Ausflugsziel · Winterthur

Ruine Tannegg

Ruine Tannegg Bild: Wikipedia – Ruine Tannegg · CC BY-SA 4.0
Eintritt
Kostenlos

Auf einem bewaldeten Felssporn über Dussnang liegen die Mauerreste einer mittelalterlichen Burg, die einmal das Machtzentrum des Konstanzer Bischofs im Hinterthurgau werden sollte – und nie wirklich wurde. Die Ruine Tannegg ist frei zugänglich, unüberlaufen und über einen der anspruchsvollsten Wanderwege des Kantons erreichbar. Wer mit dem Hund hierher aufbricht, sollte wissen, womit er es zu tun bekommt.

Was ist die Ruine Tannegg?

Die Burg Tannegg wurde im 13. Jahrhundert durch Bischof Heinrich I. von Tanne errichtet – vermutlich als Verwaltungssitz des neu geschaffenen Tannegger Amts und als Bollwerk gegen den Abt von St. Gallen. Die Anlage lag auf einem Sporn des Tannegger Grats auf rund 725 Metern über Meer, westlich des Dorfs Dussnang in der heutigen Gemeinde Fischingen. Die grosse Grundfläche der Vorburg legt nahe, dass zur Burg ursprünglich auch ein kleines Städtchen gehörte – ob dieses jemals wirklich entstand, ist bis heute archäologisch nicht vollständig geklärt.

1300 bis 1402 hielten die Grafen von Toggenburg die Vogtei über Tannegg. 1407 zerstörten Appenzeller Truppen auf ihrer sogenannten Burgenbruch-Runde sowohl Burg als auch das Städtchen. Nach einem Wiederaufbau verlor die Anlage zunehmend an Bedeutung; 1693 verkaufte das Bistum Konstanz das weit entfernte Amt schliesslich an das Kloster Fischingen. Der Hauptturm stand noch bis 1836/37 – dann wurde er abgetragen. Die Tuffsteine fanden Verwendung beim Brückenbau in der Gemeinde Fischingen, wo sie bis heute verbaut sind.

1894 konnte der Zürcher Kunsthistoriker J. R. Rahn die Anlage erstmals untersuchen, nachdem das Gelände vorübergehend vom Wald befreit worden war. Erst 1997 – über ein Jahrhundert später – legten die Gemeinde Fischingen und das Amt für Archäologie des Kantons Thurgau die Ruine systematisch frei, säuberten, vermassen und restaurierten sie. Dabei wurde festgestellt: Der rechteckige Turm maß außen rund 15,2 × 11,6 Meter, innen 8 × 5,2 Meter. Die Außenmauer besteht aus groben Findlingen, die Innenseite aus sorgfältig zugehauenen Tuffblöcken – eine Bautechnik, die gut ins 13. Jahrhundert passt. Der Mauerstumpf des Hauptturms ist heute noch deutlich sichtbar, ebenso die südliche Mauerflucht aus großen Findlingen. Eine Infotafel des Amts für Archäologie erläutert die Geschichte vor Ort.

Erreichbarkeit: Der einzige Bergwanderweg im Thurgau

Hier liegt das Besondere dieser Ruine für Hundehalter – und der Grund, warum sie sich von jedem anderen Ausflugsziel in dieser Serie unterscheidet. Der Weg zur Ruine führt über den Tannegger Grat, und dieser Gratweg ist der einzige offiziell als Bergwanderweg (weiß-rot-weiße Markierung) ausgewiesene Abschnitt im gesamten Kanton Thurgau. Er wurde vor einigen Jahren aus der einfachen Wanderwegkategorie in die anspruchsvollere Bergwanderwegkategorie hochgestuft – wegen des schmalen, stellenweise steil abfallenden Geländes.

