soll — dieses Merkmal wird im Standard als streng zu beobachtendes Kriterium geführt. Menschenbezogene Aggressivität gilt als schwerer Wesensfehler. Problematisches Verhalten entsteht in der Regel durch fehlende Sozialisierung, unklare Führung oder Überforderung des Halters.

rundum.dog

2

Das weiße Fell des Dogo Argentino ist ein rein ästhetisches Merkmal ohne Gesundheitsrelevanz.

Die weiße Fellfarbe ist genetisch mit einem erhöhten Taubheitsrisiko verbunden. Pigmentierungsarme Hunde — insbesondere solche ohne jegliche Pigmentflecken am Schädel — weisen eine statistisch höhere Rate kongenitaler Taubheit auf. Seriöse Züchter führen den BAER-Test (Brainstem Auditory Evoked Response) zur Überprüfung des Hörvermögens durch.

www.vdh.de

3

Der Dogo Argentino ist ein reiner Familienhund, der sich problemlos in jeden Haushalt einfügt.

Der Dogo Argentino wurde als Jagdhund für Großwild gezüchtet. Sein Jagdtrieb ist rassetypisch stark ausgeprägt, sein Schutztrieb vorhanden. Fremden gegenüber verhält er sich aufmerksam bis reserviert. In Haushalten mit häufig wechselnden Besuchern, kleinen Kindern oder unerfahrenen Haltern steigt der Managementaufwand erheblich. Eine unkritische Einschätzung als unkomplizierter Alltagshund unterschätzt das Profil dieser Rasse.

rundum.dog

4

Weil der Dogo Argentino ruhig wirkt, benötigt er wenig Auslastung.

Die äußerliche Gelassenheit des Dogo Argentino täuscht über seinen tatsächlichen Bewegungs- und Kopfarbeitsbedarf hinweg. Als Jagdhund mit hohem Ausdauervermögen benötigt er täglich strukturierte Bewegung von mindestens 90 Minuten sowie mentale Beschäftigung. Unzureichende Auslastung führt zu Frustration, Destruktivität und einem erhöhten Risiko für unkontrolliertes Verhalten.

www.cfer.de

5

Der Listenhund-Status des Dogo Argentino ist in ganz Deutschland einheitlich geregelt.

Das Hundehalterecht ist in Deutschland Ländersache. Der Dogo Argentino steht nicht in allen Bundesländern auf einer Rasseliste — die Regelungen variieren erheblich. In einigen Bundesländern gilt er als gefährlich und unterliegt Haltungsverboten oder Auflagen, in anderen bestehen keine rassespezifischen Beschränkungen. Halter müssen die aktuelle Rechtslage im jeweiligen Bundesland sowie in der Wohngemeinde eigenständig prüfen.

www.vdh.de

Mehr zur Realität dieser Rasse — und warum sie überdurchschnittlich häufig in Tierheimen landet.Zur Tierschutz-Perspektive →

14Tierschutz

Die Tierschutz-Perspektive

Vermehrer-Markt, Designer-Versionen, Tierheim-Realität — was niemand auf der Welpen-Anzeige schreibt.

Der Dogo Argentino zählt zu den Rassen, die durch ihren imposanten Auftritt und ihre Seltenheit im DACH-Raum eine spezifische Käufergruppe anziehen — darunter leider auch Halter, die das tatsächliche Anforderungsprofil unterschätzen. Das führt zu einem messbaren Problem: Tierschutzorganisationen und Rasseschutzvereine berichten regelmäßig von abgegebenen Dogos Argentinos, deren Halter mit Jagdtrieb, Schutztrieb oder dem Managementaufwand im Alltag überfordert waren.

Der Vermehrer-Markt nutzt die Nachfrage nach dieser Rasse aus. Angebote ohne BAER-Test, ohne HD-Dokumentation und ohne Ahnentafel sind keine Seltenheit — sie werden häufig zu niedrigen Preisen über Kleinanzeigenplattformen vertrieben. Wer dort kauft, finanziert Strukturen, die weder Gesundheit noch Wesen der Hunde priorisieren, und trägt gleichzeitig ein erhöhtes Risiko für teure Folgekosten durch Erbkrankheiten.

Designer-Versionen oder Farbvarianten des Dogo Argentino — etwa Hunde mit fleckigem Fell, die als seltene Variante vermarktet werden — entsprechen nicht dem FCI-Standard. Der Standard sieht ausschließlich weißes Fell vor, mit maximal einem dunklen Fleck am Schädel. Abweichungen sind kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Hinweis auf unseriöse Zucht.

Ein besonderes Tierschutzthema ist der Listenhund-Status: In Bundesländern, in denen der Dogo Argentino als gefährlich eingestuft wird, landen Hunde aus aufgelösten Haushalten oder nach Vorfällen in Tierheimen, die Schwierigkeiten haben, geeignete Halter zu finden. Diese Hunde sind nicht per se problematisch — sie benötigen erfahrene Halter, die die Rechtslage kennen und bereit sind, die entsprechenden Auflagen zu erfüllen.

Die Vermittlung eines erwachsenen Dogo Argentino über einen Rasseschutzverein oder eine spezialisierte Tierschutzorganisation ist eine vollwertige Alternative zum Welpenkauf. Erwachsene Hunde sind in ihrem Wesen einschätzbar, oft bereits sozialisiert und suchen schlicht ein stabiles, erfahrenes Zuhause.

