Zermatt liegt am Ende des Mattertals auf knapp 1600 Metern — und das Matterhorn thront so nah über dem Dorf, dass du es beim Morgenkaffee direkt vor der Nase hast. Die autofreie Innenstadt, das Klappern der Elektrotaxis und der Geruch von frischer Bergluft machen diesen Ort zu etwas Besonderem. Mit Hund an der Seite erlebst du Zermatt abseits der Touristenströme: auf Wegen, die in Lärchenwälder führen, entlang rauschender Bäche und über Alpwiesen, die im Sommer leuchtend grün sind.
Das Walliser Hochtal empfängt Hundehaltende mit einer Mischung aus alpiner Weite und charmanter Dorfatmosphäre. Der Gonnerbach und die Visp — hier noch Matter Vispa genannt — begleiten viele der Talwege mit ihrem beständigen Rauschen. Wer früh aufbricht, hat die schmalen Gassen für sich, die Bergdohlen rufen von den Dächern, und der Hund schnuppert an allem, was die Nacht hinterlassen hat. Zermatt ist kein einfaches Ausflugsziel, aber ein unvergessliches.
Weil Zermatt eines der meistbesuchten Bergdörfer der Schweiz ist, gelten hier besondere Regeln — für Menschen wie für Hunde. Schutzgebiete, Leinenpflicht und saisonale Einschränkungen sind keine Schikane, sondern Schutz für eine empfindliche Hochgebirgslandschaft. Wer sich vorbereitet, kommt entspannt an und hat mehr vom gemeinsamen Abenteuer. Diese Seite fasst zusammen, was du vor dem Besuch wissen solltest.
Tagesausflüge mit Hund in Zermatt
Die Wege rund um Zermatt verlangen gute Schuhe und einen klaren Kopf — aber sie geben dir dafür Panoramen zurück, die du so schnell nicht vergisst. Hunde lieben das Gelände: Gerüche von Murmeltieren, Quellen, Steinplatten zum Klettern. Prüfe vor jeder Tour, ob der Weg für Hunde freigegeben ist, denn in Wildtier-Schutzgebieten gelten teils strikte Betretungsverbote.
Matter Vispa-Weg durchs Tal
Der Talweg entlang der Matter Vispa ist einer der zugänglichsten Wege für Hunde in der Region. Er führt von Zermatt talauswärts Richtung Täsch und bleibt weitgehend flach — ideal für einen entspannten Morgenspaziergang oder eine ruhige Abendrunde. Das Wasser ist kalt, klar und lädt den Hund zum Planschen ein, sofern der Pegel es zulässt. Achte darauf, dass dein Hund an Stellen mit starker Strömung angeleint bleibt.
Der Weg ist nicht asphaltiert in allen Abschnitten und wechselt zwischen Kieswegen und Trampelpfaden. Begegnungen mit Mountainbikern sind besonders in der Hauptsaison häufig — ein verlässlicher Fuss-Kontakt zu deinem Hund ist hier wichtig. Die Aussicht auf das Matterhorn bleibt auf Teilstücken immer wieder überraschend frei. Frühmorgens oder abends hast du den Weg fast für dich allein.
Wald und Lärchen rund um Zmutt
Das Weiler Zmutt liegt auf rund 1900 Metern und ist vom Dorfzentrum in knapp einer Stunde zu Fuss erreichbar. Der Weg dorthin führt durch lichten Lärchenwald, an Alphütten vorbei und bietet immer wieder freie Sicht auf die umliegenden Viertausender. Zmutt selbst besteht aus alten, geschwärzten Holzhäusern und einem kleinen Gasthaus — ein stiller Ort, der den Trubel Zermatt vergessen lässt.
Der Aufstieg ist moderat und für geländetaugliche Hunde gut zu bewältigen. Weidezäune und Vieh auf den umliegenden Weiden sind keine Seltenheit — halte deinen Hund in der Nähe von Kühen und Schafen unbedingt angeleint. Der Abstieg kann bei Nässe rutschig sein, weil der Pfad über feuchte Wurzeln und Steine führt. Plane für die Hin- und Rückroute gut zwei Stunden ein.