Das hat konkrete Folgen für jeden Ausflug mit Hund: Der Weg verlangt Trittsicherheit und festes Schuhwerk, sollte nur bei trockenen Bedingungen begangen werden und ist auf dem Grat selbst schmal, mit Wurzeln und Steinen übersät. Eine Warntafel am Einstieg mahnt ausdrücklich zur Vorsicht. Hunde, die schlecht an der Leine laufen, auf schmalen Pfaden seitlich ausscheren oder bei Begegnungen unvorhersehbar reagieren, stellen hier ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar – für sich selbst, aber auch für Wanderer. Bei nassem Untergrund wird der Gratweg rutschig und ist auch für geübte Wanderer anspruchsvoll.

Für Hunde mit guter Leinenführigkeit und Sicherheit auf unebenem Untergrund ist die Strecke machbar. Für impulsive, schwer kontrollierbare Hunde ist sie kein geeignetes Ausflugsziel.

Wanderrouten mit Hund – zwei Optionen

Die direkteste Route zur Ruine startet in Dussnang. Vom Ortskern geht es dem Tannegger Bach entlang, überquert die Hauptstrasse und steigt dann steil in den Wald auf – bereits ab dem Einstieg merkt man, dass dieser Weg keine Spaziergangkategorie ist. Nach rund 20 Minuten und 120 Höhenmetern erreicht man die Ruine auf dem Grat. Wer danach umkehrt und denselben Weg zurückgeht, ist mit rund 3,3 Kilometern und einer Gehzeit von etwa einer Stunde dabei.

Wer mehr möchte, folgt dem Gratweg weiter nach Niederwies (35 min ab Ruine) und kann von dort verschiedene Rundroutenoptionen wählen – über Sitzberg und Sädelegg zurück nach Dussnang (Gesamtstrecke rund 18 km, Gehzeit 5-6 Stunden) oder mit Abstecher zum Kloster Fischingen. Der Thurgauer Rundwanderweg berührt die Ruine Tannegg ebenfalls auf seiner Etappe Seelmatten-Dussnang-Fischingen. An der Ruine selbst gibt es laut Wanderberichten eine kleine wilde Grillstelle.

Der Startpunkt Dussnang ist per Bus erreichbar: Ab Bahnhof Eschlikon (Linie Zürich-St. Gallen) verkehren Busverbindungen nach Dussnang. Achtung bei der Haltestelle: «Dussnang, Tannegg» und «Tannegg» sind zwei verschiedene Haltestellen an verschiedenen Buslinien – die richtige für den Ruinenaufstieg ist «Dussnang, Tannegg» oder der Ortskern Dussnang.

Leinenpflicht auf dem Weg zur Ruine Tannegg

Der Aufstieg zur Ruine und der Tannegger Grat führen fast vollständig durch Wald. Damit gilt hier die kantonale Saisonregel unmittelbar: Vom 1. April bis 31. Juli müssen Hunde im Wald und am Waldrand an der Leine geführt werden (§ 3 Abs. 2bis Hundegesetz TG, in Kraft seit Mai 2023). Die Ordnungsbusse bei Verstoss beträgt CHF 100. Die Gemeinde Fischingen weist explizit auf diese Pflicht in ihren Informationen für Hundehalter hin.

Unabhängig von der Saisonpflicht empfiehlt es sich auf dem Bergwanderweg, den Hund grundsätzlich an der Leine zu führen – die schmalen Abschnitte und der steil abfallende Untergrund lassen wenig Spielraum für Fehltritte. Örtliche Beschilderungen sind immer vorrangig.

Hundesteuer und Hundehaltung in Fischingen

Wer in der Gemeinde Fischingen mit Hund wohnt, zahlt CHF 80.- Hundesteuer pro Jahr für den ersten Hund – damit gehört Fischingen zu den günstigsten Thurgauer Gemeinden in dieser Reihe. Für jeden weiteren Hund im gleichen Haushalt werden CHF 140.- fällig. Steuerpflichtig sind Hunde ab fünf Monaten; die Jahresrechnung wird per Post zugestellt.

Anmeldungen, Adressänderungen, Halterwechsel und Todesfälle sind innert 10 Tagen bei AMICUS (Tel. 0848 777 100 oder info@amicus.ch) und innert 30 Tagen bei den Einwohnerdiensten der Gemeinde Fischingen zu melden. Für die erstmalige Anmeldung ist der Heimtierpass am Schalter vorzuweisen.