15Kosten · Transparenz

Was diese Rasse realistisch kostet

Der Kaufpreis eines Dogo Argentino-Welpen aus seriöser Zucht mit vollständiger Gesundheitsdokumentation liegt im DACH-Raum typischerweise zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Angebote deutlich unterhalb dieser Spanne ohne entsprechende Nachweise sind ein Warnsignal.

Die jährlichen Lebenshaltungskosten setzen sich aus mehreren Posten zusammen. Hochwertiges Futter für einen ausgewachsenen Dogo Argentino mit einem Körpergewicht von 36 bis 45 kg kostet je nach Futterart zwischen 800 und 1.500 Euro pro Jahr. Pflege — Krallenpflege, gelegentliches Baden, Ohren- und Zahnpflege — ist beim Kurzhaar-Typ vergleichsweise günstig und liegt bei etwa 100 bis 200 Euro jährlich.

Die Tierarztkosten fallen bei einer großen Rasse mit rassetypischen Gesundheitsrisiken ins Gewicht. Jährliche Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Parasitenvorsorge kosten im Durchschnitt 300 bis 500 Euro. Kommt eine Behandlung von HD, Hauterkrankungen oder Taubheitsdiagnostik hinzu, können die Kosten deutlich steigen.

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für den Dogo Argentino in vielen Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben und in jedem Fall empfehlenswert. Die Jahresprämie liegt je nach Anbieter und Deckungssumme zwischen 80 und 200 Euro — in Bundesländern mit Listenhund-Status kann sie höher ausfallen oder an zusätzliche Auflagen geknüpft sein.

Wer einen Sachkundenachweis oder eine behördliche Prüfung ablegen muss, sollte zusätzliche Kosten von 50 bis 200 Euro einkalkulieren.

16Welpensuche

Worauf du bei der Zuchtwahl achten musst

  • Ein seriöser Züchter des Dogo Argentino führt nachweisbare Gesundheitsuntersuchungen durch: BAER-Test auf Taubheit, Röntgenuntersuchung auf Hüftdysplasie (HD) sowie Augenuntersuchungen.
  • Wer diese Nachweise nicht vorlegen kann oder will, scheidet als seriöse Quelle aus.
  • Der Züchter ermöglicht mehrere Besuche beim Wurf, zeigt beide Elterntiere — mindestens die Mutter — und stellt den Welpen frühestens mit acht Wochen ab.
  • Ein Wurfabnahmeprotokoll, ein Impfpass und eine Ahnentafel des zuständigen Verbands gehören zum Standard.
  • Vorsicht ist geboten bei Angeboten ohne Papiere, bei sehr niedrigen Preisen und bei Züchtern, die mehrere Rassen gleichzeitig anbieten oder Welpen ohne persönlichen Kontakt versenden.
  • Auch Angebote aus dem Ausland ohne klare Dokumentation der Gesundheitsuntersuchungen sind kritisch zu bewerten.
  • Die Vermittlung über Tierschutzorganisationen oder Rasseschutzvereine ist eine gleichwertige Option.
  • Erwachsene Dogos Argentinos werden abgegeben, weil Halter die Anforderungen unterschätzt haben — diese Hunde sind oft sozialisiert und charakterlich einschätzbar.
  • Eine Probezeit und ein ehrliches Gespräch mit der Vermittlungsstelle über Vorerfahrung und Alltag sind dabei selbstverständlich.
  • Vor der Anschaffung — ob Welpe oder erwachsener Hund — muss die Rechtslage im eigenen Bundesland und in der Wohngemeinde vollständig geklärt sein.

FAQ

Häufige Fragen zum Argentinische Dogge (Dogo Argentino)

Ist Argentinische Dogge (Dogo Argentino) ein Familienhund?

Argentinische Dogge (Dogo Argentino) gilt bei guter Sozialisierung und artgerechter Haltung als familientauglich.

Wie hoch ist der Bewegungsbedarf von Argentinische Dogge (Dogo Argentino)?

Mindestens rund 90 Minuten Bewegung pro Tag. Als aktive Rasse eher mehr — plus geistige Auslastung.

Welche Grösse und welches Gewicht hat Argentinische Dogge (Dogo Argentino)?

Ausgewachsen erreicht Argentinische Dogge (Dogo Argentino) etwa 60–68 cm Widerristhöhe und wiegt rund 35–45 kg.

Wie hoch ist die Lebenserwartung von Argentinische Dogge (Dogo Argentino)?

Die Lebenserwartung von Argentinische Dogge (Dogo Argentino) liegt bei etwa 10–12 Jahren.

Welche Krankheiten treten bei Argentinische Dogge (Dogo Argentino) häufig auf?

Taubheit (mit Weissfarbe assoziiert), Hüftdysplasie, Hautprobleme

17Rasseclubs

Offizielle Rasseclubs in DACH

FCI-Rassestandard (PDF)

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Fazit

Passt diese Rasse zu dir?

Mächtiger Jagd- und Schutzhund für sehr erfahrene Halter. In der Schweiz und einigen Bundesländern als Listenhund eingestuft.