Haltung & Alltag

Garten hundesicher machen: Gefahren erkennen und sicher gestalten

10 Min Lesezeit
Garten hundesicher machen: Gefahren erkennen und sicher gestalten
Inhalt
  1. Die grössten Gefahrenquelle für Hunde im Garten
  2. Garten hundesicher machen: Umzäunung und Gartentor
  3. Garten hundesicher gestalten: Hundefreundliche Pflanzen
  4. Dünger, Gartenchemikalien, Geräte und Werkzeuge
  5. Kompost und Gartenabfälle
  6. Wasserstellen im Garten – Für Hunde geeignet?
  7. Grillieren und Feuer im Garten
  8. Checkliste: Ist mein Garten hundesicher?

Hundehalter, die einen eigenen Garten haben, können sich glücklich schätzen. Der Garten bietet Hunden viel Platz zum Schnüffeln, Entdecken und Spielen. Gleichzeitig können dort Gefahren lauern, die du im Alltag leicht übersiehst. Giftige Pflanzen, Dünger, Gartengeräte, offene Wasserstellen oder ein nicht ausreichend gesicherter Zaun werden für Hunde schnell zum Problem. Auch Grill, Kompost und herumliegende Gartenabfälle sind nicht zu unterschätzen.

Ein hundesicherer Garten muss dabei nicht langweilig oder frei von Pflanzen sein. Entscheidend ist, dass du typische Gefahrenquellen erkennst und den Garten so gestaltest, dass dein Hund sich möglichst sicher darin bewegen kann. Dieser Ratgeber zeigt dir, worauf du bei Zaun und Gartentor achten solltest, was bei der Wahl der Pflanzen zu beachten ist und wie du Wasserstellen, Gartengeräte, Chemikalien und andere Gefahren sicherst.

Die grössten Gefahrenquelle für Hunde im Garten

Draussen kommen einige Gefahrenquellen zusammen, die es in der Wohnung nicht oder seltener gibt. Gehe deshalb einmal bewusst durch deinen Garten und prüfe ihn aus Sicht deines Hundes. Kann er durch den Zaun schlüpfen? Kann er an Pflanzen knabbern, Dünger aufnehmen oder aus einer offenen Regentonne trinken? Auch Werkzeuge und kleine Gegenstände können zu Verletzungen führen oder verschluckt werden.

Besonders wichtig sind dabei:

  • Gartenzaun und Gartentor: Kann dein Hund ausbüxen, darunter hindurchgraben oder durch Lücken schlüpfen?
  • Giftige Pflanzen: Gibt es Pflanzen, Beeren, Zwiebeln oder abgefallene Pflanzenteile, die dein Hund aufnehmen könnte?
  • Dünger und Pflanzenschutzmittel: Sind Dünger, Schneckenkorn und andere Gartenchemikalien sicher verstaut?
  • Gartengeräte und Werkzeuge: Können Scheren, Sägen, Harken, Nägel oder andere Werkzeuge erreicht werden?
  • Kompost und Gartenabfälle: Kann dein Hund im Kompost wühlen oder abgeschnittene Pflanzen aufnehmen?
  • Wasserstellen: Sind Teiche, Pools, Regentonnen und andere Wasserstellen ausreichend gesichert?
  • Grill und Feuer: Kann dein Hund an heisse Flächen, Grillreste oder Grillanzünder gelangen?
  • Kleine Gegenstände und herumliegende Materialien: Liegen Steine, Draht, Schnüre, Plastik, Kinderspielzeug oder andere verschluckbare Gegenstände herum?

Diese Punkte solltest du nicht nur einmal prüfen. Kontrolliere deinen Garten regelmässig, denn durch neue Pflanzen, Gartenarbeiten, Wetter oder Veränderungen an Zaun und Ausstattung können neue Gefahren entstehen.

Garten hundesicher machen: Umzäunung und Gartentor

Wie sicher dein Gartenzaun sein muss, hängt stark von deinem Hund ab.

Prüfe zuerst, ob dein Hund unter dem Zaun hindurchschlüpfen kann. Kleine Hunde benötigen teilweise nur wenige Zentimeter Platz. Auch ein grösserer Hund kann versuchen, sich durch eine Lücke zu zwängen, wenn ihn etwas auf der anderen Seite interessiert. Kontrolliere deshalb regelmässig den Bereich direkt am Boden.