In Zmutt gibt es kaum Infrastruktur, aber genau das macht den Reiz aus. Nimm ausreichend Wasser für dich und deinen Hund mit — auf dem Weg dorthin gibt es Quellen, aber keine garantiert zugänglichen Tränken. Prüfe die aktuelle Wegmarkierung beim Tourismusbüro Zermatt, bevor du aufbrichst: zermatt.ch.
Riffelalp und der Weg zum Riffelsee
Die Riffelalp auf etwa 2200 Metern ist per Zahnradbahn der Gornergratbahn erreichbar — ob und zu welchen Bedingungen Hunde mitgenommen werden, erfährst du direkt beim Bahnbetreiber. Zu Fuss führt ein markierter Wanderweg von Zermatt hinauf, der sich für ausdauernde Hunde gut eignet. Oben angekommen, eröffnet sich eine Hochplateau-Landschaft mit freiem Blick auf das Matterhorn und den Gornergletscher.
Weiter oben liegt der Riffelsee, bekannt für seine spektakulären Matterhorn-Spiegelungen. Der Weg dorthin verläuft über alpines Gelände mit losen Steinen — trittsichere Hunde kommen gut mit. In der Schutzzone um den See gelten möglicherweise besondere Regeln für Hunde; prüfe diese unbedingt vor Ort oder bei der Gemeindeverwaltung. Wildtiere wie Steinböcke und Murmeltiere leben hier in unmittelbarer Nähe des Weges.
Für die gesamte Tour von Zermatt zur Riffelalp und zurück solltest du einen vollen Halbtag einplanen. Denk an Sonnenschutz für helle Hunderassen, da die UV-Strahlung in dieser Höhe erheblich intensiver ist als im Tal. Das Gelände ist in der zweiten Sommerhälfte meist schneefrei, kann aber nach Gewittern rasch glitschig werden. Starte früh — Nachmittagsgewitter sind im Wallis typisch.
Schwarzsee und die Route über Furi
Der Schwarzsee liegt auf rund 2580 Metern und ist einer der höchstgelegenen Seen der Region, die zu Fuss erreichbar sind. Der Aufstieg ab Zermatt ist lang und verlangt Kondition — sowohl von dir als auch vom Hund. Über den Zwischenhalt Furi teilt sich die Route in verschiedene Varianten, von denen einige durch Felspassagen und steile Geröllfelder führen.
Am Schwarzsee selbst liegt eine kleine Kapelle, die im Herbst besonders fotogen ist. Achte auf Wegmarkierungen und halte dich an die ausgeschilderten Pfade — das umliegende Gelände ist teils Wildschutzgebiet. Die Gondelbahn auf den Schwarzsee ist nicht für Hunde ausgelegt; informiere dich direkt beim Betreiber über aktuelle Transportbedingungen. Für einen sicheren Abstieg bei Erschöpfung des Hundes ist ein früher Start entscheidend.
Wasser ist am Schwarzsee vorhanden, aber plane dennoch eigene Vorräte ein. Im Sommer kann der Weg stark frequentiert sein — Begegnungen mit Gruppen und anderen Tieren sind häufig. Zermatt Tourismus bietet aktuelle Weginformationen und Wanderkarten an: zermatt.ch/wandern. Der Weg lohnt die Mühe — die Stille am See in der Früh ist unvergleichlich.
Hund und lokale Regeln in Zermatt
Zermatt ist nicht nur optisch aussergewöhnlich — die Gemeinde hat auch einen eigenen Rhythmus bei Regeln und Vorschriften. Als Hundehalter bist du hier Gast in einem sensiblen Naturraum und trägst Mitverantwortung. Informiere dich vor dem Besuch über aktuelle Bestimmungen, denn alpine Schutzgebiete und kommunale Regelungen können sich von Jahr zu Jahr ändern.