Die Kurspflicht gilt in Fischingen für alle Hunde ohne Gewichtsschwelle: Innerhalb eines Jahres nach der Anschaffung ist ein Kurs mit mindestens 10 Lektionen zu absolvieren, mit Inhalten wie Leinenführigkeit, allgemeinem Gehorsam und Verhalten in der Umwelt. Einen praktischen Nebenservice bietet die Gemeinde ohne Aufpreis: Hundekotsäcke sind kostenlos am Schalter der Einwohnerdienste und beim Eingang des Gemeindehauses erhältlich.

Zuständige Behörde und Kontakt

  • Gemeinde Fischingen – Einwohnerdienste / Hundekontrolle: fischingen.ch – Gemeindehaus Fischingen, 8376 Fischingen
  • Amt für Archäologie des Kantons Thurgau (Infotafeln, Publikation Tannegg): archaeologie.tg.ch – Schlossmühlestrasse 15a, 8510 Frauenfeld
  • Veterinäramt Kanton Thurgau (Leinenpflicht, Listenhunde): Telefon 058 345 57 30 – veterinaeramt@tg.ch
  • AMICUS – Hundedatenbank Schweiz: amicus.ch – Telefon 0848 777 100

Anreise

Per ÖV: Ab Bahnhof Eschlikon (S-Bahn-Linie Zürich-St. Gallen) verkehren Busverbindungen nach Dussnang. Die genauen Verbindungen sind über sbb.ch abrufbar. Achtung: Die Haltestellen «Dussnang, Tannegg» und «Tannegg» liegen an verschiedenen Linien – für den direkten Ruinenanstieg empfiehlt sich der Ausstieg am Ortskern Dussnang oder der Haltestelle «Dussnang, Brückenwaage». Per Auto: Parkplätze im Ortskern Dussnang; Kurhaus Dussnang als Orientierungspunkt.

FAQ

Ist die Ruine Tannegg frei zugänglich?

Ja. Die Ruine liegt am öffentlichen Wanderweg zwischen Dussnang und Niederwies und ist ohne Eintritt zugänglich. Eine Infotafel des Amts für Archäologie Thurgau erklärt Geschichte und Bauweise vor Ort.

Ist der Weg zur Ruine Tannegg für Hunde geeignet?

Bedingt. Der Aufstieg über den Tannegger Grat ist der einzige offiziell als Bergwanderweg ausgeschilderte Abschnitt im Kanton Thurgau. Er ist schmal, wurzelig und verlangt Trittsicherheit. Für Hunde mit sicherer Leinenführigkeit auf unebenem Terrain ist er machbar. Für impulsive oder schlecht kontrollierbare Hunde ist der Grat kein geeignetes Ausflugsziel. Nur bei trockenem Wetter begehen.

Gilt Leinenpflicht auf dem Weg zur Ruine?

Vom 1. April bis 31. Juli gilt auf dem vollständig durch Wald führenden Aufstieg die kantonale Leinenpflicht im Wald und am Waldrand (§ 3 Abs. 2bis Hundegesetz TG, Busse CHF 100). Ausserhalb dieser Zeit besteht keine gesetzliche Leinenpflicht auf dem Waldweg – aus Sicherheitsgründen auf dem engen Grat ist Anleinen dennoch empfohlen.

Wie hoch ist die Hundesteuer in Fischingen?

CHF 80.- pro Jahr für den ersten Hund, CHF 140.- für jeden weiteren im gleichen Haushalt. Hunde sind ab fünf Monaten steuerpflichtig und müssen innert 30 Tagen bei den Einwohnerdiensten angemeldet werden.

Gibt es an der Ruine Tannegg eine Möglichkeit zur Rast?

Laut Wanderberichten befindet sich an der Ruine eine kleine wilde Grillstelle. Für eine ausgedehnte Rast mit Picknick eignet sich der Aussichtspunkt Sädelegg weiter auf dem Gratweg, mit einer grossen Linde und Panoramatafel. Wasser für den Hund sollte mitgenommen werden – unterwegs gibt es keine gesicherten Wasserstellen.

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Sommer|Herbst