Auch die Höhe spielt eine Rolle. Manche Hunde springen erstaunlich hoch oder nutzen Gegenstände als Sprunghilfe. Stelle deshalb keine Gartenmöbel, Holzstapel oder anderen Gegenstände direkt an den Zaun, wenn dein Hund dadurch leichter darüber gelangen könnte.

Achte ausserdem auf Kletter- und Buddelmöglichkeiten. Ein Zaun kann ausreichend hoch sein und trotzdem nicht sicher, wenn dein Hund daruntergraben oder sich an Querstreben nach oben arbeiten kann.

Vergiss das Gartentor nicht. Es sollte zuverlässig schliessen und darf sich durch einen Stoss mit der Schnauze nicht einfach öffnen lassen. Bei einem Grundstück direkt an einer Strasse ist eine zusätzliche Sicherung besonders sinnvoll.

Kontrolliere den Zaun regelmässig auf beschädigte Stellen, lose Elemente und Lücken. Auch nach starkem Regen oder Gartenarbeiten lohnt sich ein kurzer Kontrollgang.

Mehr detaillierte Tipps findest du hier: Gartenzaun hundesicher gestalten: So vermeidest du Ausbrüche!

Garten hundesicher gestalten: Hundefreundliche Pflanzen

Viele Pflanzen, die in Gärten häufig vorkommen, können für Hunde problematisch sein. Dazu gehören nicht nur klassische Giftpflanzen. Auch bestimmte Zwiebeln, Samen, Beeren oder Pflanzenteile können bei Aufnahme Beschwerden verursachen.

Prüfe deshalb vor dem Kauf und Einpflanzen, ob eine Pflanze für Hunde geeignet ist. Achte dabei möglichst auf den wissenschaftlichen Namen, da dieselbe Pflanze je nach Region unterschiedliche Trivialnamen haben kann. Auch bereits vorhandene Pflanzen solltest du einmal überprüfen.

Besonders wichtig ist die Frage, welche Pflanzenteile problematisch sind. Bei manchen Arten sind beispielsweise vor allem Zwiebeln oder Knollen giftig, bei anderen können Blätter, Blüten, Früchte oder Samen gefährlich sein.

Wenn dein Hund gerne an Pflanzen herumknabbert, solltest du besonders sorgfältig auswählen. Eine Pflanze, die für Hunde als ungiftig gilt, ist trotzdem kein geeignetes Futter. Auch grössere Mengen ungiftiger Pflanzen können Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Für Hunde geeignete Pflanzen Problematisch oder giftig für Hunde
Astern (Aster spp.) Akelei (Aquilegia spp.)
Bambus (Phyllostachys spp.) Azalee (Rhododendron spp.)
Bartblume (Caryopteris spp.) Buchsbaum (Buxus spp.)
Fächerblume (Scaevola spp.) Efeu (Hedera helix)
Fuchsien (Fuchsia spp.) Eisenhut (Aconitum spp.)
Glockenblumen (Campanula spp.) Fingerhut (Digitalis spp.)
Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
Lavendel (Lavandula spp.) Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Ringelblume (Calendula officinalis) Oleander (Nerium oleander)
Rosen (Rosa spp.) – trotzdem Vorsicht wg. der Dornen Rhododendron (Rhododendron spp.)
Sonnenblume (Helianthus annuus) Rittersporn (Delphinium spp.)
Storchschnabel (Geranium spp.) Tulpe (Tulipa spp.)
Tagetes (Tagetes spp.) Narzisse (Narcissus spp.)
Zinnien (Zinnia spp.) Eibe (Taxus baccata)

Eine Übersicht über verschiedene problematische Gartenpflanzen und weitere Informationen findest du hier: Der Frühling kommt, giftige Pflanzen im Garten

Dünger, Gartenchemikalien, Geräte und Werkzeuge

Dünger und Pflanzenschutzmittel gehören zu den Gefahrenquellen, die du im Garten besonders ernst nehmen solltest. Dazu zählen unter anderem Flüssigdünger, Granulate, Unkrautvernichter, Schneckenkorn und Mittel gegen Schädlinge oder Krankheiten.