Leinenpflicht und Schutzgebiete
In Zermatt und dem umliegenden Hochgebirge gilt in vielen Bereichen eine Leinenpflicht — besonders in Schutzgebieten, auf Alpweiden und in der Nähe von Wildtierkorridoren. Die genaue Abgrenzung dieser Zonen findest du in den offiziellen Karten der Gemeinde und des Kantons Wallis. Halte deinen Hund in der Nähe von Rindern, Schafen und Ziegen immer an der Leine — Herdenschutzhunde reagieren auf freilaufende Hunde bisweilen aggressiv und schützend.
Im Dorfzentrum von Zermatt, insbesondere auf den belebten Fussgängerzonen, ist Anleinungspflicht üblich. Prüfe die aktuellen Regelungen direkt bei der Gemeindeverwaltung Zermatt oder auf der offiziellen Gemeinde-Website. Verlasse dich nicht auf Gerüchte oder veraltete Reiseführer — die Regeln können saisonal variieren. Auch ausserhalb von Schutzgebieten gilt: Ein gut kontrollierter Hund vermeidet Konflikte.
Das Bundesamt für Umwelt und der Kanton Wallis geben auf ihren Plattformen Auskunft über Wildtier-Schutzzonen und saisonale Wegsperren. Besonders in der Brut- und Setzzeit im Frühjahr können Bereiche für Hunde zeitweise gesperrt sein. Aktuelle Informationen zu Schutzgebieten im Kanton Wallis findest du beim Kantonalen Amt für Jagd, Fischerei und Wildtiere Wallis.
Hundeanmeldung und Hundeabgabe
In der Schweiz bist du gesetzlich verpflichtet, deinen Hund im nationalen Tierregister ANIS einzutragen — das gilt auch für Besuchende aus dem Ausland, die dauerhaft in der Schweiz wohnen. Hundehalter mit Wohnsitz in Zermatt melden ihren Hund zudem bei der Gemeinde an. Die Gemeinde erhebt eine Hundeabgabe — die genaue Höhe regelt die örtliche Gemeindeordnung; frag direkt bei der Gemeindeverwaltung nach.
Wer nur zu Besuch in Zermatt ist, muss keine lokale Anmeldung vornehmen, sollte aber sicherstellen, dass der eigene Hund im Heimatort korrekt gemeldet und versichert ist. Eine Haftpflichtversicherung für Hunde ist in vielen Schweizer Kantonen Pflicht — prüfe, ob dein Versicherungsschutz auch für Auslandsaufenthalte oder Reisen innerhalb der Schweiz gilt. Für Kurzzeitgäste aus dem Ausland empfiehlt sich eine Reise-Tierhaftpflicht.
Hunde im öffentlichen Verkehr und in der Gastronomie
Zermatt ist autofrei — der Zugang erfolgt per Bahn von Täsch aus. Die Matterhorn Gotthard Bahn (MGBahn) transportiert Hunde gegen Lösung eines Hundetickets; die genauen Tarifbedingungen und allfällige Grössen- oder Leinenpflichten prüfst du am besten direkt beim Anbieter. Kleine Hunde in Transporttaschen reisen zu anderen Konditionen als grosse Hunde. Auf der Bergbahn (Gornergratbahn) und den Gondeln gelten eigene Regeln — frag vor Ort.
In Zermatt gibt es eine Reihe von Restaurants, Cafés und Berggasthäusern, die Hunde tolerieren oder willkommen heissen — eine Garantie gibt es jedoch nie. Frag beim Betreten immer kurz nach, ob dein Hund mitkommt. Viele Aussenplätze sind hundefreundlicher als Innenbereiche. Wasser für den Hund bekommst du in den meisten Berggasthäusern auf Anfrage.
Die Elektrotaxis und Pferdeschlitten in Zermatt nehmen Hunde teils mit — kläre das direkt mit dem jeweiligen Anbieter vor der Fahrt. Öffentliche Abfallkörbe und Hundesackli-Spender gibt es im Dorf; nutze sie konsequent. Zum Thema Hunde im öffentlichen Verkehr in der Schweiz gibt das SBB-Merkblatt zu Haustieren eine gute Übersicht über die generellen Schweizer Regelungen.
Listenhunde und Entsorgungspflicht
Der Kanton Wallis kennt — wie alle Schweizer Kantone — spezifische Vorschriften für potenziell gefährliche Hunde. Bestimmte Rassen oder Kreuzungen unterliegen verschärften Auflagen wie Maulkorbpflicht oder erhöhten Anforderungen an Haltung und Ausbildung. Welche Rassen im Kanton Wallis betroffen sind und welche Nachweise du mitführen musst, erfährst du verbindlich beim Kantonalen Veterinäramt Wallis.
Reise nie ohne die vollständige Dokumentation deines Hundes: Heimtierausweis, Impfnachweis gegen Tollwut (auch für Inlandreisen empfehlenswert) und bei Bedarf Rassenzeugnis oder Wesenstest-Bescheinigung. Bei Reisen aus dem Ausland gelten zusätzlich die Einreisevorschriften der Schweiz, die du beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen prüfst. Kontrolliert wirst du vielleicht nie — aber im Ernstfall bist du mit vollständigen Papieren auf der sicheren Seite.
Die Entsorgungspflicht für Hundekot ist in Zermatt wie überall in der Schweiz ernst zu nehmen. Auf Wanderwegen, in Wäldern und auf Alpweiden gilt sie ebenso wie im Dorf. Nimm immer genug Beutel mit — in der Hochgebirgslandschaft gibt es keine Spender auf dem Weg. Nicht entsorgter Hundekot auf Weideland ist nicht nur unhöflich, sondern kann Tiere krank machen und führt zu berechtigtem Ärger bei Landwirten.
Praktisches vor Ort in Zermatt
Zermatt ist autofrei — das macht die Orientierung einfacher, die Logistik aber nicht immer unkomplizierter. Wer mit Hund hierher kommt, sollte ein paar konkrete Anlaufstellen kennen: vom nächsten Tierarzt bis zur geeigneten Unterkunft.
Tierärztliche Versorgung und Notfälle
Zermatt selbst ist ein kleiner Ort mit knapp 6 000 Einwohnern — eine vollständige tierärztliche Infrastruktur wie in einer Grossstadt findest du hier nicht. Im Ort gibt es einzelne tierärztliche Anlaufstellen, doch für spezialisierte Behandlungen oder Notfälle bist du auf die grösseren Zentren im Tal angewiesen. Visp und Brig sind die nächsten Städte mit gut ausgestatteten Tierarztpraxen; die Fahrt dauert mit dem Zug ab Zermatt rund eine Stunde. Speichere dir vor der Reise mindestens eine Notfallnummer eines Tierarzts in der Region Visp ab — das gibt Sicherheit, besonders bei Bergtouren.
Hunde können sich im Hochgebirge typische Verletzungen zuziehen: gerissene Pfotenballen durch scharfen Fels, Erschöpfung bei Hitze oder Höhenexposition, Zeckenbisse in den bewaldeten Zonen unterhalb des Dorfes. Ein Erste-Hilfe-Set für Hunde gehört deshalb in jeden Rucksack — Verbandsmaterial, Zeckenzange, Kühlpads. Informiere dich beim Veterinäramt des Kantons Wallis über aktuelle Hinweise zu Parasiten und Tierseuchen im Gebiet. Bei einem echten Notfall ausserhalb der Praxiszeiten erreichst du den kantonalen Pikettdienst über die Praxisangaben der regionalen Tierärzte.