Bewahre solche Produkte immer so auf, dass dein Hund nicht daran gelangen kann. Lass Verpackungen auch während der Gartenarbeit nicht unbeaufsichtigt herumliegen.

Halte dich bei der Anwendung genau an die Angaben des Herstellers. Besonders wichtig sind Hinweise dazu, wann Menschen und Tiere eine behandelte Fläche wieder betreten dürfen. Lass deinen Hund erst wieder in den behandelten Bereich, wenn die vorgeschriebene Wartezeit eingehalten wurde.

Auch bei Produkten mit natürlichen Inhaltsstoffen solltest du nicht automatisch davon ausgehen, dass sie für Hunde ungefährlich sind. „Natürlich“ bedeutet nicht grundsätzlich „ungiftig“.

Räume Gartengeräte (Schaufeln, Harken, Spaten etc.) nach der Arbeit wieder weg. Bewahre Scheren, Sägen, Messer und andere scharfe Werkzeuge in einem geschlossenen Schuppen oder einer geeigneten Gartenbox auf. Achte auch auf kleinere Materialien. Nägel, Schrauben, Draht, Kabelbinder, Pflanzstäbe oder Befestigungsmaterial übersieht man leicht. Dein Hund könnte sie verschlucken oder sich daran verletzen.

Nach Reparatur- oder Bauarbeiten solltest du den Boden besonders gründlich kontrollieren. Laufe die bearbeitete Fläche einmal ab und sammle kleine Metallteile, Holzsplitter, Kunststoffreste und andere zurückgebliebene Materialien ein.

Kompost und Gartenabfälle

Für Hunde ist ein Komposthaufen eine wahre Geruchsquelle: verrottendes Gemüse, Obst und organische Materialien laden zum Buddeln und Fressen ein. Genau das ist problematisch.

Verdorbene und schimmelige Lebensmittel können allerlei Parasiten (bzw. deren Eier und Larven), Würmer, Schimmelpilze, Bakterien und sonstige Mikroorganismen enthalten.

Sichere deinen Kompost deshalb so, dass dein Hund nicht darin wühlen kann.

Achte auch auf abgeschnittene Pflanzen oder Fallobst. Beides solltest du regelmässig einsammeln und fachgerecht entsorgen, bevor dein Hund sich daran verlustieren kann.

Wasserstellen im Garten – Für Hunde geeignet?

Wasser zum Schwimmen oder Planschen ist, besonders an heissen Tagen, eine willkommene Abkühlung für deinen Hund. Doch nicht jede Wasserstelle im Garten eignet sich dafür.

Entscheidend sind die Wasserqualität, die Bauweise und vor allem die Möglichkeit, dass dein Hund das Wasser jederzeit wieder verlassen kann.

Als sichere Möglichkeit zum Trinken solltest du deinem Hund immer frisches Leitungswasser oder sauberes Trinkwasser anbieten. Teiche, Regentonnen oder andere stehende Wasserstellen sind kein Ersatz dafür.

Wasserstelle Für Hunde geeignet? Worauf du achten solltest
Hundepool mit sauberem Wasser Ja, unter Aufsicht Flacher Einstieg und sicherer Ausstieg
Planschbecken Ja, unter Aufsicht Nur wenn dein Hund sicher hinein- und herauskommt
Spezielles Hunde-Schwimmbecken Ja, unter Aufsicht Geeignete Wassertiefe und Ausstiegsmöglichkeit
Gartenteich Nur eingeschränkt Nur bei sicherem Ausstieg und sauberem Wasser; Fischbesatz beachten
Naturteich Eher nicht Wasserqualität und mögliche Krankheitserreger schwer einzuschätzen
Swimmingpool Nur unter strenger Aufsicht Chlorwasser nicht als Trinkwasser; sicherer Ausstieg erforderlich
Regentonne Nein Sturz- und Ertrinkungsgefahr; potenziell Keime; immer sichern
Brunnen oder Wasserbecken Nein bzw. nur bei geeigneter Konstruktion Gegen Hineinfallen sichern
Vogeltränke Nein als Bade- oder Trinkstelle Kann verunreinigt sein und Krankheitserreger übertragen

Egal, für welche Wasserstelle du dich entscheidest: Lass deinen Hund beim Baden und Planschen nicht unbeaufsichtigt.