Hundeschulen und Training
Eine eigene Hundeschule direkt in Zermatt gibt es aufgrund der Grösse des Ortes nicht. Wer mit seinem Hund gezielt trainieren möchte, findet Angebote in den Unterwallis-Zentren wie Visp, Brig oder Sierre. Für Besuchende, die nur wenige Tage bleiben, ist das weniger relevant — für Saisonarbeiter oder Langzeitgäste lohnt sich aber eine Recherche vor der Anreise. Der Schweizerische Kynologische Verband (SKV) listet auf seiner Website zugelassene Hundesportvereine und Trainingsanbieter im Kanton Wallis. Das ist eine verlässliche erste Anlaufstelle.
Wer seinen Hund auf Hochtouren vorbereiten möchte, sollte unabhängig von formalen Kursen die körperliche Kondition des Tieres realistisch einschätzen. Trittsicherheit auf Fels und Schnee lässt sich nicht in einer Einheit lernen — steigere Touren schrittweise und beobachte, wie dein Hund auf ungewohnten Untergrund reagiert. Gerade Gletscherquerungen und steile Firnfelder verlangen vom Hund besondere Körperkontrolle.
Auslaufzonen und hundefreundliche Flächen im Ort
Zermatt ist anders strukturiert als ein normales Dorf: Das autofreie Ortszentrum, die engen Gassen und der starke Tourismus bedeuten, dass Hunde im Dorfkern an der Leine geführt werden sollten — prüfe die aktuelle Regelung direkt bei der Gemeindeverwaltung. Offizielle ausgewiesene Hundeauslaufzonen wie in städtischen Gemeinden gibt es in Zermatt nicht in derselben Form; die eigentlichen Freilaufflächen findest du ausserhalb des Ortszentrums auf den weitläufigen Wanderwegen und Almbereichen. Sobald du das Dorf hinter dir lässt — Richtung Findeln, entlang der Gornerschlucht oder hinauf nach Riffelalp — öffnet sich ein riesiges, naturnahes Bewegungsgebiet.
Beachte aber: Auf vielen Alpweiden und in Gebieten mit Weidevieh gilt erhöhte Vorsicht. Herdenschutzhunde bewachen Schaf- und Ziegenherden, und ein freilaufender Hund kann zur echten Gefahr werden — für sich selbst, für die Herde und für das Verhältnis zwischen Wandernden und Landwirten. Informiere dich beim offiziellen Tourismusbüro Zermatt über aktuelle Sperrgebiete und Empfehlungen für das Bewegen mit Hund im Gebiet.
Hundepensionen und Tierbetreuung
Das Angebot an Hundepensionen direkt in Zermatt ist begrenzt — der Ort ist primär auf menschliche Gäste ausgerichtet, nicht auf Tierbetreuungsinfrastruktur. Wer tagsüber Skifahren oder eine hündeunsichere Gletschertour unternehmen möchte, sollte die Betreuungsfrage frühzeitig klären. Einzelne Privatpersonen im Ort oder in nahegelegenen Dörfern wie Täsch bieten Tierbetreuung an — solche Angebote findest du über lokale Pinnwände, Tourismusbüros oder Plattformen wie Pawshake. Täsch ist als letztes dorfähnliches Zentrum vor dem autofreien Zermatt-Eingang besonders praktisch: Dort gibt es auch Parkplätze und kann man Hunde gegebenenfalls in einer lokalen Pension unterbringen.
Viele hundefreundliche Unterkünfte in Zermatt erlauben Hunde auf dem Zimmer — frage aber vor der Buchung konkret nach, da Regelungen je nach Betrieb stark variieren. Einige Hotels und Ferienwohnungen verlangen eine Zusatzgebühr oder schränken bestimmte Rassen ein. Kläre auch, ob eine Hundebox vorhanden ist oder mitgebracht werden muss. Eine frühzeitige Reservierung ist gerade in der Hochsaison (Juli–August sowie Dezember–März) unbedingt zu empfehlen, da das Angebot hundefreundlicher Unterkünfte kleiner ist als die Nachfrage.
Saisonal in Zermatt
Das Matterhorn gehört zu jeder Jahreszeit zu einem anderen Erlebnis — und jede Saison bringt für Hundehaltende eigene Chancen und Herausforderungen mit sich. Die Höhenlage, das alpine Klima und der intensive Tourismus formen den Alltag mit Hund durch das ganze Jahr.
Frühling: Schneeschmelze, Brut- und Setzzeit
Der Frühling kommt in Zermatt spät. Während im Mittelland bereits die Kirschbäume blühen, liegt auf den Höhenlagen um Zermatt (1 600 m ü. M. und darüber) noch Schnee — oft bis weit in den Mai. Die Schneeschmelze macht viele Wege schlammig, rutschig und unberechenbar. Steigeisen und Gamaschen für den Menschen sind auf frühen Touren oft sinnvoll; für den Hund bedeutet das nasse Gelände erhöhte Stolpergefahr und stark beanspruchte Pfoten.
Gleichzeitig ist der Frühling die sensibelste Zeit für Wildtiere. Rehe, Gämsen und Steinböcke setzen ihre Jungen, Bodenbrüter wie Braunkehlchen und Ringdrosseln nisten in Wiesen und niedrigem Gebüsch. Ein freilaufender Hund kann Aufzuchten ernsthaft stören — oder selbst von einer aufgebrachten Gämse in Gefahr gebracht werden. Halte deinen Hund im Frühjahr konsequent an der Leine, besonders abseits markierter Wege. Die kantonalen Wildschutzgebiete im Walliser Hochgebirge sind teils ganzjährig gesperrt; aktuelle Informationen dazu gibt das Jagdinspektorat des Kantons Wallis.
Positiv: Der Frühling ist die ruhigste Touristenzeit in Zermatt. Wege sind weniger überfüllt, die Unterkünfte günstiger, und die Stille auf den unteren Wanderwegen — etwa durch das Zmutttal oder entlang der alten Wasserkanäle (Suonen) — ist beeindruckend. Ein frühlingshafter Morgen mit Hund auf einem kaum begangenen Pfad, Schneereste auf dem Matterhorn, kein Menschengedränge — das ist Zermatt von seiner stillen Seite.
Sommer: Hitze, Höhe und Gletscherkontakt
Der Sommer ist die Hochsaison — und für Hunde auch die anspruchsvollste Jahreszeit. Tagsüber kann es auf den unteren Lagen um Zermatt durchaus 25–30 Grad erreichen, während die Höhenlagen ab 2 500 m deutlich kühler bleiben. Das klingt nach Vorteil, bedeutet aber: Der Aufstieg durch heisses, felsiges Gelände belastet Hunde stark, bevor die kühlende Höhe erreicht ist. Starte Touren früh am Morgen, trage genug Wasser für deinen Hund mit und erkenne Überhitzungssymptome rechtzeitig — keuchender Atem, Torkeln, rote Schleimhäute sind ernste Warnsignale.
Hunde auf Gletschern — wie dem Gornergletscher, dem grössten Gletscher der Alpen ausserhalb Skandinaviens — sind ein besonderes Thema. Die Eisfläche ist kalt, aber auch grell reflektierend: Schneeblindheit ist auch bei Hunden möglich. Spalten, Schmelzwasserbäche und rutschige Firnhänge sind reale Gefahren. Einige geführte Touren auf den Gletscher erlauben Hunde nicht oder nur unter strengen Auflagen — informiere dich beim jeweiligen Bergführeranbieter konkret vor der Buchung. Auf den Sommerwanderwegen rund um Riffelalp, Gornergrat und Stellisee sind Hunde auf Wegen in der Regel willkommen, solange sie keine Schäden anrichten — prüfe aber stets die aktuelle Beschilderung vor Ort.
Zecken sind bis in Lagen von rund 1 500–1 800 m eine echte Gefahr. Unterhalb des Dorfes Zermatt und auf bewaldeten Abschnitten der Wanderwege solltest du nach jeder Tour konsequent absuchen und auf wirksamen Zeckenschutz setzen. Dein Tierarzt berät dich zur passenden Prophylaxe für Hochgebirgsaufenthalte.