Ungeeignete Wasserstellen sichern

Regentonnen: Verschliesse Regentonnen mit einem stabilen Deckel, den dein Hund nicht verschieben oder öffnen kann.

Teiche: Prüfe, ob dein Hund im Notfall selbstständig aus dem Teich herauskommt. Steile oder glatte Ufer sind problematisch. Eine flache Uferzone oder eine fest installierte Ausstiegshilfe kann das Verlassen des Wassers erleichtern. Wenn sich der Teich nicht ausreichend sichern lässt, solltest du den Zugang für deinen Hund verhindern.

Swimmingpool: Sichere den Pool ausserhalb der Badezeiten mit einer geeigneten Abdeckung oder einem Zaun. Verlasse dich nicht darauf, dass dein Hund schwimmen kann. Ein Hund kann in einen Pool fallen und durch die glatten Wände unter Umständen nicht mehr herauskommen.

Wasserbecken und Brunnen: Sichere tiefe oder offene Becken mit einer stabilen Abdeckung oder einem geeigneten Gitter. Achte darauf, dass dein Hund weder hindurchfallen noch mit den Pfoten oder dem Kopf darin stecken bleiben kann.

Grillieren und Feuer im Garten

Beim Grillen solltest du deinen Hund nicht nur wegen der heissen Oberfläche stets im Blick behalten. Heruntergefallenes Grillgut, Fett, Knochen und Grillanzünder können gefährlich werden.

Stelle den Grill so auf, dass dein Hund ihn nicht umwerfen kann und nicht direkt an die heissen Flächen gelangt. Lass ihn auch nach dem Grillen nicht unbeaufsichtigt in die Nähe des noch heissen Grills.

Räume Grillanzünder, Kohle und andere Hilfsmittel nach der Verwendung sicher weg. Auch Asche und Grillreste solltest du so entsorgen, dass dein Hund nicht darin wühlen kann.

Achte beim Grillgut ausserdem auf Knochen, stark gewürzte Speisen und andere Lebensmittel, die für Hunde ungeeignet sind.

Gib deinem Hund besser einen eigenen geeigneten Snack, statt ihn direkt vom Grill oder Tisch mitessen zu lassen.

Checkliste: Ist mein Garten hundesicher?

Gehe mit dieser Checkliste einmal durch deinen Garten. Prüfe dabei nicht nur feste Bestandteile wie Zaun und Gartentor, sondern auch Pflanzen, Wasserstellen, Werkzeuge und Dinge, die du nur vorübergehend im Garten benutzt oder abstellst.

☐ Zaun auf Lücken und beschädigte Stellen geprüft
☐ Zaunhöhe passend für den Hund
☐ Keine Sprunghilfen am Zaun
☐ Keine Schlupflöcher unter oder zwischen den Zaunelementen
☐ Gartentor sicher verschlossen und nicht selbstständig zu öffnen
☐ Pflanzen auf Verträglichkeit für Hunde geprüft
☐ Giftige Pflanzen entfernt oder unzugänglich gemacht
☐ Abgefallene Blätter, Beeren und Pflanzenreste entfernt
☐ Dünger und Pflanzenschutzmittel sicher verstaut
☐ Behandelte Flächen erst nach Ablauf der Wartezeit zugänglich
☐ Gartengeräte und Werkzeuge sicher verstaut
☐ Nägel, Schrauben, Draht und andere Kleinteile entfernt
☐ Boden nach Gartenarbeiten auf zurückgebliebene Gegenstände geprüft
☐ Kompost für den Hund unzugänglich, verdorbene Lebensmittel und ungeeignete Abfälle entfernt
☐ Regentonnen sicher verschlossen
☐ Teich mit sicherem Ausstieg oder für den Hund unzugänglich
☐ Swimmingpool gesichert und nur unter Aufsicht zugänglich
☐ Frisches Trinkwasser für den Hund bereitgestellt
☐ Grill kippsicher und ausser Reichweite des Hundes
☐ Grillanzünder, Kohle und Grillreste sicher verstaut
☐ Kleine Gegenstände, Plastik, Schnüre und Draht entfernt
☐ Schattenplatz und geschützter Liegeplatz vorhanden
☐ Garten nach Sturm, Unwetter und Gartenarbeiten kontrolliert