Herbst: Goldene Lärchen und Wildsaison
Der Herbst ist für viele erfahrene Wandernde die schönste Zeit in Zermatt. Die Lärchenwälder zwischen Zermatt und Täsch, die Hänge rund um Findeln und Eggen leuchten Ende September und im Oktober in sattem Gold. Die Luft ist klar, die Temperaturen angenehm kühl, und der Andrang hat deutlich nachgelassen. Für Hunde ist es eine vergleichsweise entspannte Jahreszeit — weniger Hitze, weniger Touristentrubel, feste Böden.
Die Jagdsaison beginnt im Herbst — das ist der wichtigste Aspekt, den Hundehaltende kennen müssen. Im Kanton Wallis wird Hochjagd auf Gämse, Steinbock und Rotwild betrieben. In Jagdbanngebieten ist das Betreten mit Hund teils eingeschränkt oder verboten; ausserhalb der Banngebiete gilt erhöhte gegenseitige Rücksichtnahme. Frage beim Jagdinspektorat oder direkt in der Gemeindeverwaltung Zermatt nach aktuellen Jagdzeiten und gesperrten Zonen. Ein freilaufender Hund in der Wildsaison kann nicht nur Tiere aufscheuchen, sondern sich selbst in eine gefährliche Situation manövrieren.
Herbstliches Wandern bedeutet auch: Wetterumschläge kommen schnell. Schneefälle sind ab Oktober auf den Höhenlagen jederzeit möglich, und was morgens noch trocken ist, kann nachmittags vereist sein. Ausrüste deinen Hund mit einem wärmenden Hundemantel für Pausen und achte auf seine Pfoten bei ersten Schneekontakten — trockene, rissige Pfotenballen entstehen schnell.
Winter: Schnee, Skibetrieb und besondere Regeln
Zermatt im Winter ist eine der meistbesuchten Skidestinationen der Alpen. Das Skigebiet erstreckt sich bis weit über 3 800 m, Pisten kreuzen Wanderwege, und die Infrastruktur ist primär auf Skifahrende ausgerichtet. Für Hunde bedeutet das: Die meisten Pisten und Skipisten-nahen Wege sind für Hunde gesperrt oder stark eingeschränkt — das dient der Sicherheit aller Beteiligten. Prüfe im Winter besonders sorgfältig, welche Wege offiziell für Fussgänger und Hunde freigegeben sind.
Winterwandern mit Hund ist trotzdem möglich und wunderschön. Präparierte Winterwanderwege führen etwa durch das Zmutttal oder von Zermatt nach Täsch — diese sind ausgeschildert und können auch mit Hund begangen werden, sofern keine spezifischen Verbotsschilder angebracht sind. Schneeschuhe für Mensch und Hund (als Schutz vor Eisballenbildung zwischen den Pfoten) sind auf tiefschneereichen Abschnitten nützlich. Hunde-Pfotenwachs schützt vor eingedrungenen Streusalz-Rückständen, auch wenn Zermatt durch seine autofreie Zone seltener salzt als andere Orte.
Temperaturen können im Zermatter Winter tief in den Minusbereich fallen, nachts teils unter minus 15 Grad. Kurzhaarige Hunde brauchen im Winter unbedingt einen wärmenden Mantel für längere Aufenthalte im Freien. Plane Pausen in hundereundlichen Hütten ein — die Auswahl ist im Winter etwas grösser als in der Zwischensaison, aber nicht alle Bergrestaurants sind für Hunde zugänglich, besonders in der stark frequentierten Ski-Hochsaison. Frag im Voraus telefonisch nach oder schau dir aktuelle Gästebewertungen an. Gut geplant ist der Winter in Zermatt für Hundehaltende ein unvergessliches Erlebnis — Stille im Schnee, das Matterhorn in orangefarbenem Morgenlicht und ein Hund, der begeistert durch Neuschnee stapft.
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